Einen ungewöhnlichen Ort für die Sitzung hatte sich der Gemeinderat von Bad Bocklet ausgesucht. Man tagte im Raum des Gesangvereins in der Henneberg-Halle in Steinach. Und dies hatte einen guten Grund: An diesem Tag sollten die Sanierungsmaßnahmen beschlossen werden. Das sei notwendig, dass hier auch in Zukunft Sport betrieben werden kann, sagte Bürgermeister Wolfgang Back (CSU).
In Vorgesprächen war auch über den Einbau einer Tribüne diskutiert worden. Das war aber letztendlich vom Gemeinderat abgelehnt worden, weil das zu teuer geworden wäre.
In der Sitzung nahmen die Gemeinderäte erst noch einmal die Räume in Augenschein, bevor man sich dann einstimmig für die Generalsanierung der Halle entschloss.

Gebäude fast schadstofffrei

Der Abstimmung ging ein Vortrag der beteiligten Architektur- und Ingenieurbüros voraus. Frank Petzold vom Architekturbüro Richter teilte die Sanierung in drei Kategorien ein. Schulisch genutzte Bereiche könnten gefördert, allgemeine Bereiche anteilig gefördert werden, während nicht schulische Bereiche voraussichtlich keine Fördermittel erhielten.
Glück hatte man laut Architekt Stefan Richter bei der Bauteiluntersuchung auf Schadstoffe. "Das Gebäude ist nahezu schadstofffrei", lautete hier die Prognose.
In der Zusammenstellung lauten die Kosten folgendermaßen: Für den Hochbau rund 1,1 Millionen Euro, für die technischen Anlagen 484 000 Euro und für die Nebenkosten 236 000 Euro , so dass man auf geschätzte Gesamtkosten von rund 1,8 Millionen Euro kam.
Von der Kostenschätzung (siehe Infokasten) waren die Mitglieder des Gemeinderates einigermaßen geplättet, obwohl man mit dieser gerechnet hatte. Bürgermeister Wolfgang Back forderte dabei aber auch: "Es darf nicht passieren, dass sich die Kosten mehren. Wir brauchen eine Garantie, dass dieser maximale Kostenrahmen nicht überschritten wird."
Oliver Hüfner von hüfner consult meinte dazu, dass - wenn der Markt stabil bleibe und ein gewisses Portfolio der angeschriebenen Firmen eingehalten werde, es zu keiner Kostenmehrung komme.
"Wir sind meilenweit von dem weg, was wir anfangs bezahlen wollten", so ein enttäuschter Andreas Sandwall (CSU). Dennoch sei die Maßnahme absolut notwendig.
Die Frage nach der Förderquote wusste der Kämmerer Patrick Könen zu beantworten. Nach ersten Schätzungen rechnete er mit maximal l 600 000 Euro an Fördergeldern.
Im Bereich der Kegler sah Wolfgang Back Einsparungspotential, indem man die Nutzung der Duschen anders regele. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, mit dem Kegelclub Verhandlungen aufzunehmen.
Mario Hümpfer (FCW) regte an, dass man prüfen solle, ob die Vereine nicht auch Eigenleistung erbringen könnten. Man beschloss, Kontakt zu den Vereinen aufzunehmen, um dies abzuklären.
Nach einer Begehung wurde die Sanierung der Henneberg-Sporthalle nach den vorliegenden Planungen einstimmig beschlossen, die Verwaltung muss nun gemeinsam mit dem Architekten die Förderung einleiten.
Die Bauzeit ist mit einem bis eineinviertel Jahre veranschlagt, so dass sie wohl von November 2014 bis April 2016 stattfinden wird. Eine Nutzung der Halle ist in dieser Zeit nicht möglich.

Schulische Bereiche
Sporthalle Erneuerung des Sportbodens, zusätzlicher Rettungsweg an der Südwest-Fassade, Wände neu verputzen: rund 376 000 Euro brutto.

Geräteraum Erweiterung, Lüftungsanlage nach außen bringen, Austausch der Fenster und Türen, Erneuerung der Bodenbeläge, Abbruch der technischen Anlagen: 36 000 Euro.

Technikraum bleibt weitgehend erhalten. Austausch der Fenster, Wände verputzen. Geschätzte Kosten: rund 16 000 Euro.

Umkleide Modernisierung von Grund auf, auch der Waschplätze: rund 86 000 Euro.

Allgemeine Bereiche
Baustelleneinrichtung rund 29 000 Euro, Reinigung nach Fertigstellung 6000 Euro.

Brandschutz in Fluren, Foyer und Treppenhaus (neue Unterdecken), Fenster und Türen erneuern, Wandflächen modernisieren: rund 117 000 Euro.

Flur und weitere Technikräume Gesamtkosten in Höhe von rund 41 000 Euro.

Heizungsraum 2600 Euro.

Die Lüftungsanlage soll in den Außenbereich verlegt werden, was ein Podest nötig macht, das an der Nordfassade der Turnhalle entstehen soll. So kann man dann einen Rettungsweg direkt von der Bühne realisieren, indem man eine neue Stahl-Außentreppe anbaut. Die Kosten dafür liegen bei rund 26 000 Euro.
Fassade Ausbesserungsarbeiten, Streichen der Fassade und Sockelflächen. Gemeinsam mit anderen Maßnahmen rund 47 000 Euro.

Dachdecker-, Zimmerer- und Klempnerarbeiten: Rund 36 000 Euro.

Außenanlage Sanierung der Eingangstreppe, Verfüllen des vorhandenen Öltanks rund 31 000 Euro.

Schließanlage 6000 Euro .

Nicht förderfähig Bühne Sanierung rund 56 000 Euro, Küche Sanierung rund 26 000 Euro, Treppenhaus-Anbau mit neuer Toilettenanlage 32 000 Euro, Sanierung Musikprobenraum 24 000 Euro, Umkleiden und Duschen im Untergeschoss für die Kegler 82 000 Euro, Arbeiten an der Kegelbahn 11 000 Euro, Erneuerung des Bühnenvorhangs, der Umbau der Thekenanlage, die Ergänzung der Kücheneinrichtung und die Errichtung einer Thekenanlage 26 000 Euro.

Technische Anlagen Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen rund 68 000 Euro, Wärmerversorgungsanlagen 108 000 Euro, lufttechnische Anlagen 84 000 Euro, Starkstromanlagen 168 000 Euro, Fernmelde- und informationstechnische Anlagen 51 000 Euro, sonstige Maßnahmen im Bereich der technischen Anlagen rund 7000 Euro. Insgesamt 484 000 Euro.

Ingenieurleistungen und Planung sowie die erfolgten und laufenden Voruntersuchungen und 236 000 Euro.