Ist es Ihnen beim Gedanken an das letzte Wochenende im Juli schon mal so gegangen wie uns, dass Sie sich dieses Wochenende, das in Bad Kissingen quasi untrennbar mit dem Rakoczy-Fest verbunden ist, ohne Rakoczy gar nicht vorstellen konnten? Haben Sie sich auch gedacht, natürlich kann man in Zeiten von Corona kein Fest feiern wie in normalen Jahren. Aber ein paar promenierende Historische Persönlichkeiten hier und ein flanierender Fürst mit Quellenkönigin da, das muss doch corona-kompatibel möglich sein. Wenn Sie so denken, dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Stadt und Staatsbad GmbH denken genauso.

Das Fest selbst bleibt abgesagt

Das Rakoczy-Fest bleibt zwar abgesagt, doch die Historischen Gäste aus Kissingens glanzvoller Geschichte werden der Stadt trotzdem einen Besuch abstatten und Weltbad-Flair verbreiten. Am Samstag, 25. Juli, und am Sonntag 26. Juli, werden Fürst Rákóczi und die Quellenkönigin, Prinzregent Luitpold, Kissingens Eiserner Kurgast Otto von Bismarck und hochwohlgeborene Kollegen durch Park und Kurgarten spazieren, an Kurkonzerten teilnehmen oder Autogramme geben. Besucher und Bewohner Bad Kissingens sollten an besagtem Wochenende mit offenen Augen durch die Stadt gehen, schreibt die Staatsbad GmbH. Es lohne sich.

Sie wisse, wie viel den Kissingern das Rakoczy-Fest bedeute, schreibt Kurdirektorin Sylvie Thormann in einer Mitteilung der Staatsbad GmbH. "Um an das Fest zu erinnern und den Menschen vor Ort eine kleine Freude zu bereiten", seien deshalb zusammen mit der Stadt einige Programmpunkte entwickelt worden, an denen die Historischen Persönlichkeiten teilnehmen werden.

Das Rakoczy-Fest sei "das" Fest der Kissinger, zitiert die Staatsbad GmbH Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD): "Die Absage tut immer noch weh." Deshalb freue er sich über das Lebenszeichen, das auf diese Weise von der besonderen Kissinger Form der Traditionspflege ausgeht. Vogel begrüßt die "coronakonformen Planungen" ausdrücklich, denn dicht gedrängte Menschenmengen müssten natürlich vermieden werden.

Sicherheit an oberster Stelle

Dass "die Sicherheit aller an oberster Stelle" steht, unterstreicht auch Bruno Heynen, der Leiter der Veranstaltungsabteilung bei der Staatsbad GmbH. Alle Programmpunkte würden "unter Einhaltung der entsprechenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen angeboten". Entscheidend bleibt, "dass das Rakoczy-Fest nicht einfach nur abgesagt wird".

Das Programm der Historischen Persönlichkeiten sieht zunächst für Samstag, 25. Juli, 15.30 Uhr, einen Besuch beim Nachmittagskonzert der Staatsbad Philharmonie vor. Um 16 Uhr und um 18 Uhr folgen Führungen durch historische Bauten der Kurstadt. Historische Begegnungen mit Littmann, Boxberger und Neumann lautet das Thema dieser Führungen. Die Darsteller des Architekten Max Littmann, des Apothekers Georg Anton Boxberger und des Baumeisters Balthasar Neumann führen dabei durch Bad Kissingen und erzählen Spannendes aus der Geschichte. Ab 17 Uhr flanieren am Samstag zudem weitere Historische Persönlichkeiten durch die Innenstadt, durch Gärten und Parkanlagen.

Historische Begegnungen

Historische Begegnungen mit Littmann, Boxberger und Neumann gibt es auch am Sonntag, 26. Juli, um 10 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr. Tickets für die Führungen gibt es wie am Samstag in der Tourist-Information Arkadenbau. Diese ist jeweils auch Treffpunkt zum Start der Führungen.

Für 10.30 Uhr am Sonntag ist die Eröffnung des Frühkonzerts der Staatsbad Philharmonie durch Fürst Ferenc Rákóczi und Quellenkönigin Katrina angekündigt. Ab 11.30 Uhr, so die Staatsbad GmbH weiter, flanieren die Weltbadgäste von einst durch Bad Kissingen. Um 15.30 Uhr werden die Historischen Persönlichkeiten noch einmal beim nachmittäglichen Kurkonzert vorgestellt. Im Anschluss, ab 16.45 Uhr, folgt im Kurgarten eine Autogrammstunde. Beim Abendkonzert der Staatsbad Philharmonie verabschieden sich Fürst und Quellenkönigin dann wieder.

Reiter im Luitpoldpark

Zum Programm des Wochenendes gehören samstags und sonntags auch zwei Reiter. Wie die Staatsbad GmbH berichtet, reiten die beiden Mitglieder des Reitervereins an den beiden Tagen in historischen Uniformen ab und an durch den Luitpoldpark. Rakoczy-Gläser und den Rakoczy-Pin gibt es in der Tourist-Information. Der für das 70-Jährige des Fests gedachte Pin, gilt dann eben als Eintritt für das kommende Jahr, wenn die Einschränkungen durch die Corona-Krise, die dem Fest heuer im Wege stehen, nach Möglichkeit Vergangenheit sind.