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Thundorf
Gemeinderat

Thundorfer Bauhof darf Urinale nicht einbauen

Eine Herrentoilette, drei Bürgermeister für die Gemeindeteile und Renaturierung des Bachs: Die Tagesordnung war lang und vielfältig.
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Beginn der Tour war die Ortsmitte, dann besichtigten die Räte in Theinfeld das Feuerwehrhaus und die Kirche sowie das Musikheim und den Kinderspielplatz. Foto: Philipp Bauernschubert
Beginn der Tour war die Ortsmitte, dann besichtigten die Räte in Theinfeld das Feuerwehrhaus und die Kirche sowie das Musikheim und den Kinderspielplatz. Foto: Philipp Bauernschubert

Die Sitzung des Thundorfer Gemeinderats begann mit einem Ortstermin im Gemeindeteil Theinfeld und setzte sich anschließend in der Festhalle in Thundorf fort. Zur Nachbetrachtung aus der Bürgerversammlung vom 10. Februar wurden verschiedene Anträge in Augenschein genommen.

"Gemäß der Gemeindeordnung sind Empfehlungen der Bürgerversammlungen vom Gremium zu behandeln", so Bürgermeisterin Judith Dekant. Formelle Empfehlungen der Versammlungen an den Gemeinderat lagen keine vor. Allerdings wurden in den Bürgerversammlungen auch eine Reihe von Anfragen und Anregungen vorgebracht, die im Rahmen der Sitzung und beim Ortstermin unter Führung des Zweiten Bürgermeisters Jürgen Schleier nochmals erörtert wurden.

Daumen hoch für neue Lampe

Stationen waren verschiedene Schäden und Setzungen an den Gemeindestraßen, bzw. der Brücke am Musikheim, der Baufortschritt am Feuerwehrhaus, die Kirchensanierung und verschiedene Sanierungs- und Streicharbeiten am ehemaligen Raiffeisenlager. Der Errichtung einer zusätzlichen Straßenlampe im Bereich Musikheim und Kinderspielplatz steht der Gemeinderat positiv gegenüber. Schleier führte noch aus, dass beim Verlegen von Erdkabeln am Wanderweg in der Gemarkung "Großtannig" keine ordnungsgemäße Baustellenräumung erfolgt ist. Es soll nachgeprüft werden, ob die Maßnahme abgeschlossen ist. Auf der Rückfahrt nach Thundorf wurde noch auf zwei unfallträchtige beidseitige Löcher am Radweg verwiesen.

Dem Antrag auf Baugenehmigung zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage im Baugebiet "Schlossfeld" in Thundorf wird stattgegeben. Die Bauherren Linda Halbig und Michael Kaiser beabsichtigen ein unterkellertes Einfamlienhaus. Das Grundstück liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes "An dem Weichtunger Weg". Hinsichtlich der Traufhöhe, sowie der höheren Auffüllung wird jeweils eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes erteilt. Bei der Wandhöhe der Garage wird einer Abweichung zugestimmt.

Ein weiterer kurzfristig eingereichter Bauantrag lag von Christoph und Sophia Rothaug auf Errichtung eines Wohnhauses mit Garage im Baugebiet "Kutschenweg" in Thundorf vor. Der Gemeinderat stimmt dem Bauvorhaben zu und erteilt die erforderlichen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes.

In diesem Zusammenhang stellt Gemeinderat Edwin Braun den Antrag auf Überarbeitung des gemeindlichen Bebauungsplanes, damit verhindert werden kann, dass bei den Baugesuchen ein Beschluss über Befreiungen erteilt werden muss.

Angebote für Renaturierung

Bereits seit 2015 ist die Renaturierung des Randsbachs ein Thema im Gemeinderat. Am 23. Februar 2017 hatte der Gemeinderat beschlossen, das Planungsbüro Dietz und Partner aus Elfershausen mit der Renaturierung des Gewässers zu beauftragen. Nach gut zwei Jahren fand eine beschränkte Ausschreibung statt. Das Planungsbüro prüfte die eingegangenen Angebote. In der Sitzung am 26. September 2019 wurde vom Gemeinderat beschlossen, den Ersten Bürgermeister zu ermächtigen, den Auftrag an den wirtschaftlichsten Anbieter zu vergeben.

