Zahlreiche Frauen und Männer, die in diesen Tagen zum 51. Vereins- und Betriebeschießen ins Vereinsheim und in die Schießhalle der königlich privilegierten Schützengesellschaft Münnerstadt kommen, wundern sich: Statt wie gewohnt auf Zielscheiben aus Papier sollen sie nun mit ihrem Luftgewehr auf ein elektronisches Kästchen zielen, das allerdings genauso aussieht wie die gewohnte Zielscheibe. Neben jeder der zwölf Schießbahnen steht ein Tablet-PC, auf dem der Schütze genau erkennt, wie treffsicher er war.

Mit dieser hochmodernen Technik sind natürlich die alten Seilzüge verschwunden, mit denen bisher die Schützen ihre Zielscheiben nach den Schüssen zu sich hergekurbelt haben.


Auswertung liegt sofort vor

Auch vorne, im Aufenthaltsraum, hat sich einiges getan. Die Schießergebnisse laufen dort in einem Computer zusammen. Das macht speziell bei Wettkämpfen eine sofortige Auswertung möglich, und darüber freuen sich zweiter Schützenmeister Roland Dömling und Sportleiter Rainer Henneberger. Damit auch die Zuschauer etwas davon haben, werden die elektronischen Zielscheiben per Beamer auf eine große Leinwand projiziert, so dass sie den Wettkampf hautnah miterleben können.


Kein Auf- oder Abbau der Seilzüge

Und damit ist es noch immer nicht genug mit der neuen Technik, erläutert Roland Dömling. Auf vier der zwölf Schießbahnen kann in Zukunft mit so genannten Lichtgewehren geschossen werden. Die sehen fast genauso aus wie normale Luftgewehre und werden auch so bedient. Aber sie verwenden keine Munition, sondern ungefährliche Laserstrahlen. So können auch Kinder schon diesen Sport ausüben, denn für Lichtgewehre gibt es keine Altersgrenze.

Auch die Bogenschützen der königlich privilegierten Schützengesellschaft profitieren stark von dieser technischen Umstellung. Da in der großen Halle die Zugseile weggefallen sind, können sie nun auch im Winter oder bei schlechtem Wetter in der Halle Distanzen von zehn und 18 Metern trainieren. "Das kommt vor allem auch unserer starken Jugend zugute", freut sich Sportleiter Rainer Henneberger und verweist zum Beispiel auf Adrian Bier, der bei den deutschen Meisterschaften in Hof einen siebten Platz errungen hat. "Dass wir auch im Winter trainieren können, ist ganz wichtig für die Kontinuität."

Da die Seilzüge nun nicht mehr stören und umständlich ab- und und wieder aufgebaut werden müssen, können in der Halle nun auch größere Versammlungen, für die der Vorraum zu klein ist, stattfinden.

37 Jahre lang wurde mit der alten mechanische Technik mit Seilzügen und Zielscheiben aus Papier der Schießbetrieb bestritten. Bei der Hauptversammlung 2016 wurde auf Antrag des Vorstandes beschlossen, auf die neue, hochmoderne Technik umzurüsten. Das kostet natürlich eine Menge Geld.

Damals waren, einschließlich Sanierung und Anschaffung der Lichtgewehre, 35 000 Euro Kosten genannt worden. "Wir haben das punktgenau geschafft", sagt der zweite Schützenmeister. Dazu komme natürlich sehr viel Eigenarbeit der Mitglieder. Die Vereinskasse musste herhalten, dazu kam einiges an Spenden zusammen. Die Spender sollen, soweit sie dazu bereit sind, auf einer Spendentafel genannt werden, die Stadt hat einen Zuschuss zugesagt.


Vereins- und Betriebeschießen

Und schließlich kam dazu eine Aktion der VR-Bank Bad Kissingen/Bad Brückenau eG. Sie fördert mit ihrer Initiative "Heimat fördern" lokale Projekte unter anderem im "Sport und Freizeit". Auf der Internetseite www.heimat-foerdern.de sind diese Projekte aufgeführt. Das Prinzip des so genannten "Crowdfunding" ist einfach: Hier können sich Spender melden und ihre Spendensumme eintragen. Die VR-Bank gibt für jede Spende ab zehn Euro weitere zehn Euro hinzu, bis der VR-Spendentopf leer ist.

Roland Schmitt, der die Crowdfunding-Aktionen der VR-Bank Bad Kissingen/Bad Brückenau betreut, besuchte nun die Sportanlage der Schützengesellschaft, um symbolisch einen Scheck über 3407,33 Euro zu übergeben.
Das Vereins- und Betriebeschießen läuft derweil noch auf Hochtouren. Wie viele Mannschaften sich dieses Jahr beteiligen, kann Sportleiter Rainer Henneberger noch nicht sagen. Letztes Jahr waren es 32 Herren- und zehn Damenmannschaften. Jede Mannschaft besteht aus fünf Schützen, die Ergebnisse der vier besten werden gewertet. Geschossen wird bis einschließlich Dienstag 4. April. Am Samstag 8. April, veranstaltet die Schützengesellschaft dann mit der Stadtkapelle ein Starkbierfest. An diesem Tag werden auch die Sieger geehrt und die Preise übergeben.