"Ihre wohlwollende Zustimmung reicht mir erst mal", sagte Michael Kastl in der jüngsten Stadtratssitzung, als es um die Beauftragung einer Image-Spotreihe über die Stadt und eines Imagefilms zum Stadtjubiläum ging. Diese Zustimmung bekam er voll und ganz, Beschlüsse dazu waren gar nicht nötig. Am liebsten wäre es Michael Kastl gewesen, wenn der Imagefilm mit professionellen Schauspielern schon am 28. Dezember, fertig wäre. An diesem Tag wurde Münnerstadt vor 1250 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Wegen Quarantäne hatte es aber zuletzt Verzögerungen gegeben, weshalb eine rechtzeitige Fertigstellung eher zweifelhaft ist. Aber der Anlass bleibt auch so gegeben.

Kurze Spots

Zunächst aber ging es um die kurzen Spots. Um die Stadt mit ihren Stadtteilen in ihrer Gesamtheit mit ihren Institutionen, Aktivitäten, Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und anderen in Bewegtbildern auf der Homepage der Stadt und in den Sozialen Medien zeitgemäß und modern darzustellen zu können, möchte die Verwaltung eine Firma beauftragen, kurze Videos zwischen 30 Sekunden und maximal zwei Minuten Länge zu produzieren, welche in regelmäßigen Abständen ausgespielt werden sollen. Dargestellt werden sollen die Stadtverwaltung mit ihren Institutionen, die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet, aber auch Wanderwege, Stadtführungen, Einkaufsmöglichkeiten und die Vereine.

Ein Film koste zwischen 125 und 200 Euro inklusive Konzeption, Drehen, Schneiden und Einstellen auf die Social-Media-Kanäle der Stadt. Die kurzen Filme seien nicht nur für Fremde, sondern auch für die eigenen Bürger, sagte der Bürgermeister. "Oft ist man ja stolz, wenn man so etwas sieht." Pro Monat oder pro Jahreszeit soll ein kleiner Spot gedreht werden. Darin sieht der Bürgermeister eine Chance für die Vermarktung der Stadt. Flyer würden relativ viel Geld kosten, wenn auch nicht der Druck, aber die Erstellung.

"Ich begrüße das", sagte Leo Pfennig (Freie Wähler). Nach seiner Auffassung könnte man das beschränkt ausschreiben. Oder könne der Bürgermeister schon eine Person benennen, fragte er nach. Michael Kastl bestätigte, dass er einen hiesigen Anbieter ins Auge gefasst habe. Wichtig sei, dass die Stärken der Stadt - die Kultur und das Soziale - gezeigt werden. Auf Nachfrage von Johannes Wolf (Grüne) sagte der Bürgermeister, dass der Auftrag noch nicht vergeben sei. Das Einstellen der Spots in die Social-Media-Kanäle sollte die Stadt übernehmen, regte Johannes Wolf an.

Rosina Eckert (Forum Aktiv) wollte wissen, ob es Beispiele im Netz gibt, Er habe nichts gefunden, sagte der Bürgermeister dazu. Deshalb sollte es ja die Stadt probieren. Michaela Wedemann (CSU), die die Idee ausdrücklich begrüßte verwies auf die Stadt Bad Kissingen, die zum Klaushof einen schönen Spot ins Netz gestellt habe. Auf die Frage von Norbert Schreiner (Forum Aktiv), wo man die Filmchen sehe, sagte Michael Kastl: Auf der Homepage, auf Youtube und auf Facebook.

"Eine ganz andere Hausnummer" sei der Imagefilm zum Stadtjubiläum. "Am 28. Dezember wird nichts stattfinden können", ist sich der Bürgermeister angesichts der momentanen Corona-Lage sicher. Dann sollte eigentlich der Startschuss für das nachgeholte Jubiläumsjahr fallen. Deshalb habe er nach Möglichkeiten gesucht, zumindest digital etwas zu machen.

Schauspieler und Laien

Und so sieht der Plan aus: Schauspieler stellen historische Persönlichkeiten der Münnerstädter Stadtgeschichte dar, wie Veit Stoß, Tilman Riemenschneider oder Ignaz Bals und der Deutsche Orden. Hinzu kommen weitere Figuren, die mit Münnerstadt verbunden sind, wie Hans Vait (Heimatspiel), die Augustiner oder der Nachtwächter von Mürscht. Auch Markus Söder soll gefragt werden, schließlich hat er das Jubiläumsjahr als Schirmherr im Januar eröffnet. Allzu viel verriet der Bürgermeister noch nicht, aber der Film soll mit der Corona-Krise enden. "Die 1250-Jahrfeier war ein Reinfall, aber dafür brauchen wir uns nicht zu schämen", betonte Michael Kastl. Und das soll auch so dargestellt werden. 5000 bis 7000 Euro wird der Film kosten. "Ich würde mich freuen, wenn Sie das Ganze unterstützen würden."

Viel Zeit bleibe da nicht, sagte Klaus Schebler (Neue Wege). Er würde sogar bis zu 10 000 Euro befürworten. "Wir brauchen heute einen Beschuss", sagte er. Für die Unterstützung sei er sehr dankbar, meinte Michael Kastl dazu. Aber einen Beschluss brauche er nicht, weil er als Bürgermeister ja einen gewissen Spielraum habe. "Ich würde mich über ihre Unterstützung freuen."

Michael Kastl sieht den Film als Kompensation für die ausgefallen Jubiläumsfeier. Er soll unterhaltsam sein, aber keine Comedy. Michael Kastl betonte, dass er den Stadtrat mit einbinden wolle, auch wenn das Projekt noch nicht so weit gediehen sei.