Einstimmig hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend sowohl dem geänderten Flächennutzungsplan als auch der Neufassung des Bebauungsplans "Äußere Lache" zugestimmt. Das war nötig, weil der ursprünglich geplante großflächige Einzelhandel und die Parkplätze in der Äußeren Lache wegfallen. Ausschließlich das neue Feuerwehrgerätehaus soll dort entstehen und zwar direkt an der Entlastungsstraße. Um keine Zeit zu verlieren, hatte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) nach einer Besprechung mit 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) und 3. Bürgermeister Axel Knauff (SPD) schon gehandelt und Matthias Kirchner vom Planungsbüro Bautechnik Kirchner beauftragt, mit der Bauleitplanung fortzufahren, einschließlich der Erschließungsplanung.

Kreisel kommt nicht

Zwar hatte der Stadtrat den Flächennutzungsplan bereits geändert und einen Bebauungsplan beschlossen, diese beinhalteten allerdings die Parkplätze und den großflächigen Einzelhandel in der Äußeren Lache. Die Planung und der Bau des dafür notwendigen Kreisels auf der Entlastungsstraße (B 287) hätte aber noch enorme Zeit in Anspruch genommen. Außerdem hatte die Stadt von mehreren Seiten Signale bekommen, dass er möglicherweise gar nicht gebaut werden kann. Dies alles hätte auch den Bau des neuen Feuerwehrgerehauses verzögert. Solange die Stadt dafür keinen Bauantrag stellt, kann sie auch nicht die dringend benötigten neuen Fahrzeuge bestellen. Deshalb hatte sich der Stadtrat im Sommer entschlossen, auf die Parkplätze zu verzichten, die ja inzwischen am Bahnhof provisorisch entstanden sind. Der geplante Einzelhandel passe ohnehin besser in ein Gebiet, in dem es schon Einzelhandel gibt, hieß es damals.

Für die Anbindung der Äußeren Lache mit ausschließlich einem Feuerwehrgerätehaus ist nun lediglich eine Linksabbiegespur vorgesehen, die weit kostengünstiger ist als ein Kreisverkehr. Er habe das auch schon mit dem Staatlichen Bauamt in Schweinfurt abgestimmt, sagte der Bürgermeister und ein grundsätzliches Ja gekommen. Die Behörde behalte sich allerdings vor, im Rahmen der Anhörung zur Bauleitplanung auf Details einzugehen. "Das ist uns zu langsam", betonte Michael Kastl.

Erst Bauantrag vorlegen

Nach der Sitzung, in dem der Stadtrat beschlossen hatte, den bereits bestehenden Bebauungsplan zu ändern (von 4,04 Hektar auf 1,97 Hektar), habe er den Zeitungsartikel zur Regierung nach Unterfranken geschickt, sagte der Bürgermeister. Weil durch diesen Beschluss der Wille des Stadtrats ganz klar zu erkennen war, dass der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses oberste Priorität hat, hoffte das Stadtoberhaupt die Regierung stimme zu, dass die Fahrzeuge schon jetzt bestellt werden dürfen, weil deren Auslieferungszeit auch sehr lang ist. Es bleibt aber dabei: Die Stadt Münnerstadt muss aber erst einen Bauantrag vorlegen.

Nun will Michael Kastl den Zeitraum verkürzen. "Wir haben drei Handlungsebenen", sagt er. Zuerst komme die Bauleitplanung, mit der sich der Stadtrat ja in der Sitzung beschäftigte. Danach steht die Erschließungsplanung, also die Anbindung des Gebietes und dazu muss ja auch das Gerätehaus selbst geplant werden. Nun werde die Erschließungsplanung zusammen mit der Bauleitplanung gemacht, wobei natürlich das kleine Risiko bleibe, dass im Rahmen des Anhörungsverfahrens noch Änderungswünsche kommen, was die Anbindung betrifft. Er sei da aber sehr zuversichtlich.

Planer stimmen sich ab

Die Planung des Gerätehauses laufe sowieso, wobei sich die Planer des Hauses (K-Plan) und des Areals (Bautechnik Kirchner) abstimmen. So lasse sich viel Zeit sparen. Auch durch die frühzeitige Beauftragung von Matthias Kirchner nach dem Gespräch der drei Bürgermeister habe die Stadt zwei Wochen gewonnen, die durch die Quarantäne des Bürgermeisters und von Verwaltungsangestellten verloren gegangen wären. "Wir gehen nicht einen Schritt nach dem anderen, sondern alle gleichzeitig", sagte er.

Einen Zeitplan wollte der Bürgermeister jetzt noch nicht nennen. Im Frühjahr könne er mehr dazu sagen, betonte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt. "Da ist schon zu viel Porzellan zerschlagen worden", so Michael Kastl.