Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK) reißen ein nicht geplantes Finanzloch von bis zu 100.000 Euro in den Haushalt der Gemeinde Rannungen für das Jahr 2019. So viel kostet möglicherweise die Entsorgung der Teerdecke und einer Erdschicht von etwa 20 Zentimetern Dicke, die bei den Arbeiten zur Neugestaltung des Schul- und Kirchplatzes abgetragen wurden.

Lösung mit krebserregenden Stoffen

Der Gemeinderat billigte zunächst die Kosten für die Entsorgung des Teers, die rund 8300 Euro ausmachen. Die Kosten für die Entsorgung des Erdreiches solle noch einmal geprüft werden. Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) erläuterte im Gespräch mit der Redaktion, dass vor 50 Jahren, als der Platz geteert wurde, auch der Schotter mit einer Lösung besprüht wurde, die krebserregende PAK enthielt. Darauf wurde dann der Teer aufgebracht. Dieser wurde im Lauf der Jahrzehnte rissig. Wasser konnte eindringen und schwemmte die PAK bis in die Erde. Das ist auch der Grund, warum jetzt nicht nur die Teerschicht und der Schotter entsorgt werden, sondern auch eine Erdschicht.

Für die Entsorgung des Teers auf einer Deponie genehmigte der Gemeinderat die schon erwähnten 8300 Euro. Ein Teil des Erdreiches wurde am Friedhof abgelagert. Er wurde bereits untersucht und enthält PAK. Deshalb muss er auf eine Deponie. Die Kosten dafür würden sich auf rund 44.000 Euro belaufen. Ein anderer Teil wurde im Bereich der Erweiterungsfläche für die Photovoltaik-Anlage im Gewerbegebiet abgelagert. Diese Erdhaufen sind jedoch, so die Firma bos.ten AG, im Baufeld und müssen entfernt werden, damit die Bauarbeiten beginnen können. Dieser Erdaushub wird jetzt auf eine mögliche Belastung mit PAK untersucht. Ist auch er belastet, fallen weitere 44.000 bis 50.000 Euro Entsorgungskosten an, so Bürgermeister Zehner.