Vier Ausschreibungen standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses. Bei allen vier Projekten gab es relativ wenige Angebote, aber trotzdem immer einen Zuschlag weit unter der Kostenschätzung. Landrat Thomas Bold (CSU) führt das auf die wettbewerbsfähige heimische Bauindustrie zurück: "Andere bieten schon gar nicht mehr an und trotzdem sparen wir Geld."


Auf Rannunger Wunsch geplant

Auf 7,15 Millionen Euro waren die vier Projekte insgesamt veranschlagt. Am Ende wurden die Aufträge für zusammen 5,34 Millionen Euro vergeben - alle vier an Firmen aus dem Landkreis, was mehrere Kreisräte begrüßten. Eine lange Beratung gab es zudem über den geplanten Neubau der KG 43, um den östlichen Landkreis besser anzubinden. "Das ist der seit langem gehegte Wunsch der VG Maßbach", blickte Landrat Bold auf die Historie zurück.
Eigentlich sollte die Verbindung zwischen Rottershausen und Rannungen bereits im Zuge des Baus der A 71 verbessert werden. Die Brücke über die Autobahn wurde vorsorglich bereits breiter gebaut, seitdem ist jedoch wenig passiert. Ursprünglich wurde auf der jetzigen Trasse, also in der Verlängerung des Ebenhäuser Weges geplant. "Wir haben auf Wunsch der Gemeinde Rannungen umgeplant", verwies Bold darauf, dass die Gemeinde im Zuge einer Flurbereinigung bereits sieben Hektar Fläche für die nördliche Anbindung an die KG 8 kostenfrei übertragen habe. Einen eindeutigeren Auftrag könne es nicht geben, deshalb sieht Bold die Rannunger auch in der Pflicht sich zu äußern: Falls sie die Straße so nicht mehr wollten, müssten sie allerdings damit rechnen, dass der Landkreis die Planungskosten in Rechnung stelle.
In einem anderen Punkt kam der Wirtschaftsausschuss Rannungen jedoch entgegen: Auf Antrag von CSU-Fraktionssprecher Siegfried Erhard und SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Görner wurde mit 10:5 Stimmen das Signal gegeben, dass die KG 43 neu nicht nur bis zur Straße in Richtung Schwarze Pfütze, sondern nördlich um den Ort herum weiter bis zur Kreisstraße in Richtung Maßbach gebaut werden soll. Die Kreisräte erhoffen sich dadurch ein eindeutiges Votum in der geplanten Bürgerbefragung. Bold hofft auch auf eindeutige Meinungen aus Maßbach, Thundorf und Oerlenbach zu dem Projekt.
Auf vier Millionen Euro ist bereits der erste Abschnitt der KG 43 neu veranschlagt. Für den nördlichen Bogen gebe es noch keine Planung, weil an der KG 8 die Flurbereinigung endete, berichtete Bold. Zudem verwies der Landrat auf eine aktuell "sehr gute Zuschusslage".
"Wir halten die Umgehung nicht für notwendig", sagte Grünen-Kreisrat Johannes Wegner. Zur Begründung verwies er auf die geringe Zahl von 900 Fahrzeugen auf dem aktuellen Wirtschaftsweg, der Verkehr dort sei seit Öffnung der A 71 eher zurück gegangen, bestätigte auch CSU-Kreisrat Robert Kiesel. In der rund einstündigen Diskussion über Sinn, Kosten und Nachhaltigkeit wurde unter anderem darauf verwiesen, dass nach dem Bau einer KG 43 neu ein deutlich längerer Abschnitt der KG 8 westlich und östlich der Schwarzen Pfütze aufgelassen würde.


Im Mai geht der Ausbau los

Die teuerste Maßnahme des Kreises heuer ist der Ausbau der KG 13 zwischen Wittershausen und Garitz samt Geh- und Radweg: Der Auftrag war auf 3,53 Millionen Euro veranschlagt und ging für 2,44 Millionen Euro an die Untererthaler Firma Stolz. Rund 251 000 Euro davon trägt der Markt Oberthulba wegen des Ausbaus der Gehwege sowie Kanal- und Wasserleitungsbau in Wittershausen. Die Stadtwerke Bad Kissingen bauen zudem für rund 25 000 Euro eine Gasleitung. Der Bau soll am 2. Mai begonnen und bis Jahresende abgeschlossen werden. Die Strecke wird laut Jürgen Dobler von der Tiefbauverwaltung für rund ein halbes Jahr gesperrt.
Auf 2,33 Millionen Euro veranschlagt und für 1,83 Millionen Euro vergeben wurde der Ausbau der Ortsdurchfahrt Fuchsstadt, der ebenfalls im Mai startet, aber bis zum Mai 2017 dauern soll. Im Zuge der Bauarbeiten werde abwechselnd eine der Zufahrten nach Fuchsstdat gesperrt. Den Löwenanteil von 1,2 Millionen Euro an den Kosten übernimmt die Gemeinde Fuchsstadt für Gehwege sowie Kanal- und Wasserleitungsbau. Der Freistaat beteiligt sich mit 269 000 Euro und schließt sich zudem mit einem Vollausbau bis zur westlichen Anbindung an die B 287 an. Der Auftrag ging an die Firma Ullrich, Elfershausen.


Umbau zur Kreuzung

Am 2. Mai soll zudem der Umbau der Aschacher Kreuzung zum Kreisverkehr beginnen: Die Firma Stolz aus Untererthal erhielt den Zuschlag für 948 000 Euro, veranschlagt waren gut 1,1 Millionen Euro. Der Markt Bad Bocklet trägt 187 000, der Freistaat 386 000 Euro. Bis zu den Sommerferien sei eine einspurige Umfahrung mit Ampel geplant, in den Sommerferien werde die Kreisstraße nach Bad Bocklet komplett gesperrt.
Der Bau eines Geh- und Radweges von Weichtungen zur Randsbachmühle wurde für 128 000 Euro an die Bad Kissinger Firma Hell vergeben, veranschlagt waren 181 000 Euro. Der Weg soll im Oktober fertig sein.