Recht lang schien anfangs die Garitzer Ergebnisliste einer vorherigen Fragebogenaktion zur Verschönerung des Stadtteils, die am Dienstag im Feuerwehrhaus zum Einstieg in einen Ortspaziergang mit Vertretern des städtischen Bauamts und beauftragten Stadtplanern zu besprechen war. Doch sehr schnell wurde klar, dass die meisten Punkte nicht in das von der Verwaltung in Angriff genommene und förderungswürdige Gemeindeentwicklungskonzept passten.
Wie schon bei den
Spaziergängen in Hausen und Kleinbrach hatte sich auch in Garitz wieder gezeigt, dass die meisten Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge zur Unterhaltspflicht der Stadt gehörten, wie auch der Besuch des Garitzer Friedhofs zeigte. Mangelnde Sauberbeit der Anlage und Wildwuchs wurden bemängelt.
Allerdings zeigte sich ausgerechnet am Tag des Rundgangs der Friedhof von seiner besten Seite: Alles war sauber, das Gras wie ein englischer Rasen gemäht. "Das wurde doch extra für heute gemacht", lästerten die Rundgänger. Auch der lose Kiesbelag auf den Wegen wurde bemängelt: "Schwer befahrbar für Rollatoren." Doch ist dies alles eine Aufgabe der Stadt.
Erst an der nächsten Station, dem Garitzer See, fühlten sich die Stadtplaner Gunter Schramm (Büro Planwerk, Nürnberg) und Nadja Christmann (Büro Wittmann, Valier & Partner, Bamberg) gefordert. "Das war mal der Mittelpunkt von Garitz", wurden sie aufgeklärt, "jetzt ist es nur noch ein Parkplatz." Die Wiese und der Grünstreifen um den See seien ein Hundeklo, der dichte Holzzaun behindere die freie Sicht auf den See.
"Hier war früher sogar ein Rosengarten", erinnerte dritter Bürgermeister Thomas Leiner als Garitzer an den Ursprung des heutigen Parkplatzes - einst Treffpunkt und Ortsmittelpunkt von Garitz. Die Stadtplaner notierten auch diesen Hinweis. Man werde sich alte Ansichten anschauen und sich davon inspirieren lassen, versprach Schramm. Allerdings sei es wenig sinnvoll, nur die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. "Bei der Frage, was der Seeplatz einmal war und was er mal werden soll, geht es um eine zeitgemäße Nutzung." Ein Seniorentreffpunkt, der Platz für den Maibaum mit Tanz in den Mai und für einen Weihnachtsmarkt, waren als erste Ideen zu hören. Weitere Ideen sollen sie dem Bauamt mitteilen, empfahl Schramm, "denn die Gestaltung des Platzes ist abhängig von dessen künftiger Nutzung."
Umnutzungspläne entwickelte Bürgermeister Leiner auch vor dem Gebäude der Henneberg-Grundschule. Statt die drei für die Stadt allzu kostenintensiven Schulstandorte in Garitz, Reiterswiesen und Arnshausen aufrecht zu erhalten, so Leiner, sollte man doch eher an einen Neubau an nur einem Standort denken und die drei Altgebäude von Privatinvestoren anders nutzen lassen. Altersgerechtes oder Betreutes Wohnen für Senioren war seine Idee für das Garitzer Schulgebäude, Verwendung als Vereinsheim kam als Vorschlag von Florian Arand und Johannes Müller.
An der Marbachbrücke stellte Stadtrat Fix seinen Vorschlag eines Promenadenweges entlang des Bachlaufes in die Stadt vor. Dieser wäre nicht nur ideal als Schulweg, sondern eigne sich für alle Garitzer als Spazierweg. Diese und alle anderen Ideen nahmen die Stadtplaner Schramm und Christmann auf, ohne allerdings den Garitzern etwas versprechen zu können. "Es sind keine Sofortmaßnahmen", dämpfte Schramm mögliche Erwartungen. Nach der Machbarkeitsprüfung aller Vorschläge wird zunächst eine Prioritätenliste erstellt. "Nicht alles kann verwirklicht werden."
Abhängig von möglicher Förderung und der finanziellen Situation der Stadt ist nach Aussage Schramms frühestens in zehn bis 15 Jahren mit einer Verwirklichung mancher Idee zu rechnen. Bis dahin müssen sich die Garitzer also gedulden. Allerdings dürfte ihnen dies kaum schwerfallen, war doch in der Runde zu hören: "Eigentlich geht's uns doch wirklich gut, eigentlich haben wir's ganz schön hier."