Positive und negative Beispiele liegen oft gar nicht weit auseinander. Gerhard Zeller, Geschäftsleitender Beamter des Marktes Burkardroth deutet auf ein Anwesen direkt am Rathaus. Das besteht aus zwei Wohnhäusern und einer Scheune, "steht seit Jahren leer".

Sein Vorschlag: Abreißen und ein paar Meter von der Straße - "mitten im Ort, mitten im Leben" neu bauen.
Denn in unmittelbarer Umgebung gibt es alles, was man so täglich braucht.


Nicht bereut

Wenige Meter davon entfernt ist eine Baustelle. Wolfgang Mahlmeister gestaltet, direkt am Marktplatz, einen früheren Lebensmittelmarkt um. Hier soll es bald ein modernes Café mit Bäckerei und Wohnungen geben.

Ein weiteres Beispiel für Bauen im Zentrum steht in Ramsthal. Das Weingut Baldauf wurde nicht auf die grüne Wiese verlagert, sondern ist - trotz höherer Kosten - mitten im Ort geblieben. Mitinhaber Gerald Baldauf hat dies nicht bereut: "Es war für uns die richtige Entscheidung." Bestehende Gebäude und betriebliche Wege wurden optimiert, eine in den Ort integrierte Vinothek sei für den Kunden "attraktiver und nicht so austauschbar", sagte er.

Burkardroths Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) hofft, dass das Schule macht. 110 leer stehende Häuser und 220 Baulücken gebe es in der Gemeinde; "Tendenz steigend".


"Die Dörfer sterben aus"

Auch deshalb werden parallel zum Herbstmarkt Anfang September in Burkardroth die Bauaktionstage stattfinden. Ihr Motto: "Mitten im Ort - mitten im Leben". Bauwillige sollen dafür gewonnen werden, in den Zentren zu bleiben oder sich dort nieder zu lassen.

Denn, so stellvertretender Landrat Emil Müller (CSU), der Weg nach draußen auf die grüne Wiese könne so nicht weiter gehen. Die Dörfer würden aussterben.

Verena Mörsner (Innenentwicklungsmanagement im Landkreis) will für die Bauaktionstage - Zielgruppe sind vor allem die Eigentümer leer stehender Häuser - spezielle Aussteller gewinnen. Sie werden auf dem Marktplatz oder auf seinem Umfeld untergebracht. Dort kann man sich informieren lassen.

Denn, so Verena Mörsner, in Sachen Bauberatung gebe es noch erheblichen Bedarf. Das zeige sich auch bei der Vortragsreihe "Donnerstalk". Interessenten aus Planung und Bauwirtschaft können sich noch bis 28. Juni bei ihr anmelden. Sie alle sollen hier eine Plattform finden. Denn viele potenzielle Interessenten seien unsicher, wie sie mit der Problematik umgehen sollen. Aber "es lohnt sich darüber nachzudenken". Auch gebe es diverse Förderprogramme, so Verena Mörsner.

Außerdem wird es eine Fotoausstellung im Rathaus geben. Es sind Fachvorträge geplant.
Verena Mörsner sagte, die Auftaktveranstaltung am Sonntag, 8. September, verstehe sich als eine Art Informations- und Verbrauchermesse mit Schwerpunkt Bauen im Bestand.

An den folgenden Wochenenden können landkreisweit wie beim Tag des offenen Denkmals nachahmenswerte Beispiele aus der Praxis besichtigt (von außen) werden. Eigentümer, die in der Ortsmitte neu gebaut oder ein Gebäude saniert haben, zeigen dann, wie das geht.