Die für Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) und den gesamten Gemeinderat erfreuliche Nachricht trug Sabine Schröder, die neue Geschäftsleiterin der Verwaltungsgemeinschaft, ganz zum Schluss der jüngsten Sitzung vor: der Haushalt für das Jahr 2017 ist genehmigt. Die Gemeinde darf in diesem Jahr wie geplant neue Schulden in Höhe von 12 030 Euro machen. Damit alle Bürger Einblick in das Zahlenwerk nehmen können, muss der Haushalt nun eine Woche lang öffentlich aufgelegt werden.
In den Stellungnahmen des Fachgebietes kommunale Angelegenheiten und der Staatlichen Rechnungsprüfungsstelle im Landratsamt Bad Kissingen wird ausführlich auf die finanzielle Situation der Gemeinde eingegangen. Trotz der neuen Kreditaufnahme werde sich aufgrund höherer Tilgungsleistungen die Gesamtverschuldung der Gemeinde zum Jahresende auf 361 000 Euro vermindern, heißt es da. Dann betrage die Pro-Kopf-Verschuldung nur noch 417 Euro und liege dann unter dem Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden von 630 Euro (im Jahr 2015).


Hohe Kreditaufnahmen in 2018

Im Jahr 2018 allerdings sei eine hohe Kreditaufnahme von 1 088 000 Euro vorgesehen, damit steige die Pro-Kopf-Verschuldung auf 1191 Euro und übersteige den Landesdurchschnitt beträchtlich. Diese geplanten Kreditaufnahmen würden vor allem veranlasst durch bereits laufende Investitionsmaßnahmen im Abwasserbereich sowie künftig unter anderem für die Maßnahmen für die Wasserversorgung (Wasserturm/ Hochbehälter) und Sanierung bzw. Umbau des Schul- und Kirchhofes.
"Diese Maßnahmen sind zum Teil unumgänglich", stellt das Landratsamt fest. Nach Abschluss der Finanzierung dieser Maßnahmen müsse es jedoch wieder vorrangiges Ziel der Gemeinde sein, die Verschuldung beständig abzubauen. "Bei Fortsetzung der bereits von der Gemeinde praktizierten zurückhaltenden und sparsamen Haushaltspolitik bleibt die finanzielle Leistungsfähigkeit damit auch weiterhin gewährleistet", bescheinigt Oberregierungsrat Tim Eichenberg, Abteilungsleiter für kommunale Angelegenheiten im Landratsamt, der Gemeinde.
Aus der allgemeinen Rücklage werden für die geplanten Investitionen 757 520 Euro entnommen, damit hat die Gemeinde zum Jahresende keine allgemeine Rücklage mehr. Die Kosten für die Wasser- und die Abwasserversorgung seien jeweils zu 100 Prozent gedeckt. Der Friedhof jedoch ist für die Gemeinde ein Zuschussbetrieb mit einem Kostendeckungsgrad von nur 61,5 Prozent. Das bedeutet ein Defizit von 8750 Euro.
Besonders erwähnenswert ist die beachtlich hohe freie Finanzspanne in Höhe von 401 000 Euro in diesem Jahr, die bis 2020 nochmals auf 443 000 Euro steigen soll. Die freie Finanzspanne ist die Summe, die abzüglich aller laufenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt und abzüglich der Tilgungsleistungen für Kredite im Vermögenshaushalt für Investitionen pro Jahr übrig bleibt. Erfreut zeigte sich Bürgermeister Fridolin Zehner darüber, dass die finanzielle Bewegungsfreiheit dieses Jahr 21,27 Prozent beträgt und bis 2020 noch weiter steigen soll. "Damit sind die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse der Gemeinde günstig", stellt die staatliche Rechnungsprüfungsstelle im Landratsamt fest.