Dass es auch heuer einen Stadtstrand an selber Stelle geben würde, war schon seit Oktober 2013 klar. Wer der Betreiber sein würde, das hat der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur am Dienstag entschieden. Mit 7:4 Stimmen sprachen sich die Stadträte für Edgar Gleinser aus und damit für einen Betreiberwechsel. Schon an Ostern, also am 20.
April, wird der Stadtstrand öffnen, auf Wunsch des Ausschusses in der Regel täglich um 11 Uhr.

Nachdem sich der Stadtrat entschlossen hatte, den Betrieb des Strandes auszuschreiben, haben sich zwei Bewerber gemeldet. Neben Gleinser war es Andreas Lampert, der den Strand im vergangenen Jahr betrieben hatte. Beiden wurde am Dienstag die Möglichkeit gegeben, ihr Konzept vorzustellen, jeweils ohne dass der Konkurrent mit im Raum war. Dass die beiden Bewerber sich nicht ganz grün sind, wurde dabei schnell klar.
Andreas Lampert zeigte sich zunächst einmal ziemlich sauer, dass die Stadt den Betrieb des Strandes überhaupt ausgeschrieben hat. "Soll das eine Entscheidung sein, wer es besser macht? Da lache ich mich kaputt", sagte Lampert. Er hielt es für unnötig, ein Konzept vorzustellen, "es haben alle gesehen, was ein Stadtstrand ist. Allzu falsch habe ich nicht gelegen." Wobei Lampert eingestand, dass man heuer sicher das eine oder andere verbessern könne.


Mit Herzblut dabei

Er habe sich mit persönlichen Ideen und viel Einsatz eingebracht, fuhr Andreas Lampert fort, und richtig viel Geld in die Hand genommen: "Ich war mit Herzblut dabei, gehen sie raus und fragen sie die Leute." Und weiter: "Das ist mein Stadtstrand. Wenn ich ihn nicht gemacht hätte, gäbe es in 50 Jahren noch keinen." Harsche Kritik äußerte er an seinen Kritikern, denen er "eine große Klappe" bescheinigte.

Etwas dezenter verkaufte sich Edgar Gleinser, der unter anderem das benachbarte Casino-Restaurant "Le Jeton" betreibt. Obwohl auch er einer deutlichen Sprache nicht abgeneigt war, als er von Grölern und Pinklern sprach, davon, dass er Veranstaltungen im "Le Jeton" habe abbrechen müssen, weil der "Krach vom Stadtstrand" zu laut gewesen sei.


Begrenzung der Lautstärke

Gleinsers Konzept sieht unter anderem vor, die Tonanlage mit einem Begrenzer auszustatten, eine Video-Überwachung einzuführen und einen Sicherheitsdienst für Luitpoldpark und Bismarckstraße zu engagieren. Außerdem wolle er die Sandfläche dort reduzieren, wo sie nicht gebraucht werde, und dort durch Grasflächen ersetzen. Die Brückenbögen sollen "ordentlich verblendet" werden.

Public Viewing während der Fußball-WM gehört ebenso zu Gleinsers Vorstellungen wie die Überprüfung der Pagodenzelt-Standorte, um den Blick von der Ludwigsbrücke auf den Regentenbau möglichst frei zu halten. Regelmäßige Musik-Events und einmal im Monat eine Animation (zum Beispiel Samba und Yoga) sind geplant. Dazu kommen Auftritt von jungen Orchestern und Bands aus der Umgebung. Den Bauzaun schließlich will Gleinser optisch aufwerten. Auf der Speisekarte soll sich vornbehmlich Fast-Food finden, "frisch", wie er auf Anfrage aus dem Ausschuss betonte. Bei besonderen Anlässen könne das "Le Jeton" mithelfen. Letztlich betonte Gleinser, über Fachleute als Führungskräfte und Personalreserven zu verfügen.


Nichtöffentliche Debatte

Die folgende Diskussion über die Vorstellungen der beiden Kontrahenten fand hinter verschlossenen Türen statt. Erst zur Abstimmung wurde die Sitzung wieder öffentlich. Dabei wurde deutlich, dass die Stadträte im gut einstündigen nichtöffentlichen Teil der Sitzung unter anderem über die Vertragslaufzeit debattiert hatten. Beide Bewerber wurden gefragt, ob sie mit einem Jahr Laufzeit leben können, was sowohl Lampert als auch Gleinser bejahten. Einen Antrag von Stadtrat Klaus Werner, die Laufzeit im Interesse der Planungssicherheit für Betreiber und Stadt auf zwei Jahre zu verlängern, lehnte der Ausschuss mit 6 : 5 Stimmen ab.