Niemand kann es sich erklären: Seit vor zwei Jahren die Gemeinde an die Gemeinschaftskläranlage in Geldersheim angeschlossen wurde, stimmen die dort gemessenen Abwassermengen nicht mit dem überein, was in Rannungen abfließt. In Geldersheim wird erheblich mehr gemessen, und diese Menge muss auch über die Abwassergebühren von den Bürgern bezahlt werden - insgesamt rund 150 000 Euro pro Jahr, wie Gemeinderat Harald Klopf in der jüngsten Sitzung sasagte. Der Gemeinderat will der Sache nun auf den Grund gehen und besichtigte deshalb zuerst die alte Kläranlage und dann das Regenrückhaltebecken.


Stellungnahme verlangt

Dort soll eine moderne Durchfluss-Messeinrichtung installiert werden, die zunächst vom Sachverständigen Alfred Schöpf aus Poppenhausen für etwa ein Jahr zur Verfügung gestellt wird. Der Gemeinderat will, sobald das Angebot vorliegt, darüber endgültig entscheiden.

Harald Klopf forderte, dass das geplante Gespräch mit der Leitung des Abwasserzweckverbandes Obere Werntalgemeinden, der die Gemeinschaftskläranlage in Geldersheim betreibt, noch im Juli stattfindet. "Die sollen Stellung nehmen."

Der Kindergarten Gückernest stellt zum 1. September für ein Jahr eine Vorpraktikantin ein. Das soll einerseits die Personalsituation verbessern und andererseits dazu beitragen, jungen Menschen eine Ausbildungsmöglichkeit zu geben. Die Gemeinde übernimmt die Kosten dafür in Höhe von etwa 5040 Euro. In der Beschlussvorlage für die Gemeinderäte heißt es, dass dafür kein Geld im Haushalt eingeplant sei. Allerdings seien für einen eventuellen Defizitausgleich des Kindergartens 10 000 Euro im Haushalt eingestellt. Gemeinderat Werner Keller klagte "ich finde es sehr traurig, dass der Freistaat bei solchen Dingen nicht bezahlt". Aber auch er stimmte schließlich zu, so dass die Entscheidung einstimmig fiel.

Der Kindergartenverein St. Johannes beantragte für Renovierungsarbeiten an der Unterstellhalle des Kindergartens einen Zuschuss. Die Arbeiten sind bereits abgeschlossen und kosteten 4927 Euro. Die Diözese Würzburg bewilligte 1000 Euro. Von den verbleibenden 3927 Euro übernimmt die Gemeinde die Hälfte, also 1663 Euro. Im Haushalt stehen dafür 2500 Euro. Nur Werner Keller stimmte dagegen, weil er auch hier der Ansicht ist, dass eigentlich der Freistaat die Kosten übernehmen müsse. Alle übrigen Gemeinderäte stimmten dafür.


Anwalt aus Augsburg

Die Auseinandersetzung um die Umgehungsstraße für Rannungen geht weiter. Der Gemeinderat hatte sich bekanntlich mit Mehrheit gegen den Bau der KG 43 ausgesprochen. Bürgermeister Zehner teilte jetzt in der Sitzung mit, dass ein Augsburger Anwalt beauftragt wurde, das von der Gemeinde ausgesprochene Betretungsverbot der Trasse für Mitarbeiter des Landratsamtes durchzusetzen. Das Landratsamt hat der Gemeinde eine Frist gesetzt, sich bis zum 30. Juni zu äußern, so Bürgermeister Fridolin Zehner. Der Anwalt, der die Gemeinde schon früher vertreten hat, beantragte nun eine Fristverlängerung bis zum 11. August, um einen entsprechenden Schriftsatz aufzusetzen.