Barbara Moritz und Matthias Klink mischten in ihrem vorweihnachtlichen Benefizkonzert in der Alten Aula leichtfüßig musikalische Stile und trugen vorweihnachtliche Gedichte und Geschichten vor, so dass eine familiäre Atmosphäre entstand, die die Besucher sichtlich genossen. Bis auf den letzten Platz war die Alte Aula gefüllt, an die 200 Personen hatten sich versammelt, um den beiden Musikern zu lauschen. In der Pause bewirtete der Altstadtverein gemeinsam mit den Museumsfreunden die Besucher.

Weihnachtliche Stimmung kam schon auf, als man die Alte Aula betrat: Mit viel Liebe fürs Detail war sie vorweihnachtlich geschmückt worden - Magda Michel und Carmen Schlott hatten bei der Dekoration ganze Arbeit geleistet.
Los ging es mit dem Adagio von Georg Friedrich Händel. Bei dieser verträumten Weise, die Matthias Klink an der Violine und Barbara Moritz am Klavier interpretierten, zeigte sich bereits, wie gut beide Musiker miteinander harmonierten. Bei der klassischen Weise "Maria durch ein Dornwald ging" demonstrierten Klink und Moritz, dass sie nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern dass beide auch hervorragend singen können. Zweistimmig interpretierten sie diese Weise.


Humorvolles und Besinnliches

Beide Künstler legten noch eine Fähigkeit an den Tag, die man bei Konzerten eher selten sieht: Sie waren selbstironisch und schlüpften auch einmal in eine andere Rolle: So ließ Moritz ihren "reizenden Assistenten" Klink ein Gedicht vortragen, nämlich das "Tannengeflüster" von James Krüss. Dieser legte dabei viel Humor an den Tag und sorgte damit für Schmunzler im Publikum.

Der Wechsel zwischen klassischer Musikliteratur und volkstümlichen Weisen gelang dem Duo ohne Probleme. Die "Schliedefoahrt"war ein unterhaltsames Medley, das dem Publikum sehr gut gefiel.


Auch Eigenkompositionen

Überhaupt war es ein Kennzeichen des Konzerts, dass in vielen Stücken mehrere Weisen miteinander verbunden waren, so auch beim Largo aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten - Der Winter", welche elegant mit einer Weise vom mittelalterlichen Komponisten und Dichter Neidhart von Reuental kombiniert worden war. Auch Eigenkompositionen wie die Melodie zu "Meine Seele auf und singe" waren zu hören. Dem melancholischen Momenten der Jahreszeit verschloss man sich ebensowenig. Mit echter Rührung rezitierte Klink den "Dezember" von Erich Kästner.

Dennoch überwogen die humorvollen Töne. Klink trug "Die Weihnachtsmaus" mit köstlichem Humor vor, ein Gedicht über ein seltsames Lebewesen, das noch kein Mensch gesehen hat, das aber mit großem Appetit gesegnet zu sein scheint - das aber nur an Weihnachten.


Ave Maria im Repertoire

Als Zugabe wurde das von Barbara Moritz komponierte "Mürschter Land - Heimatland" gegeben, was um eine zusätzlichen Strophe über die Winterszeit in Münnerstadt erweitert worden war. Das "Ave Maria" von Bach/Gounod durfte natürlich nicht fehlen.

Beide Musiker hatten es verstanden, musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau zu bieten und dabei Traditionelles miteinzubeziehen. Herzerfrischend war der wunderbare Lokalkolorit, der immer wieder durchschien und für heimelige Atmosphäre sorgte.



Der Erlös des Benefizkonzerts ist für einen guten Zweck bestimmt. "Wir wollen die Grabplatte von Friedrich Philipp von Abert, die in einer alten Scheune gefunden wurde, wieder herrichten lassen" ,so Hans Petsch vom Altstadtverein. Abert war Münnerstädter und eine bedeutende Persönlichkeit, wurde 1870 geboren, machte das Abitur am Gymnasium mit einer glatten 1 und war später Erzbischof von Bamberg. 1905 wurde er Ehrenbürger von Münnerstadt.

"Die Grabplatte soll nach der Renovierung den Bürgern zugänglich sein" erklärt Sabine Scheuble. Man befinde sich in Gesprächen mit mehreren Institutionen, die die Grabplatte ausstellen würden. Doch bevor es soweit ist, muss erst das Geld für die Renovierung zusammengesammelt werden.

Das Benefizkonzert bildete hierzu einen wichtigen Pfeiler, dennoch werde man noch mehr sammeln müssen, erklärte Scheuble. Der Verein ist also über jede Spende froh. "Die Renovierung inklusive die Anbringung am Bestimmungsort wird so an die 2 000 Euro kosten", erklärt Hans Petsch.

Bürgermeister Helmut Blank bedankte sich beim Altstadtverein und bei den Musikern für ihr Engagement.