Vor 50 Jahren wurde die katholische Kirche St. Burkard in Oerlenbach eingeweiht. Das wurde mit einem Festgottesdienst zum Patrozinium gefeiert. Pfarrer Edwin Ziegler, der den stimmungsvollen Gottesdienst zelebrierte, lud dazu ein, die vertraute Kirche neu zu entdecken. Schauen sie sich um, was will die Kirche mit ihrer Formensprache, ihrem Aussehen, ihrer Lichtkuppel uns sagen?"

Als man die Kirche baute, wollte man bei den Menschen einen Bewusstseinswandel erreichen, erklärte der Pfarrer. Christus stehe im Mittelpunkt. Bauwerke könnten zwar Zeichen setzen, aber ohne die Denkweise der Menschen ginge es nicht.

Dietmar Schmitt, Mitglied der Kirchenverwaltung, erläuterte am Ende des Festgottesdienstes die Entstehung der Kirche: Bereits 1959 fasste man den Plan, die alte Kirche an der Hauptstraße wegen der steigenden Bevölkerungszahl zu erweitern. Man entschloss sich jedoch später für einen Neubau an der jetzigen Stelle.

Anlässlich eines Bischofbesuchs 1964 fiel der Startschuss. 1966 war Baubeginn, 1967 die Grundsteinlegung und am 12. Oktober 1968 die Einweihung der Kirche. Man entschied sich, nach Empfehlung des bischöflichen Bauamtes, eine Kirche zu bauen, die im Inneren den Erfordernissen der modernen Liturgie entspreche und nach Außen eine schöne Dominante im Ortsbild ergebe.

So entstand ein sechseckiger Hauptbau mit einem Faltdach und einer Pyramidenförmigen Laterne aus Glas, von den Einheimischen oft auch als "Zitronenpresse" bezeichnet. Das Pfarrzentrum besteht aus einem Gotteshaus und zwei kleinen Seitenkapellen, Sakristei, Pfarrheim, Pfarrwohnung und freistehendem Glockenturm.

Den größten Teil der Finanzierung trug die Diözese Würzburg. Im Oktober 1968 wurde die neue Kirche von Bischof Josef Stangl aus Würzburg eingeweiht. Am gleichen Tag erhielt Oerlenbach die Urkunde, die die Erhebung zu einer selbstständigen Pfarrei festschreibt.

In einer kleinen Ausstellung im Pfarrheim konnten die Besucher die Baugeschichte nachvollziehen. Dietmar Schmitt und Konrad Brunner haben auf sieben Stellwänden die Kirchengeschichte der Oerlenbacher Kirchen von der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart festgehalten.

Mit einem Standkonzert auf dem Kirchenvorplatz begleitete die Trachtenkapelle des Musikvereines Oerlenbach - unter der Stabführung von Hans-Jörg Rustler - das Fest. Ein kleiner Imbiss für die rund 120 Kirchenbesucher rundete den Festtag ab.