Deutlich weniger Taufen und Hochzeiten verzeichnete die katholische Pfarrei St. Maria Magdalena Münnerstadt im Jahr 2020. Pfarrer P. Markus Reis glaubt, dass die Corona-Pandemie ein Grund dafür ist, aber sicherlich nicht der einzige. Lediglich elf Kinder wurden in der Pfarrei getauft. Neben Münnerstadt gehören dazu die Filialen Althausen, Brünn, Burghausen und Reichenbach. In der Kernstadt wurden sechs Kinder getauft, der Rest verteilte sich auf die Filialen. In Althausen, Brünn und Reichenbach wurde je ein Kind getauft, in Burghausen zwei. Einige wenige Taufen seien wegen der Corona-Pandemie verschoben worden, weiß P. Markus. 2019 hatte die Pfarrei noch 27 Taufen registriert, davon zwölf in Münnerstadt sowie vier in Althausen, vier in Burghausen, sechs in Reichenbach und eines in Brünn. Dass es mittlerweile in den Filialorten der Pfarrei trotz geringerer Einwohnerzahl ähnlich viele Taufen gibt wie in Münnerstadt könne unter anderem daran liegen, dass in den Neubaugebieten der Dörfer junge Familien leben.

Auch die Zahl der Trauungen ging 2020 deutlich zurück. Gaben sich 2019 12 Paare das Ja-Wort vor dem Altar, waren es 2020 nur vier Hochzeiten. Von drei oder vier Hochzeiten weiß er, die wegen Corona verschoben worden sind. Der Geistliche spricht jedoch von einer insgesamt eher rückläufigen Tendenz bei den kirchlichen Vermählungen.

Rückläufig war 2020 die Zahl der Kirchenaustritte. 26 wurden verzeichnet; davon entfielen auf Münnerstadt 16, auf Althausen, Reichenbach und Burghausen je zwei sowie auf Brünn drei Austritte. Ein Jahr zuvor hatte die Pfarrei 34 Austritte verzeichnet, davon 26 in Münnerstadt sowie einen in Althausen, einen in Burghausen und sechs in Reichenbach. Die Zahl der Kirchenaustritte bedauert Pfarrer P. Markus Reis sehr. "Es schmerzt mich", sagt er. Er wisse jedoch nicht, wie er persönlich gegensteuern könne. Er spricht von einer allgemeinen Entfremdung zur Kirche oder Religion. Was ihm auffällt ist die Tatsache, dass in den vergangenen zwei bis drei Jahren die Zahl der Austritte in den Dörfern zunehme. Vielleicht liege das daran, dass früher die soziale Kontrolle in den Dörfern stärker war und Austritte verhindert habe.

Rückläufig im Vergleich zu 2019 war auch die Zahl der Kommunionkinder mit 23 (2019: 33) sowie der Firmlinge mit 23 (2019: 47).

Keine Veränderungen hat es bei der Anzahl der Beerdigungen innerhalb der Pfarrei gegeben. 2020 wie auch 2019 erhielten 46 Verstorbene ein katholisches Begräbnis, davon entfielen auf Münnerstadt 38 Verstorbene (2019: 31) , auf Althausen zwei (Vorjahr: eine) auf Burghausen zwei (Vorjahr: vier) sowie auf Reichenbach vier (Vorjahr: acht).