Elmar Umhöfer ist ein Frühaufsteher. "So sechs Uhr, das ist meine Zeit. Dann schaue ich aus dem Fenster, und wenn das Wetter passt, lasse ich den Motor meines Doppeldeckers warmlaufen, und dann geht's in die Luft." Die Leidenschaft fürs Fliegen hat Elmar Umhöfer auch mit 84 Jahren noch längst nicht losgelassen.

Bei der Segelfluggemeinschaft Ostheim/Rhön lernte er das Fliegen. Sein Fluglehrer war Günter Kerber. Mit der "Lerche" startete er am 26. März 1967 zu seinem ersten Flug mit seinem Fluglehrer. "Sechs Minuten waren wir in der Luft, und es war einfach herrlich", erinnert sich Umhöfer. Der erste Alleinflug war zwei Monate später. 13 Minuten war der damals 34-Jährige oben. "Das war vor 50 Jahren", sagt Umhöfer. Er fügt aber an, dass damals die Segelflugzeuge noch recht karg ausgestattet waren. "Wir hatten keinen Funk und keinen Fallschirm." Es folgten die weiteren Prüfungen und 1968 der erste thermische Flug mit Günter Kerber. Das war übrigens der 101. Start.

1968 war es im Grabfeld noch ein Ereignis, wenn sich jemand für das Segelfliegen interessierte. Zwei Jahre später begann der Flugbetrieb in Saal. Der erste Start vom neuen Flugfeld war am 2. Mai 1970. Kerber und Umhöfer waren vier Minuten mit der Rhönlerche über Saal. Die Rhönlerche wurde schließlich durch die damals modernere Maschine vom Typ Ka7 ersetzt.


München nur ein Bierdeckel

Mit ihr war Elmar Umhöfer fünf Stunden und 14 Minuten unterwegs. Ein Jahr später kam dann der Funkbetrieb auf, und die ersten Geräte wurden in die Segelflieger eingebaut.

Ein Flug, der ihm heute noch im Gedächtnis ist, so als wäre er gerade erst gewesen, ist der mit der ASK 18 über Innsbruck. In knapp 7000 Metern Höhe war natürlich Sauerstoff notwendig, "und die Welt unter mir war recht klein, München sah ich in etwa der Größe eines Bierdeckels", lacht Elmar Umhöfer. "Es war beeindruckend und unheimlich schön." Schmunzelnd erzählt er, dass dieses Fliegen bei Föhn ihn schon immer reizte und er deshalb zu Hause am Radiogerät saß und den Wetterbericht für Innsbruck hörte. "Wenn dann Föhn gemeldet wurde, ging es los."

Mittlerweile hat der heute 84-Jährige 4482 Flüge hinter sich, und ein Ende ist nicht abzusehen. Wenn der Name Elmar Umhöfer am Flugplatz in Saal genannt wird, ist dieser unweigerlich mit dem Flugsportverein Grabfeld verbunden. Er ist der Ideengeber dafür, den Flugsport auch dort heimisch zu machen. Er gründete die Interessengemeinschaft Grabfeld, und mit Unterstützung von Fluglehrer Günter Kerber und dem damaligen Bürgermeister von Saal, Otto Ebner, gelang es, ein Fluggelände ausfindig zu machen.

Mit Harald Schunk, Rudolf Koch und Otto Ebner lud er zur Gründungsversammlung des Flugsportvereins Grabfeld am 3. Januar 1970. 24 Personen traten dem jungen Verein bei. Am neuen Fluggelände gab es die ersten Probeflüge, dann begann der Bau einer Flughalle, 1974 entstand das neue Flugheim der Grabfeldflieger. In den vergangenen Jahren hat sich der Flugsportverein Grabfeld einen Namen gemacht, richtete große Flugfeste aus. Zu Gast war 1980 Manfred Strössenreuther, Kunstflug-Weltmeister, der seine WM-Kür in Saal zeigte.