Das Archäologische Museum "Schranne" in Bad Königshofen wird derzeit vollkommen leer geräumt. Das Museum wird durch die Bayerische Staatssammlung München völlig umgestaltet und bekommt ein attraktives Konzept. In diesem Rahmen wird vor allem der Eingangsbereich als ein großes Foyer mit Kassen- und Informationsbereich gestaltet. Außerdem soll ein eigener Bereich zum Thema "Das Grabfeld" gestaltet werden. Die eigentlichen Ausstellungsräume, die von der Staatssammlung ausgestattet werden, sind dann auf den ersten und zweiten Stock verlagert.
Der Eingangsbereich wird eine Art Foyer mit Kasse und Information sein. Dort soll auch das neue "Grabfeldzentrum" Platz finden. "Impressionen aus der Region sollen die Neugier wecken", sagen Regionalmanagerin Ursula Schneider und Museumsleiter Andreas Rottmann. Gemeinsam mit der Stadt Bad Königshofen wurde dazu ein Leaderprogramm erarbeitet, in dem zunächst Ideen gesammelt werden.
Wichtig ist es, dass der Gast im "Grabfeldbereich" einen Überblick über die Angebote und die Möglichkeiten der Region in Bezug auf Kultur, Freizeit und Bildung bekommt. Angedacht sind dazu eine Medienwand mit Touchscreenstation, Internetzugang, aber auch App oder Tabletts, mit denen man das Grabfeld erkunden kann. Es besteht die Möglichkeit über Vorträge, Bilderserien, Videosequenzen und anderes Informationsmaterial zu verschiedenen Themen zu bekommen.
Eventuell wird sogar ein vorhandenes Stadtmodell der einstigen Festungsstadt, das Schüler des Gymnasiums vor vielen Jahren gebaut haben, einbezogen und "per Digitaleinspielungen" sogar bespielt. Hier könnte man den Stadtbrand ebenso nachstellen, wie weitere geschichtlich belegte Ereignisse.
Die Schranne soll auch bei der Neugestaltung Ausstellungsort bleiben. Deshalb gehen Überlegungen dahin, Wandvitrinen einzubauen, in denen Sonderausstellungen gezeigt werden können. Eine "Lernwerkstatt mit Bibliotheksbereich" bietet die Möglichkeit zu einem tiefergehendem Studium über die Region. Hierfür stehen Bücher, aber auch Videos und eine noch zu erstellenden Internetdatenbank zur Verfügung.


Kochkurse und Künstler

Angedacht sind sogar spezielle Kochkurse, bei denen dann vor allem Grabfelder Speisen in den Mittelpunkt gerückt werden. Wichtig ist aber vor allem die Vernetzung des neuen Grabfeldzentrums mit Kultur- und Freizeiteinrichtungen in der gesamten Region des fränkischen und thüringischen Grabfeldes. Da könnte es Angebote am "Grünen Band", an der einstigen deutsch-deutschen Grenze ebenso geben, wie Künstler im Grabfeld präsentiert werden. Gleichzeitig gibt es entsprechendes Film- und Bildmaterial und Angebote für Ausflüge zum Beispiel zu den Kirchen "Johann Peter Herrleins" oder auch zu den Kunstwerken des Barockbildhauers Johann Josef Kessler.
Eingebunden werden die verschiedenen kleinen Museen im Altlandkreis Königshofen. Weiterhin könnte es um den Bereich "Sagen, Geschichte und Geschichtchen im Grabfeld" gehen. Warum nicht auch die fränkische Bildstockkultur vorstellen? Das und vieles mehr soll es in dem neuen "Grabfeldzentrum" geben, sagt Andreas Rottmann. Vorstellen könnte er sich die im Grabfeld lebenden Künstler und Kunsthandwerker zu besuchen, diese einzubinden und eventuell gar eine Workshopwoche zu installieren. Warum nicht mit Oma und Opa ins Museum geben und sich dort von ihnen aus ihrer Zeit erzählen lassen. Sie könnten über ihre Freizeitgestaltung berichten und mit den Enkelkindern alte Brettspiele spielen oder Interessierten Handwerkstechniken von früher zeigen.
Ganz sicher nicht so einfach umsetzbar ist es das "unterirdische Königshofen" wieder zu entdecken. Die einstige Festungsstadt ist von vielen unterirdischen Gängen durchzogen. In den 1950/60 Jahren waren einige davon noch begehbar. Ideen für den Bereich "Grabfeldzentrum" gehen dahin, zu untersuchen, inwieweit eine touristische Nutzung möglich ist.