"Die Figur hat im Burghäuser Gotteshaus ein neues Domizil gefunden", freut sich der ehemalige Kreisheimatpfleger Bertram Becker.
Ursprünglich - so wird jedenfalls mündlich überliefert - war die Figur in der Michaelskapelle untergebracht. "Als dort die Kirche 1806 durch einen Blitzschlag in Brand geriet, konnte diese Figur von einem besorgten Bürger gerettet werden", erläutert Becker. Eine Frau aus Münnerstadt wisse aus den Überlieferungen in der Familie, dass ihr Urgroßvater die Antonius-Figur aus dem Flammenmeer rettete. Anschließend wurde sie an der Westseite des Fachwerkhauses in der Dorfstraße 9 angebracht.
"Die Familie, die dort wohnte, verehrte den heiligen Antonius sehr", erinnert sich Becker. Ende der 60er Jahre wurde das Haus renoviert. "Glücklicherweise wurde der damalige Museumsleiter Peter Genth auf sie aufmerksam und führte mit Emil Müller, dem damaligen Besitzer, Verhandlungen", weiß Becker zu berichten.

Leihgabe und Schenkung

Man kam überein, dass die Figur dem Museum als Leihgabe überlassen wird. 1973 ist dies laut Leihvertrag gewesen. Dort war sie über einem Durchgangsportal angebracht und erinnerte die Besucher des Museums daran, wie wichtig die Heiligenverehrung den Menschen damals war. Sie wurde im ursprünglichen Zustand belassen. Da sie dem Wetter ausgesetzt war, war ihre Farbe verblasst, und sie war ziemlich verwittert. "Nach der Neukonzeptionierung wurde die Antonius-Figur dann im Depot eingelagert, wo sie sicher verwahrt war", so der ehemalige Kreisheimatpfleger. Wichtig sei ihm gewesen, dass sie wieder in den kirchlichen Raum kommt. Deshalb sprach er mit den Geschwistern Müller, denen die Figur als Erbe zugefallen war. "Sie wollten sie der Kirche stiften, damit der heilige Antonius in Burghausen bleibt", erinnert sich Becker.
So wurde der Leihvertrag im Jahr 2013 unkompliziert aufgelöst. "Ich war froh, als ich hörte, dass die Figur renoviert werden soll, um anschließend im sakralen Umfeld gezeigt zu werden", sagt Museumsleiter Björn Hein. Die Lagerung im Depot stellte sicher, dass die Figur klimastabil und sicher aufbewahrt wurde.
Schließlich wurde die Heiligenstatue von Josef Schmitt, der über viele Jahre als Kirchenmaler tätig war, fachmännisch gesäubert. Dann ging es daran zu überlegen, welche Farben man für das Bemalen verwendet. Ein Schnitzer ergänzte ferner zwei Finger an der Hand des Heiligen und überzog ihn mit einer Patina. "Josef Schmitt und ich waren vom Ergebnis sehr begeistert", freut sich Becker.
Mit dieser Maßnahme gelang es, die jahrhundertealte Figur vor dem Verfall zu retten und sie da zu zeigen, wo ihr Platz ist: in der Kirche. "In Franken gibt es viele Bildstöcke und Madonnenfiguren. Gerade solche eher kleinen Kunstwerke machen die Region aus", meint Becker. Deshalb freut er sich besonders, dass der hl. Antonius in der Burghäuser Kirche in neuem Glanz erstrahlt. Beim Gottesdienst am Samstag, 13. Juni - dem Gedenktag des hl. Antonius von Padua -, wird die Figur um 18.30 in der St.-Michael-Kirche von Pater Manfred gesegnet.