Am Ende gab es einen einstimmigen Beschluss. Die Fortschreibung des Integrierten Städtischen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für die Kernstadt und die Erarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzeptes für die Stadtteile sind einen Schritt weiter gekommen. Bei beiden geht es darum, zum Umsetzen von Vorhaben Fördermittel zu erhalten. "Wir dürfen keinen Cent auf der Straße liegen lassen", betonte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung.

Bei der Diskussion gab es auch kritische Stimmen, weil schon in der Vergangenheit Konzepte erarbeitet wurden, die jedoch nicht umgesetzt wurden. Dennoch konnten Michael Kastl und Evi Mohr vom Büro des Sanierungsbeauftragten alle anwesenden Stadträte überzeugen, diesen Weg mitzugehen. Denn die Umsetzung der ersten Vorhaben soll nicht lange auf sich warten lassen.

Worum es bei der ganzen Angelegenheit geht, brachte der Bürgermeister so auf den Punkt: "Wir brauchen ein Mittel in der Hand, um an Fördergelder zu kommen." Das soll zweigleisig laufen. Über das ISEK gibt es Zuschüsse im Rahmen der Städtebauförderung mit Zuschüssen von der Regierung von Unterfranken, über das Gemeindeentwicklungskonzept lassen sich Einzelvorhaben auf den Stadtteilen umsetzen, die vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gefördert werden. Die Konzepte müssen zwar einzeln ausgeschrieben werden, schön wäre es aber, wenn am Ende alles von einem Büro betreut wird, so der Bürgermeister.

Und wozu das Ganze? Die Struktur in der Stadt und den Stadtteilen soll verbessert werden. "Wir wollen ja auch mal an den Marktplatz und die Hauptstraße rangehen", betonte Michael Kastl. Das es mit der Fortschreibung des ISEK auf sich hat, erläuterte Evi Mohr vom Büro des Sanierungsbeauftragten Schlicht Lamprecht Architekten. Zunächst müsse der Bestand angesehen werden, also die Ist-Situation "Der Fokus liegt auf der Innenstadt." Als zweiten Schritt geht es darum, Stärken und Schwächen zu analysieren. Danach wird ein Leitbild erarbeitet, in dem die verschiedenen Vorhaben aufgelistet und miteinander abgestimmt werden. Im vierten Schritt werden sie umgesetzt.

Wichtig dabei sei der Beteiligungsprozess der Bürger. Dazu wird es zunächst eine Auftaktveranstaltung geben, es folgt eine Projektwerkstatt, es können sich Arbeitskreise bilden, die sich mit einzelnen Projekten eingehend befassen. Von der Regierung von Unterfranken sei ihr mitgegeben worden, ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrssituation einschließlich der Parkplätze zu legen. Dazu gehöre auch eine Befragung der Bürger. Dann wird das ISEK inhaltlich mit dem Gemeindeentwicklungskonzept der Stadtteile verknüpft.

Auf Nachfrage von Rosina Eckert (Forum Aktiv) sagte Evi Mohr, dass sich die Kosten für das ISEK auf 50 000 bis 55 000 Euro Euro belaufen werden, wobei dies förderfähig ist. Rosina Eckert mutmaßte, dass die Skepsis groß sein wird. "Das glaube ich nicht", entgegnete der Bürgermeister. Einfach deshalb weil ISEK die Förderfähigkeit herstellt. Es seien schon viele Konzepte erstellt worden, meinte Rosina Eckert.

"Wichtig ist, dass mal was umgesetzt wird", sagte Britta Bildhauer (SPD). "Das hebe ich vor", entgegnete Michael Kastl. Norbert Schreiner (Forum Aktiv) warf ein, dass es wohl am früher an der Stadt gelegen habe, dass die Vorhaben nicht umgesetzt wurden.

Evi Mohr betonte, dass durch das ISEK Prioritäten gesetzt werden. Nach ganz oben auf die Liste kommen Vorhaben, die sich auch wirklich umsetzen lassen. Michael Kastl ergänzte, die Regierung sehe es nicht gerne, dass von der Stadt Münnerstadt immer wieder Fördermittel gebunden werden, die dann nicht abgerufen werden, weil die Vorhaben liegen bleiben. Das soll sich schnellstmöglich ändern.

Mit abgestimmt wurde über die Leistungsbeschreibung für das Gemeindeentwicklungskonzept, das die Verwaltung erarbeitet hat. Damit will die Stadt Grundlagen für eine Strukturverbesserung in den Stadtteilen schaffen. Auch dabei sollen die Einwohner und Experten mit eingebunden werden. Einstimmig beschloss der Stadtrat schließlich, ISEK und Gemeindeentwicklungskonzept weiter voranzutreiben.