Die musikalische Gesamtleitung lag in den Händen von Alexander Fleischer, der Dozent für Liedgestaltung an der Hochschule ist. Die Stücke waren nicht nur abwechslungsreich sondern auch anspruchsvoll. Ein Bogen von den traditionell klassischen Weisen hin zu zeitgenössischer Musik wurde gespannt, was den Abend facettenreich machte, aber auch vom Können der Studierenden zeugte.

Sanftheit und Leidenschaft

Der erste Liedzyklus entstammte den "Myrten" Opus 25 von Robert Schumann. Die Lieder, die der Komponist für seine Clara zum Hochzeitstag geschrieben hat, handeln von inniger Liebe. Diese Stimmung wusste Hongyü Xing mit ihrer Sopranstimme einzufangen. Mit Sanftheit und Leidenschaft interpretierte sie die Stücke. Begleitet wurde sie von Yiaoyi Wan am Klavier, beide harmonierten sehr gut. Der Wechsel zwischen den musikalischen Temperamenten war für die Pianistin kein Problem.
Den dunkleren Seiten der Liebe widmeten sich dann die sechs Gesänge aus dem Opus 107 von Robert Schumann. Theresa Romes verstand es meisterlich, mit ihrer Sopranstimme den Liedern Seele einzuhauchen.

Viel Applaus

Richard Wagner und seiner Musik hatte sich die Sopranistin Syrinx Jessen verschrieben, die von einem gefühlvollen Gio Abuladze am Klavier begleitet wurde. Nachdenklich und klagend klangen die Weisen aus den "Wesendonck-Liedern". Pianist und Sängerin harmonisierten einwandfrei. Jessen verstand es, den Schwermut glaubhaft zu vermitteln. Mit viel Applaus wurde die gelungene Darbietung goutiert.
Überhaupt fiel bei allen Sängerinnen und Sängern die perfekt einstudierte Mimik auf, die den Gesang noch ausdrucksstärker werden ließ und so visuell die Musik untermalte.
Mit großer Stimmgewalt brillierte Torhu Uguchi als Bariton bei den Stücken aus der Feder von Hermann Reutter. Mit Leichtigkeit meisterte er die doch recht schweren Weisen, auch der Pianist Gio Abuladze zeigte dabei sein Können auf dem Klavier und harmonierte mit dem Sänger , als wären sie eine Einheit.
Die "Löwenbraut" aus der Feder Schumanns, die von Theresa Romes interpretiert wurde, schlug die Zuhörer in den Bann. Die tragische, spannungsgeladene Geschichte wusste Romes gekonnt mit ihrer Stimme zu interpretieren, was ihre am Ende des Stücks großen Applaus einbrachte. Nicht nur die der Gesang überzeugte, auch ihre Mimik passte perfekt zum dramatischen Stück.
In eine sehr moderne Richtung gingen die drei Stücke von Hugo Wolf, die dem "Italienischen Liederbuch" entnommen waren. Leichtfüßig verstand es Sopranistin Kristrún Hákonardóttir mit dem Publikum zu kokettieren und die Musik mit einer Leichtigkeit zu interpretieren, die ansteckend war. Tosender, langanhaltender Applaus und Bravo-Rufe am Ende der Aufführung zeigten, dass es dem Publikum sehr gut gefallen hatte.