"Für mich ist auch Kulturarbeit systemrelevant!", lässt sich Bürgermeister Michael Kastl (CSU) beim Pressegespräch über den Kulturmanager und Museumsleiter Dr. Nicolas Zenzen zitieren. Er selbst konnte kurzfristig nicht dabei sein. Zusammen mit Stadtmarketingmitarbeiter Kilian Düring ging es bei diesem Termin um den Kleinkunstspätsommer und weitere Angebote bis in den Herbst hinein.

Wie in weiten Teilen Europas, musste auch Münnerstadt auf jegliche Versammlung oder gar Veranstaltung verzichten. Für Münnerstadt besonders bitter: Das Programm zum Stadtjubiläum 1250 Jahre entfiel fast komplett. Wie kam es zu dieser "Wiederauferstehung" kultureller Aktivitäten? Laut Kilian Düring begann das Deutschordensschloss-Team bereits Ende März über Alternativen nachzudenken, was möglich ist, wenn man, wie die Politik vorgegeben hat "auf Sicht fährt". Seit August sind die Hygieneregeln so stabil und überschaubar, dass das Kulturamt auf ein Angebot von Susanne Will einging, deren Künstlerkontakte zu nutzen, und ein Programm auf die Beine zu stellen, ergänzte Nicolas Zenzen. Somit war das Kleinkunstwochenende sehr kurzfristig entstanden.

"Wir haben sehr die Dankbarkeit gespürt", sagt Kilian Düring, entsprechend lobend drückten sich viele Besucher der Veranstaltungen aus. Ein aktiver Wiederbeginn bereits im Juli war "#oh wie schön ist Münnerstadt". Die Termine waren durchwegs viel besser besucht, als im vergangenen Jahr.

In der Alten Aula ist vor allem der geleistete Mehraufwand durch die Hygieneregeln vom Publikum vorbildlich akzeptiert und umgesetzt worden. Kleine Unsicherheiten am ersten Abend konnten schnell geklärt werden. Das Ziel sieht Kilian Düring darin., "dass die Besucher und die Künstler einen schönen Abend haben und anschließend glückselig nach Hause gehen".

Auch wenn der Bürgermeister von Anfang an hinter der Fortsetzung der Veranstaltungen steht, kann die Reihe nicht einfach so fortgesetzt werden, so Nicolas Zenzen. Mit rund 70 Plätzen ist so ein Kleinkunstprogramm nicht wirtschaftlich. Er ist aber zuversichtlich, dass sich noch in diesem Herbst weitere Möglichkeiten in einer gewissen Regelmäßigkeit ergeben.

Vortrag und Ausstellung

Schon jetzt können die Interessenten sich auf städtische Veranstaltungen freuen. Da ist die Vortragsreihe zum historischen Münnerstadt, deren Auftakt am Mittwoch, 16. September, ist. Am Samstag, 19. September, wird es eine Eröffnung der Ausstellung "Anstatt" geben, die von den Museumsfreunden im Deutschordensschloss verantwortet wird.

Thomas Pfarr wird "Nivard I" "Kunst am Rindhof" am Sonntag, 20. September, präsentieren. Am Freitag, 25. September, öffnet der Deutschherrnkeller für "Lesen und lesen lassen".

Jessy James LaFleu performt die "Bekenntnisse eines Papierfliegers" am 24. Oktober, und am 6. November findet der "3. Poetry Slam"statt, beides in der Alten Aula. Soweit die bisherige Auswahl.

Auf die Frage: "Was passiert 2021! Wird da das Jubiläumsprogramm von 2020 einfach abgearbeitet?" antwortete der Kulturamtsleiter, dass natürlich sehr viele Teile übernommen werden, Ergänzungen zum Jubiläum sind eingeplant und Weniges ist nicht mehr im Programm. Es bleibt spannend, klingt aber sehr optimistisch.