In weiten Teilen Unterfrankens kennt man das am Bad Kissinger Feuertürmle ansässige Bestattungsunternehmen Meder. Der Familienbetrieb beschäftigt heute 28 Mitarbeiter in seinen fünf Filialen in Schweinfurt, Hammelburg, Werneck, Estenfeld und Gerolzhofen. Angefangen hat die erfolgreiche Firmengeschichte schon vor 170 Jahren, als Schreinermeister Johann Meder (1821-1897), das "Burghäuser Herrle", im Kirchdorf Burghausen (Münnerstadt) seine kleine Möbelwerkstatt gründete.

Schon 20 Jahre später erwarb Sohn Josef (1856-1927) das Haus in der Bad Kissinger Turmgasse und verlegte 1871 die Schreinerei ans historische Feuertürmle. Bald war die Schreinerei in ganz Deutschland für ihre kunstvoll gefertigten Möbelstücke bekannt, und spätestens seit der Beteiligung an der Internationalen Ausstellung für moderne dekorative Kunst und Kunstgewerbe in Paris (1925) bestellten Kunden in der ganzen Welt bei Möbel Meder in Bad Kissingen. Bereits Jahre zuvor hatten Josefs Kinder Heinrich, Eduard und Auguste nach Ende des Ersten Weltkriegs die Werkstatt in die Erhardstraße verlegt und Schauräume in der Ludwig- und der Promenadestraße eröffnet. Gleichzeitig begann der Betrieb mit der Gestaltung und dem Verkauf von Särgen.

Nach dem Tod Eduard Meders (1890-1953), der mit künstlerischem Talent als Innenarchitekt und Schreinermeister maßgeblich zum Aufstieg des Möbelhauses beigetragen hatte, traf dessen Sohn Walter, der als moderner Schreinermeister auch Kaufmann gelernt und den Wandel der Zeit frühzeitig gespürt hatte, eine zukunftsweisende Entscheidung. Walter Meder (1932-1995) trennte 1956 betriebsintern die Bereiche Möbelhandel und Bestattungen. Während die Möbel nun nicht mehr in eigener Werkstatt hergestellt wurden, sondern nur noch mit Fremdprodukten gehandelt und hierzu 1962 ein Möbelhaus in der Spargasse eröffnet wurde, erweiterte der Firmenchef den bislang nur auf Herstellung und Verkauf der Särge beschränkten Bereich der Bestattungen um zusätzliche Leistungen wie Grabaushub, Dekoration, Herstellung von Trauerdrucksachen, die Erledigung von Formalitäten und mehr.

Unterstützt von Ehefrau Klara führte Walter Meder das neu strukturierte Unternehmen in den Jahren des Wirtschaftswunders zum Erfolg, eröffnete 1969 die erste Niederlassung des Bestattungsinstituts in Schweinfurt und kaufte 1977 ein großes Grundstück in Oberthulba, wo er einen großzügigen, auf die Zukunft ausgerichteten Betriebshof bauen ließ, in dem bis heute alle Fahrzeuge und Gerätschaften untergebracht sind. Nicht zuletzt damit legte der Firmenchef den Grundstein für die erfolgreiche Expansion des heutigen Bestattungsunternehmens, das als einziger Geschäftszweig verblieb, nachdem Meder 1986 seinen Möbelhandel aufgegeben hatte, da er dem Wettbewerb mit den aufgekommenen Billigprodukten nicht standhalten konnte.

Seitdem seine beiden Kinder, Diplom-Kaufmann Josef Meder und Bestattermeisterin Mona Meder, im Jahr 1995 die Geschäftsleitung übernommen hatten, wurden vier weitere Niederlassungen in Unterfranken gegründet, das Walter-Meder-Haus für Trauer- und Gedenkfeiern in der Schloßstraße eröffnet und die Unternehmensleistungen heutigen Erfordernissen und Kundenwünschen angepasst. Mona Meders Ehemann Willem Westhoff kümmert sich als Gärtnermeister um das Gewächshaus und alle floristischen Aufgaben. Josef Meders Ehefrau Gudrun verantwortet die Bestattungsvorsorge und entlastet Hinterbliebene bei bürokratischen Pflichten. Tochter Julia, Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen, führt Trauergespräche und übernimmt organisatorische Aufgaben. Sohn Valentin bringt sich als Student des International Business Management bereits ebenso bereitwillig in den Familienbetrieb ein wie seine 15-jährige Schwester Fiona.

Heute blickt die Familie zufrieden auf die 170-jährige Geschichte des Unternehmens, aber auch mit Zuversicht in dessen Zukunft: Umsichtig und zurückhaltend will man den Einzug ins digitale Zeitalter weiter entwickeln, "ohne dass der persönliche Kontakt und die Menschlichkeit darunter leiden". Man wird die Unternehmensleistungen ständig den sich ändernden Kundenwünschen anpassen und will weiterhin als Ausbildungsbetrieb tätig sein.