Bauherren, die in der Münnerstädter Altstadt ein Haus erwerben und selbst dort wohnen möchten, werden von der Stadt unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt. "Förderprogramm zur Schaffung von eigen genutztem Wohnraum im Bereich der Münnerstädter Altstadt" nennt sich die Initiative. Doch so recht will das Programm nicht in Fahrt kommen. Deshalb plädiert Bürgermeister Helmut Blank nun für Nachbesserungen.

Stadtrat Leo Pfennig (fraktionslos) war es, der in der Stadtratssitzung Ende Januar genauere Zahlen zum Förderprogramm gefordert hatte. Anlass war eine Verlängerung dieses Zuschussprogrammes bis 2023. Diese sollten folgen. Bürgermeister Helmut Blank (CSU) auf Anfrage dieser Zeitung, dass es seit 2017 gerade einen Antrag für dieses Programm gegeben hat.

Weshalb das Programm mehr als schleppend angelaufen ist, auf diese Frage sucht man im Rathaus Antworten. Vielleicht liegt es daran, dass das Programm an viele Voraussetzungen und Ausschlusskriterien gebunden ist, überlegt der Bürgermeister.

Das erworbene Objekt oder Grundstück muss im Sanierungsgebiet der Altstadt liegen. Der Eigentümer muss selbst für die Dauer von zehn Jahren in dem Objekt wohnen und seinen Hauptwohnsitz in Münnerstadt annehmen und er darf ein bestimmtes Einkommen nicht überschreiten. Er darf keine weiteren angemessenen Wohnimmobilien besitzen. Eigentumswohnanlagen werden nicht gefördert.

Der maximale Fördersatz kann aber immerhin 30 000 Euro oder einmalig zehn Prozent der nachgewiesenen Investitionskosten betragen. Für jedes Kind, das mit einzieht, gibt es zusätzlich 2,5 Prozent.

Um die Attraktivität des Programmes zu erhöhen, erwägt die Stadt nun Nachbesserung bei den Kriterien. Die könnten beispielsweise die Einkommensgrenze betreffen oder den Kinderfreibetrag. Und es stelle sich die Frage, ob auch Hauserwerb in den Siedlungsgebieten der 1960er oder 1970er Jahre in irgendeiner Form unterstützt werden soll, erläutert Helmut Blank.

Vielleicht ist das Programm aber auch gar nicht ausreichend bekannt? Bauamtsleiter Simon Glückert betont, dass Bauherren, die in Münnerstadt investieren möchten und bei der Stadtverwaltung anfragen, auf die Fördermöglichkeiten hingewiesen werden. Außerdem gebe es für Investitionen in der Innenstadt die Beratung durch den Sanierungsbeauftragten. Fünf Beratungsstunden werden von der Stadt finanziert. Auch dort werde über Zuschussmöglichkeiten aufgeklärt. Die Frage ob darüber hinaus Werbung für dieses Programm gemacht wurde, bleibt offen. Gezielte Informationen darüber, dass sie ein solches Programm für Bauherren aufgelegt hat, habe die Stadt seines Wissens nach nicht weitergegeben, erklärt ein Planer auf Anfrage.

Einen Boom erlebt dagegen nach Auskunft von Helmut Blank das kommunale Förderprogramm, das auf den Erhalt des Stadtbildes abzielt. In diesem Förderprogramm werden Fassadensanierungen, Fensteraustausch und sonstige Investitionen in Stadthäuser gefördert. Beide Programme ließen sich auch kombinieren, erläutert Simon Glückert.

Schwer beantworten lässt sich aber auch die Frage, wie begehrt Wohnhäuser in der Altstadt tatsächlich sind. Die Nachfrage sei gerade bei jungen Bauherren eher begrenzt, so der Eindruck in der städtischen Bauverwaltung. "Die jungen Familien wollen ihre Gestaltung selbst bestimmen", betont Helmut Blank.

Gesucht werden von jüngeren Bauherren immer noch Bauplätze für ein Haus mit Garten. Aus diesem Grund soll 2019 oder spätestens 2020 ein neues Baugebiet in Münnerstadt ausgewiesen werden. Denn diese Nachfrage kann die Stadt derzeit nicht erfüllen. Es gibt keine unbebauten städtischen Grundstücke in der Kernstadt. Der Stadtrat müsse entscheiden, welche Fläche er ausweisen will. Entsprechende Vorschläge seien erarbeitet.