Kanäle kosten viel Geld. Vor allem dann, wenn große Baumaßnahmen wie in der Erhardstraße und der Fußgängerzone anstehen. Die Stadt will jetzt deshalb die Abwassergebühren deutlich anheben. Die Steigerung betrifft das Schmutzwasser, für das rückwirkend zum 1. Januar pro Kubikmeter eine um ein Drittel höhere Abgabe fällig werden soll.
Das liegt vor allem am gestiegenen Aufwand, erläuterte Kämmerer Gerhard Schneider im Finanzausschuss gestern Nachmittag. Schneider: "Für den Kalkulationszeitraum (2015 bis 2018, Anm. d. Red.) wurde ein Investitionsprogramm aufgestellt, das alle relevanten und geplanten Investitionen bis zum Jahr 2017 enthält."

Minus statt schwarzer Null

Die Stadt ist verpflichtet, die Gebühren alle vier Jahre neu festzulegen und zwar so, dass die anfallenden Kosten gedeckt werden. "Wir sind dazu angehalten, die Kosten mit einer schwarzen Null zu kalkulieren", sagte der Kämmerer. Der letzte Berechnungszeitraum ging allerdings mit einem Minus von 138 600 Euro zu Ende. Auch das sind Kosten, die mit in die aktuelle Gebührenberechnung einfließen.

Ein weiterer Punkt, der zur Gebührenerhöhung beiträgt: Seit Jahren wird kontinuierlich weniger Abwasser in die Kanäle der Stadt eingeleitet, gleichzeitig steigen aber die Kosten für die Beseitigung. Das bedeutet, dass die Abgabe pro Kubikmeter Schmutzwasser ebenfalls steigt.

Anhebung nicht ausreichend?

Der sinkende Wasserverbrauch erschwert die Kalkulation für die Kämmerei. Klaus Werner (Grüne) fragte nach, ob die Gebühren nicht noch höher angesetzt werden müssten, wenn davon auszugehen sei, dass auch in den nächsten Jahren stetig weniger Abwasser eingeleitet werde. "Da sind Unwägbarkeiten drinnen, die sich im Bereich von 50 000 Euro bis 100 000 Euro bewegen könnten", antwortete Schneider. Am Ende könnte wieder ein Minus stehen, das mit in die nächste Kalkulation übernommen wird. Sowohl die Stadt, als auch der zuständige Prüfungsverband sind nach Aussagen des Kämmerers bereit, das Risiko einzugehen. Man habe sich auf den Betrag als angemessen verständigt.

Finanzausschuss ist sich einig

Seit 2007 trennt Bad Kissingen die Abwasserbeseitigung. Schmutzwasser, also alles was in den Haushalten anfällt, und Regenwasser, das über Straßen und Grundstücke in die Kanalisation gelangt, werden getrennt abgerechnet. Die Erhöhung betrifft einzig das Schmutzwasser. "Die Niederschlagswassergebühr bleibt unverändert", sagte Schneider. Sie liegt weiterhin bei 26 Cent je Quadratmeter Grundstücksfläche.

Der Finanzausschuss empfiehlt dem Stadtrat die neuen Gebührensätze einstimmig und ohne Diskussion. Die geänderte Gebührensatzung wird dem Stadtrat in den nächsten Wochen zur Abstimmung vorgelegt.