Dieses ursprüngliche Ehrenmal wurde 1929 vom bekannten fränkischen Bildhauer Josef Gerngras gefertigt, der in Bastheim/Rhön geboren wurde und sein Atelier in Würzburg hatte. Wie überliefert, ist dieses Kunstwerk durch Spenden finanziert worden. Die Kosten betrugen damals 650 Deutsche Mark.

Im Zuge der Kirchenerweiterung 1976/77 wurde dieses Ehrenmal aus der Kirche entfernt. Das Mittelteil wurde im Pfarrhaus deponiert und die beiden Tafeln mit den Namen der Gefallenen waren spurlos verschwunden. Viele Jahre später tauchte eine Tafel wieder auf, die vom Finder restauriert wurde und nun als Vorlage für das neue Gesamtwerk diente.

"Stets für Frieden einsetzen"

Der verstorbene Altbürgermeister Felix Braun hatte dieses Thema wieder angesprochen, und nach dessen Tod, sozusagen als Vermächtnis, führte es der Stammtisch intensiv weiter. Die Restaurierung beziehungsweise Organisation zur Wiederherstellung lag in den Händen von Winfried Gessner. Dazu sagt der Leiter des Geschichtskreises, Rainer Wolf: "Wir wollen mit der Wiederherrichtung des Denkmals keinesfalls den Krieg verherrlichen, sondern daran erinnern, sich stets für den Frieden einzusetzen."

Bei Durchsicht von alten Akten zu diesem Thema wurde eine Aufzeichnung gefunden, die belegt, dass diese Gedächtnisstätte des Jahres 1929 die Erfüllung eines lang ersehnten Wunsches für das Pfarrdorf Thundorf brachte. Schon Jahre zuvor wollte man den gefallenen Helden des Weltkrieges ein würdiges Denkmal setzen, wobei jedoch zur Ausführung keine Einigkeit zustande kam. Einige, so wird überliefert, wollten ein pompöses Denkmal, das in der Dorfmitte aufgestellt werden sollte, aber dazu fehlte das notwendige Geld. Andere schlossen sich der Meinung des Pfarrers an, eine einfache Variante in der Kirche anbringen zu lassen.

Der Geschichtskreis beschloss 2016, das Ehrenmal in seiner ursprünglichen Form herzustellen und zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten und zur dauernden Mahnung für den Frieden in der Kirche anzubringen. Eine großzügige Spende der Theatergruppe und viele weitere Spenden aus der Dorfbevölkerung und darüber hinaus, ermöglichten nun, die Erneuerung der Gedenktafel in Auftrag zu geben. Die Schreinerarbeiten für die Herstellung der beiden Schrifttafeln übernahm Sebastian Gessner, und die Schnitzarbeiten für die Namen der Gefallenen wurden von Johanna M. Helle, Holzbildhauerein aus Bischofsheim, ausgeführt. Die durch Zerlegung des Denkmals zerstörten Teile wurden vom Hobbyschnitzer Reinhold Dietz aus Weichtungen ergänzt.