Wie schon eine Woche zuvor bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses begann die erste Sitzung des Bau- und Umweltausschusses mit einem Ortstermin. Diesmal trafen sich die Kommunalpolitiker am Ortseingang von Reichenbach (von Münnerstadt), um sich ein Bild von der Sanierung der Kreisstraße KG 1 im Ort zu machen. Bauträger ist der Landkreis Bad Kissingen, die Stadt Münnerstadt ist aber unter anderem mit dem Bau der Gehwege beteiligt. Und da haben sich ein paar Veränderungen ergeben.

Reichenbach: Radweg und Gehweg kommt

Vor Ort erläuterte Bürgermeister Michael Kastl den Stand der Arbeiten auf der Baustelle. Zunächst wird der Bereich zwischen Ortseingang und Ortsmitte (KG 1) hergerichtet, anschließend folgt der Bereich Ortsmitte bis Ortsausgang in Richtung Burglauer. Der Landkreis plant auch, so erinnerte der Bürgermeister, die KG 1 zwischen Münnerstadt und Reichenbach herzurichten, wobei gleichzeitig ein neuer Radweg gebaut werden soll. Dieser wird dann vor dem Friedhof in Reichenbach enden. Entlang des Friedhofs war bisher noch kein Gehweg vorgesehen, der sollte erst unmittelbar danach einseitig mit einer Breite von 1,5 Meter beginnen.

In Abstimmung mit dem Ortsreferenten Fabian Nöth (Neue Wege) hat sich nun aber eine Änderung ergeben. Friedhofsbesucher aus dem südwestlichen Teil des Dorfes waren es gewohnt, über ein Privatgrundstück zum Friedhof zu laufen, was von den Besitzern auch toleriert wurde, hieß es bei dem Treffen. Allerdings ist dies durch den Bau einer Natursteinmauer entlang der Straße nicht mehr möglich. Die Friedhofsbesucher werden künftig einen Wirtschaftsweg nutzen müssen, der am Ortsausgang auf die Kreisstraße trifft. Sie hätten also nach der ursprünglichen Planung entlang des Friedhofs auf der Straße laufen müssen. Nun wird dort auch ein Gehweg gebaut. "Das Bayernwerk wird eine zusätzliche Laterne aufstellen", sagte Michael Kastl. "Damit beginnt das Dorf wahrnehmbar schon früher.

Landratsamt Bad Kissingen half mit

Er sprach von einer sehr guten Förderung der zusätzlichen Arbeiten. "Das Landratsamt hat sich dafür eingesetzt", lobte Michael Kastl. Obwohl es eigentlich dafür gar nicht zuständig sei. Ergebnis: "Die Regierung von Unterfranken erkennt den Weg als sinnvolle Ergänzung an."

Beim Ortstermin zeigte sich: Die Arbeiten in diesem Teilabschnitt gehen gut voran. Das sei vor allem auch dem Oberbauleiter Steffen Kiesel zu verdanken, sagte Michael Kastl. Unterhalb der kleinen Kapelle wird auf einem Teilstück ein zweiter Gehweg gebaut. Dort war vor allem für die Schulkinder das Überqueren der Straße sehr gefährlich. Direkt neben der Kapelle wird ein Schaltkasten für die Telekommunikation errichtet. Das sei ein bisschen aufwendiger, erläuterte der Bürgermeister. Denn gleich drei verschieden Systeme gibt es in Reichenbach: Neben PYUR und der Telekom hat die Stadt nun auch die Vorbereitungen für die Verlegung von Glasfaserkabeln vorbereitet.

Bei dem Rundgang erinnerte Michael Kastl daran, dass die Straßensanierung in Reichenbach die letzte Baumaßnahme ist, die unter Einberechnung von Beiträgen der Anwohner über die Straßenausbaubeitragssatzung geplant worden war. Deshalb springe nach Wegfall der Satzung der Freistaat für die entgangenen Beiträge ein. Künftige Vorhaben dieser Art werden anders finanziert werden müssen. Für die Stadt Münnerstadt sei es gut gewesen, dass die Ortsdurchfahrten in Wermerichshausen, Seubrigshausen und schließlich auch Reichenbach so über die Bühne gegangen sind.

Michael Kastl: Ortstermine demonstrieren Bürgernähe

Bei der anschließenden Sitzung des Bau- und Umweltausschusses in der Alten Aula sagte Michael Kastl, dass der Stadtrat mit solchen Vor-Ort-Terminen einerseits ein Bild von den Dingen bekomme, andererseits sei er nah am Menschen. In Reichenbach hatte beispielsweise ein Anwohner während des Rundgangs auf einen hohlen Baum aufmerksam gemacht. "Deshalb werden wir solche Ortstermine vorerst unseren Sitzungen vorschalten", betonte Michael Kastl.

Im nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung beschlossen die Ausschussmitglieder, den Gehweg entlang des Friedhofs zu bauen. Sie entschieden sich für Pflaster, der städtische Anteil beträgt rund 20 000 Euro. Bei Asphalt wären es 5000 Euro gewesen.Die Förderquote beträgt 70 Prozent.