Einsprüche des Stadtrats, das Warten auf den Förderbescheid, zuletzt der harte Winter und die Arbeit in teilweise felsigem Gelände verzögerten den Neubau. Am Freitag wurde die neue Treppe nun offiziell freigegeben.


Stadträte lehnten zunächst ab

"Am Echo der Bevölkerung haben wir doch gemerkt, dass diese Treppe tatsächlich genutzt wird", sagte Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Genau dies habe der Stadtrat im Juli 2015 angezweifelt und deshalb die veranschlagten 165 000 Euro vorerst blockiert. Da die Treppe aber wegen erwiesener Mängel nicht mehr verkehrssicher war, sah sich der OB gezwungen, sie sofort zu sperren. "Wenn wir Kenntnis von Mängeln haben, sind wir verpflichtet, dies mit der Versicherung abzuklären." Die Stufen zeigten laut Tiefbauamt durch Alter, Frost- und Tausalzeintrag erhebliche Abplatzungen oder waren sogar vollständig zerstört.
Erst im Oktober 2015 beschloss der Bauausschuss den Neubau der Treppenanlage für 125 000 Euro unter Verzicht der Barrierefreiheit und dem Vorbehalt einer Förderung über das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm, die im Februar 2016 in Höhe von 74 400 Euro bewilligt wurde. Im Herbst begann die Hammelburger Baufirma Gebr. Stolz mit ihren Arbeiten nach Plänen des Baubüros Norbert Hemberger (Eltingshausen). Zunächst wurde die alte Treppe zurückgebaut, danach seitlich Leerrohre für Stadtwerke und Telekom verlegt. "Die alten Rohre lagen früher kreuz und quer unter der Treppe", sagte Marcel Zimmermann vom städtischen Tiefbauamt.


Insgesamt 133 Blockstufen

Ab März wurden die 133 Blockstufen auf dem abschüssigen Gelände eingebaut. "Stufen mit der erforderlichen Breite von eineinhalb Metern mussten erst hergestellt werden", erklärte Planer Hemberger. "Normale Stufen sind nur einen Meter breit." Gleichzeitig erneuerten die Stadtwerke Elektro-Hausanschlüsse und Verkabelung der vier neuen Mastleuchten. Noch vor dem Treppenbau war darunter der städtische Abwasserkanal saniert worden. In den kommenden Wochen seien noch Restarbeiten zur Sanierung vorhandener Schachtbauwerke notwendig. Zimmermann: "Das dauert aber nur zwei Tage."
Auf den Neubau der Treppe konnte nach Ansicht des Oberbürgermeisters auch deshalb nicht verzichtet werden, "da es keine andere Möglichkeit gibt, die 20 Höhenmeter zwischen beiden Straßen auf kurzem Weg zu überwinden." Planer Norbert Hemberger bestätigte dies: "Die Treppe wird mehr genutzt, als wir anfangs vermutet hatten." Die Treppe an der Salinenstraße ist nur eine von mindestens zwölf der insgesamt 81 Treppenanlagen der Stadt, bei denen das Bauamt schnellen Handlungsbedarf sieht.