Vor wenigen Tagen erst feierte in der Steggasse 14 Elisabeth Lenhardt ihren 80. Geburtstag. Natürlich war unter den zahlreichen Gratulanten auch Bürgermeister Helmut Blank. Schließlich ist die Jubilarin eine bekannte Persönlichkeit über ihren Stadtteil hinaus.



Dem Stadtoberhaupt fiel bei seinem Besuch in Wermerichshausen schnell auf, dass in der Steggasse in den letzten Monaten außerdem drei weitere runde Geburtstage gefeiert werden konnten: Renate Ullig wurde 90 Jahre alt, Fridolin Weigand feierte seinen 70. und Peter Saal schließlich seinen 60. Geburtstag. Das macht zusammen stolze 300 Jahre, wie man auch ohne Taschenrechner und ohne Papier und Bleistift unschwer ausrechnen kann. Die prominenteste Jubilarin, Elisabeth Lenhardt, ist Inhaberin Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Sie hat sich, so Landrat Thomas Bold im April 2012 in seiner Laudatio, um die Gemeinschaft ihres Ortes verdient gemacht. Sie habe das Leben im Münnerstädter Stadtteil in hohem Maße bestimmt und bereichert. Bold stellte ihr Engagement als Caritasbeauftragte und Pfarrgemeinderätin, als Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Mitglied der Dorfwerkstatt seit 1995 und im katholischen Kirchenchor sowie im Juliusspital heraus.


Absolut selbstlos engagiert

Landrat Bold nannte sie eine Bürgerin, die sich absolut selbstlos über das erwartbare Maß hinaus engagiert habe. Nicht zu vergessen: Sie kümmert sich um die Geschichte von Wermerichshausen und nennt eine Sammlung von Hunderten von Sterbebildern ihr eigen, alle von Frauen und Männern, die in Wermerichshausen gestorben sind - und damit zur Dorfgeschichte gehören. Helmut Blank regte an, für die vier Geburtstagsjubilare ein Straßenfest zu veranstalten, mit allen Jubilaren aus Wermerichshausen, Verwandten, Freunden und Bewohnern der Steggasse. Er versprach, auch einen Beitrag zu leisten und zwei Kisten Bocksbeutel zu spendieren. "Ich finde es sehr schön, dass die Dorfgemeinschaft so etwas macht, und so etwas wie Straßenfeste wieder aufleben lässt", meinte er. Nur leider, aus dem Straßenfest im wörtlichen Sinn wurde nichts, denn das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung. Zweieinhalb Stunden vor dem Start des Festes musste wegen dunkler Regenwolken am Himmel umdisponiert werden.

Gefeiert wurde deshalb in der alten Schule unterhalb der Kirche, in der es einen dafür sehr gut geeigneten Gemeinschaftsraum gibt. Doch das tat der Stimmung und der Festfreude keinen Abbruch. In dieser alten Schule wird schon seit 1972 nicht mehr unterrichtet. Alle vier Jubilare aus der Steggasse haben hier vor Jahrzehnten lesen und schreiben gelernt und vielleicht im Laufe des Abends auch mal die alten Zeiten wieder aufleben lassen.
Helmut Blank hat für das Fest in Wermerichshausen übrigens extra seinen Urlaub verschoben. Eigentlich wollte er am Freitag schon zum Radfahren am Tegernsee sein, wo er sich seit 20 Jahren sportlich betätigt. "Dieses Fest wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, schließlich habe ich das mit angeregt", begründet er.