"Ja, kann der denn das?" wird sich wohl so mancher Besucher in der sehr gut besetzten Stadtpfarrkirche schon beim Einzug der Musikanten erstaunt gefragt haben. Befand sich doch mitten darunter auch Pfarrer Markus Reis, OSA, mit einer Klarinette in der Hand. Ja, er konnte und er durfte, wie sich im Verlauf des Konzertes herausstellen sollte.
Die Stadtkapelle überzeugte die Zuhörer mit einem abwechslungsreichen und eindrucksvollen Konzert, und Vorsitzende Erika Pascher nutzte die Gelegenheit, den musikalischen Akteuren Dank und Lob auszusprechen ("Ihr seid eine tolle Musiker-Familie, und ich bin ganz stolz auf euch!"). Insbesondere dankte sie auch jenen Auswärtigen, die kurzfristig als Krankenvertretungen eingesprungen waren. Dank und Präsente gingen auch an Orchesterleiter Fabian Unsleber sowie die Ersatz-/Bedarfs-Dirigenten Bernhard Sauer und Michael Beudert.
Ein besonderes Lob sprach die Vorsitzende Pater Markus Reis aus, der - man höre und staune - vor einigen Wochen, nach dreijähriger Ausbildungszeit, sein Leistungsabzeichen in Bronze abgelegt hat. In den vergangenen Wochen hat er sehr, sehr fleißig geübt, um sein erstes öffentliches Konzert spielen zu können.
Auf die Frage, was das denn für ein Gefühl sei, dort, wo man ansonsten als Stadtpfarrer Gottesdienste zelebriere, musikalisch zu wirken, meinte P. Markus, dass es für ihn ein ganz besonderes Erlebnis gewesen sei. Wie aber verhalte es sich denn damit, dass er sich nun hier dem Dirigat einer anderen Person beugen musste, was man sich doch eigentlich nur unter dem Bischof vorstellen könne? "Es war für mich ein ganz großes Erlebnis, hier mit dabei zu sein und zu erfahren, wie aus den vielen Einzelinstrumenten und -stimmen ein klangvolles Orchester und ein großes Konzerterlebnis wird. Und außerdem bin ich das ja auch schon vom Chorgesang her gewohnt."
Die Frage, ob er es denn für möglich halte, dass er mit musikalischen Einlagen bei den Gottesdiensten die Stadtpfarrkirche ebenso voller Besucher bekommen könne, beantwortete P. Markus diplomatisch: "Dafür ist mein musikalisches Können wohl doch noch nicht ausreichend genug!"