Dass am Nachmittag nicht allzu viele Kinder mit ihren Eltern in den Jörgentor Park kamen, lag wohl am schlechten Wetter am Morgen, durch das der Boden aufgeweicht worden war. Außerdem hatte schon eine Woche zuvor das gut besuchte Kinderfest des Altstadtvereins und von Kaufhaus Mürscht auf dem Anger stattgefunden.

Und dass am Abend zur Party nur wenige Jugendliche den Weg in den Park fanden, lag sicher an einer attraktiven Konkurrenzveranstaltung des Bayerischen Rundfunks, der Bayern-1-Disco im Festzelt im Bad Bockleter Ortsteil Steinach. Klaus Schebler allerdings will sich durchaus nicht entmutigen lassen und den Jugendlichen, auf deren Initiative das Fest zustande kam, vorschlagen, den nächsten Termin auf Juni oder Juli zu legen.

Der Wunsch, ein derartiges Jugendfest zu veranstalten, war bei einer Jugendversammlung im April laut geworden. Dieses Treffen hatten damals die Stadtjugendpfleger Manuel Müller und René Felcht vom Verein Pro Jugend, die Projektmanagerin Antje Rink und der städtische Jugendreferent Klaus Schebler in die Wege geleitet. Antje Rink leitet das Projekt Demographie des Landkreises, das vom Heimatsministerium unterstützt wird und den Landkreis für Menschen attraktiver machen soll. Dazu gehört auch die Jugendarbeit.

Viele Jugendliche halfen am Samstag beim Aufbau und beim Ablauf des Jugendfestes mit. Der Spiele-Bus des Kreisjugendringes war wieder nach Münnerstadt geholt worden. Er enthält zahlreiche sehr attraktive Spiele insbesondere für die Kinder. Sogar einige Diabolos waren mit dabei. Angelika Martin von der kommunalen Jugendarbeit zeigte den Kindern, wie das funktioniert. Sie leitete auch Buben und Mädchen beim Herstellen von Blättern und Figuren aus Folie an.

Außerdem gab es Hoola-Hoop-Reifen, ein überdimensionales Vier-gewinnt-Spiel, Plastiktonnen zum Durchkriechen und vieles mehr. Natürlich war auch für Verpflegung gesorgt. Auch wenn am Schankwagen eine große Aufschrift Weißbier ankündigte, gab es nur antialkoholische Getränke.

Die Stimmung bei denjenigen, die gekommen waren, war gut. "Der Jörgentor-Park ist doch super für so ein Kinderfest" meinte eine junge Mutter, die mit ihrem vierjährigen Julian gekommen war. Der war nicht schüchtern und probierte wirklich alles aus. Am meisten Spaß machte ihm aber die Weltkugel, auf die er sich legen und rollen konnte.


Kommentar von Dieter Britz

Schade, dass zum ersten "Fest für junge Menschen" im Jörgentor-Park relativ wenig Eltern mit ihren Kindern und noch weniger Jugendliche kamen, obwohl immer wieder Klagen laut werden, in der Stadt würde ihnen viel zu wenig geboten. Das sollte aber kein Grund sein, nun gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Für's Wetter können die Organisatoren sowieso nichts. Und dafür, dass im zehn Kilometer entfernten Steinach der Bayrische Rundfunk zur Party einlädt, auch nicht. Es wäre aber auf jeden Fall ratsam, das nächste Fest im Sommer, im Juni oder Juli, zu veranstalten. Bevor der nächste Termin angesetzt wird, sollte natürlich auch so gut wie möglich abgeklärt werden, ob es in Münnerstadt selbst oder in der näheren Umgebung Konkurrenzveranstaltungen gibt. Jugendliche sind heute flexibler als früher und fahren schon mal 20 oder 30 Kilometer weit zu einer Party oder Disco.