Das Gremium kam überein, mit der Auftragsvergabe an die Firma Stolz, Hammelburg, als günstigstem Anbieter solange zu warten, bis eine schriftliche Zusage des Wasserwirtschaftsamtes im Bezug auf eine höhere Summe und Prüfung der Kosten für die Baustelleneinrichtung, vorliegt. Nach mittlerweile vielen Gesprächen und Telefonaten mit dem Planungsbüro und dem Wasserwirtschaftsamt wird nun abschließend mitgeteilt, dass eine konkrete Zusage des WWA zur Übernahme der Mehrkosten nicht möglich ist. Die Anerkennung der Mehrkosten erfolgt im Rahmen der Prüfung des Verwendungsnachweises.

Begründung für Mehrkosten gefordert

Außer den vier noch verbliebenen alten Gemeinderäten ist für die anderen die Maßnahme völliges Neuland. Das Gremium möchte eine Begründung für die Mehrkosten, die Förderung und vor allem die Auflistung der Maßnahmen haben. Deshalb stellt Gemeinderat Edwin Braun den Antrag auf Zurückstellung dieses Tagesordnungspunktes. Bürgermeisterin Judith Dekant wird ermächtigt, zu einer der nächsten Sitzungen einen Vertreter des Planungsbüros zu bestellen.

Bereits in der letzten Sitzung vom 28.Mai lag dem Gemeinderat ein Antrag der "Dorfgemeinschaft Thundorf" auf Einbau von drei berührungslosen Urinalen in der Herrentoilette in der Festhalle Thundorf vor. Nach Vorlage eines Angebotes kam aus den Reihen des Gemeinderats die Frage auf, ob dieser Einbau aus Kostengründen nicht vom gemeindlichen Bauhof ausgeführt werden könnte und ob diese Arbeit eventuell Auswirkungen auf einen Gewährleistungsanspruch hat. Nach Rücksprache mit dem Bauhofleiter können diese berührungslosen Spülungen nicht vom Bauhof eingebaut werden. Eine Diskussion schloss sich vor allem über die Kosten, mit oder ohne Einbau an. Diese Frage wurde schließlich abgeklärt. Daraufhin beschloss der Gemeinderat, die Arbeiten für den Einbau dreier berührungsloser Spülungen an die Firma "Barth Haustechnik" Stadtlauringen zum Gesamtpreis von 1.954,08 Euro zu vergeben.

Keine drei Bürgermeister

Dem Wunsch von Bürgermeisterin Judith Dekant bei der konstituierenden Sitzung, alle drei Gemeindeteile mit einem Bürgermeister zu besetzen, wurde vom Gemeinderat nicht stattgegeben. Vielmehr stellt der Gemeindeteil Rothhausen neben der Ersten Bürgermeisterin auch den Dritten und Theinfeld mit Jürgen Schleier den Zweiten Bürgermeister. Dies war der Anlass, für Thundorf einen Ortsbeauftragten zu bestellen. Sigrid Hotaling vertritt jedoch die Meinung, dass diese Aufgabe von den vier Thundorfer Gemeinderäten in Personalunion ausgeführt werden sollte. Edwin Braun pflichtete ihr bei, denn man hatte ja die Möglichkeit, bei der konstituierenden Sitzung einen Stellvertreterposten zu besetzen, was durch die Wahl verhindert wurde. Schließlich waren drei Stimmen für einen Ortsbeauftragten, der Rest stimmte dagegen.

Durch den Leiter des Strick-Cafe's, Anton Bauernschubert, wurde dem Gemeinderat ein Antrag zur Beschaffung eines Pelletofens für das alte Forsthaus gestellt. Anfragen der Verwaltung zu vergleichbaren Anschaffungen ergaben Kosten von 2.000 bis 3.000 Euro. Eigentümer des ehemaligen Forsthauses ist die Gemeinde, verantwortlich für die Bewirtschaftung die "Dorfgemeinschaft". Vor der Sitzung wurde allerdings dieser Antrag zurückzogen, weil er angeblich eigenmächtig, ohne Zustimmung der Vorstandschaft, gestellt wurde. Gemeinderätin Sigrid Hotaling, Vorsitzende des Vereins "Dorfgemeinschaft" erklärte, dass der Antrag nicht zurückgenommen wird, sondern vielmehr nur in den Herbst verschoben werden soll. Diesem Antrag wird mehrheitlich zugestimmt und der Antrag von Anton Bauernschubert zurückgenommen.

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