Wenn im Märzen der Bauer den Traktor anwirft, dann weiß er noch lange nicht, ob sich die Arbeit für ihn finanziell auszahlen wird. Denn noch immer spielte das Wetter eine entscheidende Rolle. Und das begünstigt im Moment die Landwirte überhaupt nicht: Es ist zu kalt und zu trocken. Wenn sich das in den nächsten 14 Tagen nicht ändert, wird auch 2013 die Ernte nur mäßig ausfallen.

Die Bodentemperaturen seien so niedrig, dass sich das
Wachstum der Früchte, wenn es überhaupt eines gebe, verzögere, sagte Pflanzenbau-Fachmann Peter Will beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Wenn das anhalte, müssten sich die Landwirte auf "gewisse Abstriche" bei den Erträgen einstellen. Schon jetzt fehlten Vegetationstage. Nur bei optimalen Bedingungen sei das aufzuholen.

Zehn Grad sollten es schon sein

Der Winterbau - Roggen, Futtergerste, Weizen, Raps und Triticale - stehe draußen und sei gedüngt. Er warte darauf, dass das endlich losgehe. Dazu müsste es aber tagsüber um die zehn Grad warm sein. Derzeit pendelten die Temperaturen um den Gefrierpunkt, nachts gebe es Frost. Bis Anfang nächster Woche sage der Wetterdienst des Maschinenrings allerdings keine größeren Änderungen voraus.

Der Sommerbau besteht im wesentlichen aus Braugerste, Mais und Zuckerrüben. Mais und Rüben seien von den Witterungsbedingungen nicht betroffen, da sie Mitte bis Ende April ausgesät werden. Peter Will geht davon aus, dass der Anteil der Sommergerste beim Getreide weiter auf dann nur noch acht bis neun Prozent sinken wird, weil der Erlös unbefriedigend ist. Manche Bauern überlegten, statt dessen Mais anzubauen.

"Wir brauchen dringend Regen und Wärme", sagt Edgar Thomas (Nüdlingen). Der stellvertretende Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) bewirtschaftet rund 220 Hektar. Auf rund 80 Hektar hat er Raps angesät. Das Problem: Die Pflanzen gehen in die Höhe und haben zu wenig Verzweigung. Das könnte Ertragsminderungen mit sich bringen.

Außerdem werden die kleinen Pflanzen durch den Wechselfrost angehoben, die Wurzeln verlieren laut Edgar Thomas dann den Anschluss ans Wasser. Anders als beim Raps kann man beim Getreide jedoch versuchen, mit Anwalzen dagegen zu wirken.

Immerhin, so Edgar Thomas, sei der Bestand gut über den Winter gekommen. Er habe Sommergerste ausgesät, die für die Keimversorgung jetzt Regen bräuchte. Es sei noch zu früh für Spekulationen über die zu erwartenden Erträge, so seien die nächsten 14 Tage entscheidend.

Oben trocken, unten steinhart

Robert Kiesel (Reiterswiesen) hat mit über 300 Hektar einen der größten landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis. Er habe gedacht, 2013 könnte eigentlich nur besser werden als das vergangene Jahr. Es habe zwar keine Totalauswinterung gegeben, wohl aber - auf feuchten Böden - Ausfälle beim Raps. Robert Kiesel sprach von zehn bis 20 Prozent. "Gott sei Dank" hat er nur auf 80 Hektar Raps angepflanzt. Noch gut davongekommen sei er bei Weizen und Wintergerste. Aber es müsste warm werden, damit es hier zu einer Bestockung kommt. Auf 40 Hektar haben Robert Kiesel und seine Mitarbeiter Sommergerste ausgebracht. Aber "da passiert nichts", denn der Boden sei oben ausgetrocknet und darunter noch steinhart gefroren. Die Körner keimten erst, wenn es warm und feucht wird.

Als Landwirt, so Robert Kiesel, sei man immer vom Wetter abhängig. Es sehe fast so aus, als hätte die Witterung sich gewandelt. Vor allem gebe es kurze heiße Perioden. Wenn so eine jetzt komme, "ist der Käs' gegessen". Will heißen: Dann wird die Ernte gering ausfallen. Dann wäre auch 2013 ein "Katastrophenjahr" - das vierte in Folge.

2012 extreme Frostschäden

Jürgen Bock (Eltingshausen) bearbeitet 120 Hektar im Vollerwerb. Vor allem die Nachtfröste machten den Pflanzen zu schaffen. Schon 2012 habe es extreme Frostschäden bei den Winterungen gegeben. Der Raps müsste schon im Grün stehen, es tue sich aber nichts. Wenn es weiter kalt bleibe, werde es auch die Herbstfrüchte noch erwischen.

baut er unter anderem Weizen, Dinkel und Gerste an. Er zeigt sich gelassen und hat gerade mit dem Säen von Sommergerste angefangen. Man müsse abwarten, meinte Rudolf Hoffmann. Das Jahr habe ja gerade erst begonnen: "Bis jetzt ist noch nichts kaputt gegangen", auch wenn die Winterfrüchte schlechter aussehen als nach dem Schnee.