Das Münnerstädter Schönborn-Gymnasium bekommt zum 1. August einen neuen Schulleiter. Oberstudiendirektor Peter Rottmann wechselt vom Bayernkolleg in Schweinfurt an die Münnerstädter Schule. Der derzeitige Schulleiter des Gymnasiums, Oberstudiendirektor Joachim Schwigon, geht zum Schuljahresende in den Ruhestand.

Beide haben sich in Münnerstadt getroffen, beide kennen sich und beide teilen ihre enge Beziehung zum Gymnasium, an dem sie ihr Abitur abgelegt haben: Joachim Schwigon im Jahr 1974, Peter Rottmann elf Jahre später.

Es sei ein gutes Gefühl, zu wissen, dass Peter Rottmann der Nachfolger wird, meint Oberstudiendirektor Joachim Schwigon, der Rottmann als Kollegen und Pädagogen sehr schätzt. Schwigon freut sich auf seinen neuen Lebensabschnitt, auf den Zeitgewinn mit der Familie und für die Hobbys, vor allem für die Musik.

Acht Jahre ist Schwigon jetzt in Münnerstadt Schulleiter. Ihm hat immer besonders gut das Miteinander in der Schulfamilie gefallen. Eltern und Kollegen hätten das gleiche Ziel: das beste Umfeld für die Kinder zu erzeugen. Schwigon spricht von einem "guten Team". "Hier kann sich jeder auf jeden verlassen."

"Mürscht ist ein guter Ort zum Lernen", findet Peter Rottmann und "zum Entwickeln der Persönlichkeit", fügt Joachim Schwigon hinzu. Rottmann betont, er habe die Entwicklung des Gymnasiums immer aus der Ferne beobachtet und mit Interesse verfolgt. Was er lesen oder hören konnte, habe ihm gefallen.

Sieben Jahre war Rottmann Schulleiter am Schweinfurter Bayernkolleg. In dieser Zeit habe er einen erweiterten Blick erhalten, welche Umwege und Mühen junge Menschen manchmal nehmen oder nehmen müssen, um ihr Bildungsziel zu erreichen. Beeindruckt ist er nach eigenen Angaben beispielsweise von alleinerziehenden Müttern, die es trotz der Mehrfachbelastung schaffen, am Bayernkolleg ihr Abitur abzulegen.

Mit 52 Jahren hat er sich dennoch entschlossen, nochmals eine neue Herausforderung anzunehmen und von der Erwachsenenbildung zurück zum klassischen Gymnasium zu gehen. Er findet es als Pädagoge spannend, die Persönlichkeitsentwicklung vom Kind zum jungen Erwachsenen mitbegleiten zu können. Die Direktorenstelle in Münnerstadt, an seiner alten Schule, hat ihn aber auch aus einem weiteren Grund gereizt: "Da komme ich her." Er kenne auch die Dörfer der Umgebung, erklärt Rottmann, der in Poppenlauer aufgewachsen ist.

Am Münnerstädter Gymnasium gefällt ihm die Balance zwischen Tradition und Moderne. So hat er mit Interesse die Einführung der Frühschicht oder der Tabletklasse verfolgt, Neuerungen, die es seit diesem Jahr an der Schule gibt. Auch dass die Schule weiterhin einen musischen Schwerpunkt setzt, ist etwas, was er schätzt. Im Gespräch erinnern sich Joachim Schwigon und Peter Rottmann zurück an ihren eigenen Blockflötenunterricht bei ihrem Musiklehrer Eduard Reichherzer. Sie sprechen von einem Wohlfühlen, welches sie im Gymnasium erlebt haben, selbst dann, wenn es zwischendurch schulisch mal nicht ganz rund gelaufen sein sollte. Dieses sollen auch künftige Schülergenerationen erleben, ist der Wunsch Schwigons und das Ziel Rottmanns für die Zukunft.

Mit den Sommerferien beginnt Peter Rottmanns Dienst am Münnerstädter Gymnasium. Die Ferienzeit kann er in Ruhe nutzen, sich erst einmal mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen, denn es hat sich natürlich in den vergangenen Jahrzehnten seit Rottmanns Abitur einiges an der Schule verändert. Joachim Schwigon versichert ihm aber, dass er sich schnell wieder zurecht finden wird. Das Direktorat und Sekretariat befinden sich auf jeden Fall noch an gleicher Stelle wie beim Abitur von Peter Rottmann im Jahr 1985.

Werdegang: Peter Rottmann, der neue Chef des Münnerstädter Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums wurde 1966 geboren und legte im Jahr 1985 sein Abitur ab. Er studierte in Würzburg Deutsch, Geschichte und Sozialkunde und kam nach seinen Referendariatsstellen in Bamberg, Eichstätt und Bad Königshofen 1996 ans Gymnasium nach Bad Kissingen. Dort unterrichtete er bis 2012, ehe er die Schulleiterstelle am Bayernkolleg in Schweinfurt übernahm. Rottmann lebt in Schonungen, ist verheiratet und hat drei Kinder.