Die Einwohner des Stadtteils Burghausen setzen weiter auf Mario Schmitt (CSU). Sie wählten ihn in einer Freiluft-Bürgerversammlung auf dem Platz vor dem DJK-Sportheim wieder zum Ortssprecher. Er war 2017 Nachfolger von Klaus Görlinger (Neue Wege) geworden, der das Amt zehn Jahre ausgeübt hatte.

Bürgermeister Michael Kastl (CSU) konnte zu dieser Versammlung 76 wahlberechtigte Bürger des Stadtteils begrüßen. Unter ihnen waren auch alle Ortssprecher seit der Eingemeindung im Jahr 1972. Kastl bedauerte, dass die Möglichkeiten, mit den Bürgern in Kontakt zu treten, wegen der Corona-Pandemie eingeschränkt seien. Aber er versprach "ich komme auf jeden Fall dieses Jahr nochmal in alle Ortsteile". Und er betonte "wir brauchen auch die Ortssprecher im Stadtrat". Wegen der Corona-Probleme würden sie diesmal verspätet gewählt. In der Sitzung des Stadtrates am 21. September sollen alle drei gewählten Ortssprecher vereidigt werden. Die anderen Stadtteile werden bekanntlich durch gewählte Stadträte vertreten.

Es wäre auch möglich gewesen, alle Bürger zur Ortssprecher-Wahl in die alte Aula einzuladen, sagte der Bürgermeister, "aber der Ortspeicher muss im Dorf gewählt werden, alles andere macht keinen Sinn". Diese Wahl sei ein "urwüchsiges Recht" und finde nur statt, wenn ein Drittel der Bürger es wünscht. Es gebe keine Briefwahl und die Kandidaten müssten anwesend sein.

Michael Kastl schlug vor, die beiden früheren Ortsvorsteher Klaus Görlinger und Anton Goss in den Wahlausschuss zu berufen. Der geschäftsleitende Beamte Stefan Bierdimpfl, der für die Abwicklung und die Formalien zuständig war, wies darauf hin, dass nicht nur vorgeschlagene Kandidaten, sondern alle wahlberechtigten Anwesenden gewählt werden könnten. Auf die Frage, wer denn Ortssprecher werden solle, wurde aus der Mitte der Versammlung allerdings nur Mario Schmitt genannt.

Für die anschließende geheime Wahl in Wahlkabinen bekamen alle Wahlberechtigten eigene Kugelschreiber, die sie dann auch mitnehmen durften. Die Prozedur dauerte einige Zeit, die anschließende Stimmenauszählung ging dafür schnell.

Mario Schmitt bekam 56 von 76 möglichen Stimmen und nahm die Wahl wie erwartet an. Der alte und neue Ortssprecher ist 45 Jahre alt und von Beruf Maschinenbauer. Er kandidierte bei der Stadtratswahl im März auf Platz 13/14 der CSU-Liste. Er engagiert sich in seiner Freizeit unter anderem als Vorsitzender der Trachtenkapelle Burghausen.

Auf die Frage, warum er wieder kandidierte, sagte er "verschiedene Sachen im Stadtteil laufen noch nicht optimal" und nannte hier das Neubaugebiet und die Dorferneuerung. Die Gegenstimmen seien Ausdruck dafür, dass im neuen Baugebiet nicht alles so laufe wie geplant.

Wahl in Zahlen Wahlberechtigte Burghausen hat 258 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger. Von ihnen haben 87 unterschrieben, dass sie die Wahl eines Ortsvorstehers oder einer Ortsvorsteherin unterstützen. 86 Unterschriften (ein Drittel) wären nach den Vorschriften der Gemeindeordnung notwendig gewesen. Zur Versammlung kamen 76 Wahlberechtigte und gaben ihre Stimme ab.

Stimmen Vier Stimmen waren ungültig, 72 gültig. Mario Schmidt bekam 56 Stimmen und war damit gewählt. Die anderen 16 Stimmen verteilten sich auf sechs andere Bürgerinnen und Bürger.

Vor drei Jahren war das Interesse wesentlich geringer ausgefallen. Damals kamen nur 45 Bürger zur Wahl des Ortsvorstehers, Mario Schmitt war 2017 fast einstimmig mit 44 Stimmen gewählt worden.