Mit dem Thema "Flucht und Vertreibung" hat sich die Abschlussklasse der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer als Projektarbeit beschäftigt. Zwei Wochen lang haben die neun Schüler dieses Thema zum Gegenstand bildhauerischer Reflexion gemacht. Als Symbol für die konkrete Umsetzung innerhalb einer Rauminstallation wurde das Boot gewählt, denn für die Flüchtenden sind Boote Hoffnungsträger und Zeichen des Übergangs in eine bessere Welt.

Jan Polacek, Fachlehrer an der Berufsfachschule, war Ideengeber für die Rauminstallation. Die Schüler hätten das Thema mit verschiedenen Materialien umgesetzt und zu einer Installation im Foyer der Berufsfachschule aufgebaut, erklärt er. Müll in Gelben Säcken, Drähte und Wurzeln wurden verwendet. Entstanden sind flache Schalen oder aus Papier gefaltete Boote. Sie sind auf blauem Untergrund verteilt, der Schriftzug "Flucht" aus altem Palettenholz prangt an der Wand und wirkt wie Strandgut.

Begleitet wird die Präsentation durch eine Dia-Projektion, erarbeitet in Collagetechnik von Schülern der 12. Klasse, die ebenso das Thema Flucht und Vertreibung im Sozialkunde- und Deutschunterricht erarbeitet haben. "Das Ziel der Schule, einen integrativen Unterricht, der sowohl praktische wie theoretische Ausbildung anbietet, wurde bei diesem Projekt deutlich", erklärt Jan Polacek.

Flucht und Vertreibung seien hochbrisante Themen in unserer Zeit. "Diese problembehaftete Situation beschäftigt unsere Gesellschaft schon seit einigen Jahren sehr intensiv. Vor allem junge Menschen reagieren auf diesen bedrückenden Zustand, in dem Flüchtende großer Not und Gefahr ausgesetzt sind, oft hilflos." Dies mit bildnerischen Mitteln aufzugreifen und in einer Installation sichtbar werden zu lassen, war das Anliegen.
"Eine moderne und sehr aktuelle Arbeit zu einem heiklen Thema ist dabei entstanden, die es verdient hätte, über die Landkreisgrenzen hinaus gezeigt zu werden", so Polacek. Auch der künstlerische Leiter der Holzbildhauerschule, Martin Bühner, zeigte sich beeindruckt.

Wer die Ausstellung besichtigen möchte, könne diese während der Schulzeiten Montag bis Donnerstag von 8 bis 15 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr tun.