"Nehmt doch die bewährte Ulla Müller, sie hat ihre Sache in den letzten sechs Jahren sehr gut gemacht", schlug Fridolin Weigand vor, als Bürgermeister Michael Kastl (CSU) in die Runde fragte, wer in den nächsten sechs Jahren Ortsprecherin oder Ortssprecher für den Stadtteil Wermerichshausen werden soll.

Es war für niemand eine Überraschung, dass sie in geheimer Wahl mit großer Mehrheit von den Teilnehmern der Bürgerversammlung im Amt bestätigt wurde. Das Treffen fand, wie schon die Ortssprecher-Wahlen in den Stadtteilen Brünn und Burghausen, wegen der Corona-Pandemie unter freiem Himmel statt. Dazu war ein Teil der Steggasse gesperrt worden, und der städtische Bauhof hatte in gebührendem Abstand voneinander Stühle für die Besucher aufgestellt.

Vereidigung am 21. September

Auch in Wermerichshausen betonte der Bürgermeister, dass die Ortssprecher als Vertreter ihrer Stadtteile für die Arbeit des Stadtrates und der Ausschüsse wichtig seien. Alle drei gewählten Sprecher (die anderen Stadtteile werden durch Stadträte vertreten, die als Ortsreferenten fungieren) würden in der Sitzung des Stadtrates am 21. September vereidigt und könnten ab dann an allen Sitzungen teilnehmen. Wenn die Bürger keine Ortssprecher haben wollten, gebe es auch keine Wahl.

Als Mitglieder des Wahlvorstandes schlug er die frühere Ortssprecherin Gabriele Seifried und Altstadtrat Fridolin Weigand vor, der vor Seifried Ortsreferent gewesen vor. Er selbst war automatisch dabei. Der geschäftsleitende Beamte Stefan Bierdimpfl betonte, dass nicht nur die von Fridolin Weigand vorgeschlagene Ulla Müller (CSU) gewählt werden könne, sondern jede anwesende wahlberechtigte Person.

Jeder Wahlberechtigte bekam von Stefan Sluzar einen eigenen Kugelschreiber in die Hand gedrückt, den er behalten sollte. "Sonst werfen wir ihn weg", sagte Stefan Bierdimpfl. Außerdem gab der Bauhofleiter jedem seinen Wahlzettel und wenn nötig auch eine Corona-Maske. Bis alle 76 Anwesenden (genauso viele wie am Tag zuvor in Burghausen) ihre Stimme abgegeben hatten, verging einige Zeit. Für das Ausfüllen der Stimmen brauchte der Wahlausschuss danach nur wenige Minuten. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses meinte der Bürgermeister zu der mit großer Mehrheit wiedergewählten Ulla Müller: "Ich freue mich, mit dir weitere sechs Jahre zusammenarbeiten zu dürfen."

Ein Zeichen des Vertrauens

Die alte und neue Ortssprecherin beschränkte sich auf den Satz: "Ich bedanke mich für das Vertrauen", denn die Zeit drängte. Der Abendgottesdienst in der nahen Pfarrkirche sollte gleich beginnen.

Die wiedergewählte Ortsprecherin ist 60 Jahre alt. Sie kandidierte bei der Stadtratswahl im März auf Platz zehn der CSU-Liste. Wahl in Zahlen Von den 180 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil Wermerichshausen haben 61 unterschrieben, dass sie für die Wahl einer Ortssprecherin oder eines Ortssprechers sind. Das ist genau eine Unterschrift mehr, als gesetzlich erforderlich. Auch in Burghausen war gerade eine Stimme mehr als nötig gesammelt worden.

Abgegeben wurden bei der Ortssprecherwahl 76 Stimmen. Eine war ungültig. Auf Ulla Müller entfielen 71 Stimmen, die restlichen vier gültigen Stimmen bekamen vier andere Personen. Vor sechs Jahren hatte Müller 60 von 66 gültigen Stimmen erhalten, sechs Stimmen fielen auf andere Personen.