Maria, Josef und das Jesuskind werden erst am Heiligen Abend in die Weihnachtskrippe der Stadtpfarrkirche gestellt beziehungsweise gelegt. Heuer muss Christian Schmitt diesen letzten Handgriff zeitig erledigen, denn zur ersten Kinderkrippenfeier am Vormittag soll das Christkindlein natürlich schon in seinem Bettchen aus Heu und aus Stroh liegen.

Seit fünf Jahren baut der Münnerstädter in der Stadtpfarrkirche die stattliche Weihnachtsdarstellung auf. Das Amt hat er von Toni Hiller übernommen, der ihn zuvor in diese Aufgabe eingewiesen hatte.

Christian Schmitt ist ein echter Krippenfan schon von Kindesbeinen an. Er fertigt selbst Ställe und Zubehör. Die Krippe in der Stadtpfarrkirche profitiert von seiner Bastelleidenschaft. Jedes Jahr baut er neue Details ein, damit die rund 100 Krippenfiguren gut zur Geltung kommen.

Die Weihnachtsgeschichte wird alljährlich in der Ritterkapelle aufgebaut und ist nicht nur in der Weihnachtszeit zu sehen. Für sie gibt es Figuren bis hinein in die österliche Zeit.

Einige Male wird die Szenerie bis Ostern verändert oder ergänzt. Bereits zum Dreikönigsfest wird eine neue Muttergottes mit Kind in der Anlage stehen. Denn dann wird das Christkindlein den heiligen drei Königen im Arm seiner Mutter präsentiert und liegt nicht mehr in seinem Kripplein.

"Es macht richtig Spaß", sagt Christian Schmitt, der viel Zeit in den Aufbau der Anlage investiert. Einzig die Kälte trübt die Aufbaufreude etwas. Denn es ist empfindlich kalt in der Kirche.

Die Weihnachtskrippe der Stadtpfarrkirche wird auf einer Fläche von rund acht Quadratmetern präsentiert. Sie wurde in der Bildhauerwerkstatt von Josef Obletter im Südtiroler Grödnertal vor 110 Jahren geschnitzt. Lange Jahre war die Krippe in Vergessenheit geraten und wurde erst von Toni Hiller 1981 wieder reaktiviert. Viele Figuren waren damals schadhaft, so dass ein Teil der Figuren heute vom Münnerstädter Holzbildhauer Josef Weiß stammt.