Zehn Monate nach Beginn der Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Reichenbach kann der Verkehr wieder rollen. Das aufwendige Teilstück zwischen dem Ortseingang auf Richtung Münnerstadt und der Ortsmitte (Kreisstraße 1) einschließlich des Kreuzungsbereiches ist fertig und wird am Montag, 14. Dezember, für den Verkehr frei gegeben. Damit fahren die Schulbusse in Richtung Münnerstadt ab Montag auch wieder vom Anton-Seit-Platz aus. Der Abschnitt zwischen Ortsmitte und Ortsausgang in Richtung Burglauer (Kreisstraße 21) folgt im nächsten Jahr.

1,6 Millionen Euro verbaut

Zum offiziellen Baubeginn waren die Verantwortlichen zusammengekommen, jetzt taten sie es wieder. Unter Federführung des Landkreises Bad Kissingen mit Bauoberleiter Steffen Kiesel in Zusammenarbeit mit der Stadt Münnerstadt und dem Abwasserverband Saale-Lauer sind in der Zwischenzeit rund 1,6 Millionen Euro verbaut worden, 770 000 für die Fahrbahn, 338 000 für die Gehwege und 465 000 Euro für die Kanäle.

Wie der stellvertretende Landrat Emil Müller jetzt betonte, sei der Ausbau einer Ortsdurchfahrt immer eine Herausforderung. In Reichenbach sei sie dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten zügig und problemlos über die Bühne gegangen. Eine Baustelle über so einen langen Zeitraum hinweg stelle natürlich auch immer eine Belastung für die Anlieger dar. Er sei froh, dass die Straße nun, kurz vor Weihnachten, für den Verkehr freigegeben wird.

2. Abschnitt wird einfacher

Emil Müller verwies aber auch auf den 2. Bauabschnitt im nächsten Jahr, der ebenfalls unter Vollsperrung mit weiträumiger Umleitung durchgeführt wird. Dieser sei aber nicht so kompliziert wie der erste. Das bestätigte auch Bauoberleiter Steffen Kiesel, so seien kaum Kanalarbeiten erforderlich und auch keine Natursteinmauern.

Im ersten Abschnitt wurden unter anderem auf 180 Meter Natursteinmauern zur Böschungssicherung verbaut. Der erste Abschnitt beinhaltete 360 Meter Fahrbahn mit einseitigem Gehweg, 230 Meter Abwasserkanal mit zwei Schachtbauwerken (Abwasserverband Saale Lauer) und 360 Meter Leerrohr für die Glasfaserleitung (Stadt Münnerstadt). Auf der gesamten Strecke wurde ein Telefonkabel verlegt und die Straßenbeleuchtung geändert.

Ausbau als Initialzündung

"Der Ausbau einer Ortsdurchfahrt ist oftmals eine Initialzündung und dient dazu, dass die Orte belebt werden und bleiben", sagte Emil Müller. Der Landkreis Bad Kissingen habe in den letzten Jahren viele Kreisstraßen hergerichtet und werde dies auch weiter tun. Nach Abschluss der gesamten Bauarbeiten ist vorgesehen , die Kreisstraße von Münnerstadt nach Reichenbach herzurichten, einschließlich des Neubaus eines begleitenden Radweges.

Den jetzt abgeschlossen Bauabschnitt bezeichnete Emil Müller als gut gelungen, Dass die Arbeiten im Zeit- und Kostenplan liegen, spreche für die Planer. Allen Beteiligten sprach er seinen Dank aus, besonders auch der Firma Ullrich-Bau. "Wir sind stolz drauf, dass wir solche Firmen im Landkreis haben."

"Das ist jetzt innerhalb kürzester die dritte Ortsdurchfahrt im Stadtgebiet", würdigte Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl (CSU) die Investitionen des Landkreises in die Kreisstraßen. "Für uns als Flächengemeinde ist es sehr wichtig, dass wir unterstützt werden. Wir haben ja auch viele eigene Straßen", so das Stadtoberhaupt. Dass alles so gut abgelaufen sei, sei auch dem Ortsreferenten Fabian Nöth (Neue Wege) zu verdanken, der bei den regelmäßigen Treffen immer dabei war.

Kurzfristige Änderungen

Bei einem kleinen Rundgang über den neu gestalteten Bereich, erinnerten die Beteiligten an Änderungen, die sich kurzfristig ergeben hatten und die noch eingearbeitet werden konnten. So ist beispielsweise direkt am Ortseingang ein Stück Gehweg entstanden, um einerseits Friedhofsbesuchern mehr Sicherheit zu geben und andererseits einen Lückenschluss zu gewährleisten, wenn einmal der Radweg aus Richtung Münnerstadt fertig ist. Dort ist auch eine zusätzliche Straßenlampe installiert worden. Mehrfach hatte der Stadtrat kurzfristig zusätzliche Punkte beschlossen und war bei Bauoberleiter Steffen Kiesel auf offene Ohren gestoßen, beispielsweise bei der Erweiterung des Ausbaus im Kreuzungsbereich.