"Das können wir auch." Die vollmundige Ankündigung einiger Schüler stand am Anfang. Damals waren die jungen Gymnasiasten als Schlachtenbummler dabei und feuerten ihre Klassenkameraddinnen an. Ein Jahr später standen die Jungs der 6.Klasse als "The Jumpers" selbst auf der Bühne beim Kreistanzfest der Schulen - und sie machten alles andere als eine schlechte Figur.

Bei Deutschlehrerin Barbara Liebner war die Idee aus dem vergangenen Jahr auf offene Ohren
gestoßen, und mit den in der Brückenauer Tanzszene nicht mehr unbekannten David Kunkel und Philip Kleinheinz zwei junge, motivierte Tänzer als Trainer gefunden worden. Die beiden Brückenauer waren selbst Schüler am Schulzentrum und trainieren einmal in der Woche in einer Tanzschule in Schweinfurt, und viele Tage in der Woche in der TV-Halle beim örtlichen Turnverein. Dieser hat der Gruppe auch angeboten, nach Ende des Projekts als Vereinsabteilung weiter zu tanzen.

Seit Februar wurde samstags eisern an den Tanzschritten und turnerischen Elementen geübt. "Weil's Spaß macht", so einer der16 Jungs auf die Frage, warum man als Junge tanzen will.

Auch für die beiden Trainer war das Projekt zunächst spannendes Neuland: "Wir sammeln hier ganz neue Erfahrungen, denn es ist etwas ganz anderes, das selbst Gelernte nur anzuwenden oder an andere weiter zu vermitteln," betont Philip Kleinheinz. "Es baut mich unheimlich auf, die Fortschritte der Jungs zu sehen", sagt sein Partner David Kunkel.

Und dann ist es auf einmal so weit: Beim 12. Kreistanzfest der Schulen tritt erstmals eine reine Jungentruppe auf. In ihrer Breakdance-Nummer thematisieren die Jungs vom Franz-Miltenberger-Gymnasium das Mobbing an Schulen: Zwei Gruppen, Nerds und Gangster, treffen aufeinander, helfen sich schließlich und vereinen sich zum Finale.

Mit Top-Rocking, dem Tanzen im Stehen beginnt ihre Nummer. Lässige Schritte haben sie eingeübt. Und auch die Posen kommen cool rüber. Dann geht es für die Haupttänzer auf den Dancefloor, den Fußboden. Die Footworks oder Downrocking genannten Tanzschritte (Moves) mit vielen turnerischen Elementen sind es, die Breakdancing so mitreißend machen.

Die Elf- bis Zwölfjährigen zeigen alles, was sie in der kurzen Zeit gelernt haben: Freezes, also eindrucksvolle und schräge Positionen wie Handstände mit gespreizten Beinen und die Drehungen auf Rücken oder sogar Kopf, die sogenannten Powermoves.

Noch einmal für alle

Schweißtreibender Sport und kein lasches Abtanzen ist das. Die Schüler auf den Rängen lassen sich mitreißen zu begeistertem Applaus. Sie feuern die Jungs an. Ansport genugfür die jungen Tänzer, ihre Figuren noch nach dem Auftritt weiter zu zeigen.

Ein wirklich sehenswerter Aufritt, der da zum Final es 12. Tanzfestes zu sehen war. Stimmungsmäßig entpuppte er sich als Volltreffer. Organisatorin Birgit Herré, Direktorin der Mittelschule zeigte sich zufrieden. Mit dem Auftritt der Jungs, aber auch mit dem Tanzfest an sich. Zahlreiche Schulen aus der ganzen Rhön mit etwa 160 Tänzerinnen und Tänzern und gut 400 Zuschauer machten das Fest wieder zu einem Erfolg.