In diesem Jahr ist alles anders. Eigentlich waren heuer drei Ausstellungen der Museumsfreunde Münnerstadt in der Galerieräumen im Erdgeschoss des Deutschordensschlosses geplant. Eigentlich. In der ersten hätten Werke von Jan Polacek und Thomas Seuberling zu sehen sein sollen, in der zweiten von Peter Hina. Beide Ausstellungen sind der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Und beinahe wäre auch die dritte Ausstellung einer Malerin und eines Fotografen aus Berlin ins Wasser gefallen, denn sechs Wochen vor der geplanten Vernissage kam die Absage der Künstler. "Das war eine Herausforderung für uns", sagt die Vorsitzende der Museumsfreunde, Anna Spor.

Sie standen vor der Frage, ob sie überhaupt eine Ausstellung organisieren sollen, oder ob sie in diesem Jahr alles wegen Corona ausfallen lassen sollen. "Aber das wollten wir nicht", meint die Vorsitzende. Den Museumsfreunden war es wichtig, das kulturelle Vereinsleben aufrecht zu erhalten, weswegen sie auch ins Schäfer-Museum nach Schweinfurt gefahren sind, sobald das wieder möglich war. Und die Ausstellung? "Der Vorstand hat beschlossen, dass sie veranstaltet werden kann", sagt die Münnerstädter Künstlerin Mia Hochrein. Die Frage war allerdings, was sie ausstellen sollen. "Das Unkomplizierteste war, den künstlerischen Beirat zu fragen, ob sie nicht in ihrer Schatzkammer wühlen wollen", meint Mia Hochrein und Anna Spor ergänzt: "Da ist Qualität garantiert, und so hat die ganze Sache Schwung bekommen."

Denn Mia Hochrein, Horst Kreutz und Georg Seifried sind beim Durchwühlen ihrer Schatzkammern durchaus auf Sehenswertes gestoßen, das nun vom 20. September bis 11. Oktober im Schloss zu sehen sein wird. Hinzu kommt der Keramiker Volker Bauer, der aus dem Werratal stammt und heute in Berlin lebt. Die Vernissage findet am Samstag, 19. September, um 19 Uhr im Deutschordensschloss statt. Und dabei wird es eine Premiere geben. "Ich wollte schon lange, dass unsere Vernissagen von Musik begleitet werden", sagt Anna Spor. Dafür konnte sie Reza Rezaij aus Afghanistan gewinnen, der auf der Ruba, einem Saiteninstrument spielen wird.

"Wir versuchen, Normalität abzubilden", betont die Vorsitzende. Trotzdem wird natürlich auf die geltenden Corona Regeln hingewiesen. Es muss Mundschutz getragen werden und auch die Zahl der Besucher, die jeweils die Galerieräume besuchen dürfen, ist beschränkt. Die Aufsicht übernehmen die Museumsfreunde selbst. Geöffnet ist die Ausstellung immer Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.