Formal noch im Amt als Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes Aschach-Saale war die Leitung der Neuwahl die wohl letzte Amtshandlung des früheren Bad Bockleter Bürgermeisters Wolfgang Back (CSU). Erst 2014 zum Vorsitzenden gewählt, hatte Back schon 2016 gesundheitsbedingt die Leitung der Versammlungen seinem Stellvertreter, dem Burkardrother Bürgermeister Waldemar Bug (ödp), überlassen müssen. Dieser wurde nun am Montag einstimmig für die drei verbleibenden Jahre bis zur Kommunalwahl zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter wurde Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU), Backs Nachfolger im Bad Bockleter Rathaus.


Neue Leitungen

Die Anforderungen seien gewachsen, die Technik komplizierter geworden, sagte Wolfgang Back. "Aber wenn man miteinander redet und aufeinander zugeht, wird alles gut." Damit erinnerte er an die zurückliegenden Baumaßnahmen, "die auch für viele Bewohner manchmal hinderlich waren".

Neue Baumaßnahmen plant der Abwasserzweckverband in den kommenden zwei Jahren: Nach Abarbeitung aller Bürgereingaben soll nach Jahren der Planung und Diskussion mit dem Anschluss der Ortschaften Katzenbach, Waldfenster und Lauter an die Verbandskläranlage begonnen werden. Geschäftsführer Heiko Schuhmann wurde von der Verbandsversammlung seinem Vorschlag entsprechend beauftragt, den Bau der Druckleitung ab Katzenbach zur Überleitung des Abwassers an das vorhandene Abwassersystem in Stralsbach auszuschreiben. Mit dem Bau könne nach der Ernte ab Herbst 2017 begonnen werden, so Schuhmann.


Kosten: Zwei Millionen Euro

In der Ausschreibung soll aber kein Termin für den Baubeginn, sondern nur ein verbindlicher Fertigstellungstermin genannt werden. "Wir brauchen die Leitung ja erst, wenn die Pumpstation und das Becken in Katzenbach fertig sind." Wegen der freien Zeiteinteilung für die ausführenden Firmen erhofft sich der Zweckverband günstigere Angebote.

Der Bau der am Katzenbacher Ortsrand noch zu errichtenden zweigeschossigen Pumpstation mit angeschlossenem Durchlaufbecken und Rückhaltebecken soll nach Vorstellungen des Abwasserzweckverbandes im Herbst 2018 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten dürften nach früheren Schätzungen bei über zwei Millionen Euro liegen.

Wie alle anderen Tagesordnungspunkte wurde auch der vom Bad Bockleter Kämmerer Patrick Könen vorgelegte Haushaltsentwurf für das Jahr 2017 von der Verbandsversammlung einstimmig verabschiedet. Demnach liegt der Verwaltungshaushalt bei 610 000 Euro (Vorjahr: 643 000 Euro) und der Vermögenshaushalt bei 912 500 Euro. Die gewaltige Steigerung des Vermögenshaushalts, der im Vorjahr mit nur 230 000 Euro abschloss, ist auf die geplanten Baumaßnahmen des Katzenbacher Anschlusses zurückzuführen, die im Haushalt 2017 mit anteiligen 800 000 Euro berücksichtigt sind.

Im Vermögenshaushalt wurde die Ersatzbeschaffung für den alten Schlepper (Baujahr 1964) aufgenommen, den der Verband 1984 gekauft und damals zum Bagger und Schneeräumfahrzeug umgebaut hatte. "Es gibt inzwischen Probleme mit dem Getriebe und kaum Ersatzteile", erklärte Vorsitzender Bug die Notwendigkeit zum geplanten Kauf eines gebrauchten Radladers. Der Kaufpreis wurde von der Versammlung auf maximal 30 000 Euro festgesetzt.

Erhöht wurde die Verwaltungspauschale, die der Abwasserzweckverband an die beiden Mitgliedsgemeinden zahlt: Für sämtliche Aufgaben - von der Geschäftsführung über Buchhaltung bis Baufragen - erhält jede Gemeinde pauschal 11 000 Euro im Jahr. Bis 2008 hatte die Pauschale 7500 Euro betragen, danach wurde sie auf 9000 Euro erhöht und blieb seitdem gleich. "Die Rechnungsprüfungsstelle im Landratsamt hat uns empfohlen, die Pauschale anzupassen", begründete Bug die Erhöhung. Alleine durch Tariferhöhungen läge die Pauschale "heute schon bei über 11 000 Euro".