Aufgeregt ist Pater Silvester nicht. "Warum sollte ich es sein?", fragt er und lächelt. Nun ja, kein geringerer als sein indischer Erzbischof kommt zu Besuch, zur Visitation nach Burkardroth. Für Pater Silvester ist dies nichts Außergewöhnliches. Vielmehr freut er sich darauf, gemeinsam mit seinem Erzbischof eine syro-malabarische Hl. Messe zu feiern.


Nur einmal getragen

"Ich werde dabei dieses Gewand tragen", sagt er und zeigt eine besonders kunstvoll verzierte Robe. Die hat er von seinem Bruder zur Primiz geschenkt bekommen. Nur einmal hat er das Gewand in den vergangenen zwei Jahren in Burkardroth angehabt. Solange gehört der indische Geistliche schon zum Seelsorgerteam der Großgemeinde. Wie lange er noch bleiben wird, ist unklar und momentan auch nicht wichtig. Jetzt stehen erst einmal die Vorbereitungen für die außergewöhnliche Messe am Samstag, 18. Juni, in der Burkardrother Pfarrkirche auf dem Plan. Beginn ist um 18 Uhr. Diese Messe wird nämlich nicht nach dem üblichen lateinischen Ritus gefeiert, sondern nach dem syro-malabischen. Denn Pater Silvester und sein Bischof gehören dem Orden der Thomas-Christen an. Dieser untersteht der syro-malbrischen Kirche, die eine von 22 orientalischen katholischen Kirchen "in voller Gemeinschaft mit Rom" ist.


Mit Gesang, Gebet und Tanz

"Der Ablauf der Messe ist anders. Es wird viel gesungen, gebetet und auch getanzt", erklärt der indische Geistliche. Einige Mitbrüder und auch indische Nonnen aus dem Saarland werden zur Unterstützung dabei sein. "Wir wollen somit die Vielfalt der katholischen Kirche zeigen", sagt der Pater.
Gehalten wird der Gottesdienst allerdings in Malayalam, einer südindischen Sprache, seiner Heimatsprache. Zum besseren Verständnis für die deutschen Gottesdienstbesucher hat er ein Heft mit Übersetzungen vorbereitet. "Aber es wird in der Messe auch deutsch gesprochen", versichert der Geistliche. So hat der 69-jährige Erzbischof seine kurze Predigt in deutscher Sprache verfasst. "Ich habe sie schon gegengelesen", berichtet der Pater.