Mit leuchtenden Augen erzählt der Solist nach dem Konzert, wie gut er sich beim Spielen gefühlt hat. "Die Königsloge ist einfach genial für meine Musik. Nicht immer gelingt es mir, eine Verbindung herzustellen, quasi von Seele zu Seele eins zu werden mit der Musik und den Zuhörern. Ich erschrecke dann fast, wenn das Stück zu Ende geht und ich aus der Musik aufwache." Die internationale Fachpresse beschreibt das in ihren Rezensionen unter anderem so: "Er hat eine poetisch - musikalische Weisheit, die er auf seine individuelle Weise mit höchster künstlerischer Reife darbietet."

Musikalische Freundschaft


Und so spannte Remberger als Solist den Bogen von südamerikanischen Komponisten wie Heitor Villa-Lobos hin zu den spanischen Stücken von Fernando Sor und Federico Moreno Torroba. Neu im Programm: der zeitgenössische französische Komponist und Konzertgitarrist Roland Dyens. Der war einst Wertungsrichter bei einem Wettbewerb, an dem auch Remberger teilnahm. Seitdem verbindet die beiden eine musikalische Freundschaft.
Auch wenn Remberger nur zweimal im Jahr in seiner Heimat auftritt, so ist Bad Brückenau für ihn mehr als nur sein Wohnsitz im Haus seiner Eltern.
Hier erholt er sich von den Anspannungen als Dozent an der Musikhochschule Würzburg und der Musikschule Fulda, von seinen Meisterkursen in ganz Deutschland und im Ausland.
"Die Zeiten, als ich nach dem Studium 40 bis 50 Konzerte im Jahr gegeben habe, sind ganz bewusst vorbei. Ich konnte dabei viel Erfahrung sammeln, es war aber auch sehr kräftezehrend. Jedes Konzert zehrt mich emotional aus, lange Spaziergänge um Brückenau helfen den Akku wieder zu füllen." Drei vier Stunden tägliches Üben für sein aktuelles Programm werden durch Gartenarbeit und sein Hobby - im Motorschiff auf dem Main fahren - etwas kompensiert.
Ob sich Lehrtätigkeit und Konzertieren nicht gegenseitig behindern?: "Konzertieren ist für mich die Beschäftigung und das Arbeiten an mir und mit mir. Beim Lehren arbeite ich an anderen Musikern. Ein musikalisches Geben und Nehmen - und beides möchte ich nicht missen, es ergänzt sich." Die Momente in der Musik und beim Spielen würden nicht von ihm gemacht, "sie werden mir genauso gegeben wie meinen Zuhörern. Nur so ergibt sich diese Verbindung von Seele zu Seele, die ein Konzert erst absolut gelingen lassen.
"Eine Künstlerpersönlichkeit, die sich in die Gemüter des Publikums einspielt", schrieb ein Rezensent über Remberger, der trotz allen Lobes ein waschechter und bescheidener Bröggenäer geblieben ist.


Zur Person


Siegbert Remberger, 1962 geboren, wuchs in Bad Brückenau auf und studierte an den Musikhochschulen in Würzburg und Basel mit den Abschlüssen Diplommusiker und Solistendiplom. Er ist Preisträger bei zahlreichen internationalen Wettbewerben. Der Gerodaer Gitarrensolist Carlo Hilsdorf ist einer der zahlreichen zeitgenössischen Musiker, die von ihm an der Konzertgitarre ausgebildet wurden.

Neue CDs


Seit Anfang der 90er Jahre hat Remberger zehn Tonträger eingespielt. "Zwei neue CDs sind momentan im Backofen, sie werden nächstes Jahr erscheinen. Aufgenommen habe ich sie mit dem bayerischen Rundfunk in der Musikakademie Hammelburg. Die wissen mittlerweile, wie man die Klosterglocken stilllegt." Eine der CDs wird eine Solo-CD sein, die er
selbst vermarkten wird.

Termine


Für 2013 ist wieder ein gemeinsames Konzert mit den vier jungen Damen des Elisen Quartetts aus Fürth geplant. Auch mit der Portugiesin Isabel Pedrowird er wieder arbeiten.

Andere Rolle


Als Leiter des Gitarrenensembles an der Musikschule Fulda kann man Siegbert Remberger am Samstag, 24. November, um 19 Uhr in der Aula der alten Universität in einer anderen Rolle erleben. Hier wird er Flöten-, Streicher- und Gitarrenensembles zu venezianischer, mehrchöriger Musik der Renaissance von Pachelbel und Gabrieli dirigieren. Am Samstag, 22. Februar 2013, um 19 Uhr ist dann seine Fuldaer Gitarrenklasse bei ihrem jährlichen Konzert im Gewölbekeller der Musikschule Bad Brückenau zu hören.bdt