So lange hat der Maßbacher Marktgemeinderat schon lange nicht mehr über einen einzigen Punkt beraten: Mehr als zwei Stunden dauerte es, bis das Konzept über die Herstellung von Barrierefreiheit in Maßbach und Poppenlauer vorgestellt und diskutiert war. Das Gremium beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Thema.

Nun stellte Eva Liebich (Stadtplanungsbüro Wegner, Veitshöchheim) das umfangreiche Planungskonzept "Maßbach barrierefrei" vor. Landschaftsarchitektin Miriam Glanz (Hohenroth) hatte die Kosten für das Konzept berechnet und kam auf 402.000 Euro, wenn es in dieser Form voll umgesetzt wird. Die Marktgemeinde hofft auf Zuschüsse vom Freistaat. Die gibt es aber nur, wenn entsprechende ausführliche Pläne vorgelegt werden können. Deshalb hatte das Stadtplanungsbüro Wegner vor zwei Jahren einen entsprechenden Auftrag bekommen.

Gepflasterte Hofeinfahrten und Randsteine ein Problem

In Maßbach wie auch in Poppenlauer seien die Hauptdurchgangsstraßen mit ihren zumeist gepflasterten Hofeinfahrten und die Randsteine ein Problem, betonte Miriam Glanz. Man könne die die Einfahrten durchasphaltieren, schlug Bürgermeister Matthias Klement (CSU) vor. Vorrangiges Ziel sei es, in beiden Ortsteilen durchgängig eine Seite der Hauptdurchgangsstraße auf möglichst großer Länge barrierefrei zu machen und gefahrlose Straßenüberquerungen zu schaffen.

Miriam Glanz zählte eine ganze Reihe von kritischen Punkten auf. Problematisch seien unter anderem die Treppen zu den katholischen Kirchen in beiden Ortsteilen. In Poppenlauer ist der Gehweg vor dem "Bayerischen Hof" zu schmal für Rollstuhl- und Rollatorfahrer sowie Eltern mit Kinderwagen. In diesem Bereich fehlen auch Übergangsmöglichkeiten für Fußgänger. Vor dem alten Rathaus ist der Gehweg oft nicht passierbar, da er sehr oft zugeparkt wird. Ansonsten gibt es auf dem Gehweg Stolperfallen, zum Teil durch die gepflasterten Hofeinfahrten, die erst vor wenigen Jahren geschaffen wurden, um das Straßenbild optisch aufzulockern. Sie sind auch für Menschen mit Gehbehinderungen ein Problem.

Streitpunkt Treppe am Marktplatz

Auch in Maßbach müsste einiges getan werden, so Miriam Glanz vom Planungsbüro Wegner. An der Treppe am Marktplatz sei ein Geländer nötig, forderte sie. Sichtlich erbost meinte dazu Marktgemeinderat Diethard Dittmar (SPD): "Vor sechs Jahren schon habe ich nach einem Geländer gefragt am Marktplatz. Herr Wegner fand das unnötig!" Sein Kollege Christian Schüler (CSU) forderte: "Wir machen seit sechs Jahren dran rum, wir müssen da endlich mal was tun." Und Susanne Ziegler (Grüne/FBuU) forderte, möglichst viel zu tun, und fürchtete, dass nun "nichts Halbes und nichts Ganzes" beschlossen wird.

Das Programm "Maßbach barrierefrei" soll nun in Etappen verwirklicht werden. 150.000 Euro sollen im nächsten Jahr in beiden Ortsteilen ausgegeben werden, beschloss der Marktgemeinderat einstimmig.