Außerdem wurden einige Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Gleichstadt" genehmigt.

Kinderhort näher an der Schule

Architekt Reinhard Seufert erläuterte nochmals die Pläne. Sie mussten gegenüber den ursprünglich vorgelegten etwas geändert werden, um sie dem Gelände anzupassen. Zum Beispiel rückt der Kinderhort einen halben Meter näher an die Schule. Längere Zeit diskutiert wurde über den möglichen Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die von Marktgemeinderätin Susanne Ziegler (Grüne/FBuU) ins Gespräch gebracht worden war. Die Planung für das Vorhaben sei bei der Bezirksregierung eingereicht, der Förderbescheid vorhanden, eine Kostensteigerung würde wohl nicht gefördert werden, es gebe Zeitverzug, entgegnete Bürgermeister Matthias Klement (CSU). Der Kinderhort werde in gedämpfter Massivbauweise mit Beschattung der Fenster ausgeführt. Damit sei gewährleistet, dass es im Sommer nicht zu heiß werde, betonte der Architekt.

Die Baukosten den für Kinderhort betragen rund 2,7 Millionen Euro. Sie steigen wegen der notwendigen Änderungen nach den Berechnungen von Reinhard Seufert um 77.000 Euro. Dadurch würde sich auch das Architektenhonorar, das sich an den Baukosten orientiert, erhöhen. Er teilte dem Gemeinderat jedoch mit, dass er darauf verzichtet. Der Kinderhort soll Platz für insgesamt 100 Kinder bieten, auch aus den Nachbargemeinden Rannungen und Thundorf.

Bürgermeister darf mehr ausgeben

Der Marktgemeinderat änderte, wie nach jeder Neuwahl, seine Geschäftsordnung nach einem vom Bayerischen Gemeindetag vorgelegten neuen Entwurf. Darin geregelt ist auch die Bewirtschaftungsbefugnis des 1. Bürgermeisters. Bis zu dieser Höhe darf er Haushaltsmittel ohne vorherige Genehmigung des Marktgemeinderates ausgeben. In der bisherigen Geschäftsordnung waren 12.000 Euro vorgesehen. Nach dem Musterentwurf des Bayerischen Gemeindetages sollte die Bewirtschaftungsbefugnis des Bürgermeisters bei etwa vier bis fünf Euro pro Einwohner liegen, das wären im Fall von Maßbach 17.200 bis 21.500 Euro. Die Verwaltung schlug eine Erhöhung auf 15.000 Euro vor, das wären 3,50 Euro pro Einwohner. Damit allerdings waren vier Marktgemeinderäte nicht einverstanden und votierten bei der Abstimmung dagegen. Die große Mehrheit von elf Marktgemeinderäten stimmte zu.

Gemeinde zahlt Bewässerungsanlage

Der Marktgemeinderat beschäftigte sich auch mit den Kosten für den Einbau einer unterirdischen programmgesteuerten Bewässerungsanlage auf dem Schulsportplatz der Grundschule Poppenlauer, die der 1. FC Eintracht Poppenlauer beantragt hatte. Ende November 2019 hatte der Marktgemeinderat ein Betrag von knapp 15.000 Euro genehmigt, der dann Anfang Juli 2020 auf knapp 17.900 Euro erhöht wurde. Inzwischen ist die Anlage eingebaut. Aus diversen Gründen seien einige Arbeiten abweichend vom aktualisierten Angebot durchgeführt worden, heißt es in der Beschlussvorlage. Deswegen stiegen die Kosten nun auf knapp 21.000 Euro. Der Marktgemeinderat stimmte geschlossen zu. Die Kosten für die Bewässerungsanlage werden von der Gemeinde voll übernommen, da es sich hier um einen Schulsportplatz handelt, wurde betont.

Höhere Umlage, aber auch mehr Steuern

Die Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses hatten die Jahresrechnung 2017 unter die Lupe genommen. Elf Punkte, die auch nach dem Abschlussgespräch am 3. September offenbar noch unklar waren, wurden nun im Marktgemeinderat kurz behandelt. So kam die Frage, warum die von der Marktgemeinde ans Finanzamt zu zahlende Gewerbesteuerumlage um über 49.000 Euro höher ausfiel als im Haushalt eingeplant. Die Antwort war erfreulich: Statt 580.000 Euro Gewerbesteuer flossen 757.000 Euro in die Gemeindekasse, deshalb musste auch eine höhere Umlage bezahlt werden.

Die Rechnungsprüfer wollten zum Beispiel wissen, ob es sinnvoll wäre, eine eigene Tandemwalze für den Bauhof anzuschaffen, anstatt jedes Mal eine zu mieten. Aus der Sicht des Bauhofes sei ein Kauf nicht wirtschaftlich, da nicht genügend Asphaltierungsarbeiten anfallen, und die Maschine deshalb eine zu lange Standzeit habe. Gefragt wurde auch, warum Grünabfälle nach Oberthulba gefahren werden. Stimmt gar nicht, hieß es aus dem Bauhof. Die Grünabfälle würden nach Poppenlauer gefahren, und nur die Abrechnung erfolge über eine Firma in Oberthulba. Der Marktgemeinderat beschloss schließlich die Jahresrechnung für 2017 und erteilte Entlastung. Eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 7500 Euro wurde nachträglich genehmigt.