Ein Schlüssel zum Erfolg war und ist laut Lang die Tatsache, dass die beiden Eigentümer mit ihren Familien voll hinter dem Unternehmen stehen. Dazu kommt Fritz Langs Familienmotto: "Der Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus sein." Angefangen hatte alles anno 1941, als Fritz Langs Großvater Hans die Keimzelle des Unternehmens erwarb, das spätere Hotel Fürst Bismarck an der Peripherie Bad Kissingens. Ein Fremdenheim mit neun Zimmern und einem Café.
Sein Sohn Ludwig baute das Haus aus. Als Hotel mit Café und Restaurant. Wohl wissend, dass sein Anwesen etwas außerhalb der Stadt lag, investierte er nach dem Krieg in Innovationen, die andere, näher am Zentrum gelegene Häuser nicht hatten.
So war das Fürst Bismarck das erste Hotel am Platze mit eigenem Schwimmbad und eigener Wellness-Abteilung.

Die Lücke gesucht

"Viele Hotels haben damals Leute, die nur für eine oder zwei Nächte bleiben wollten, gar nicht aufgenommen," erinnert sich Fritz Lang. Sein Vater hat reagiert, eine Marktlücke gefunden. 1962, auch angesichts einer rapide wachsenden Volksmotorisierung, benannte er sein Hotel in Motel um. "Damit haben wir auch nach außen sichtbar gemacht, dass wir Gäste mit nur einer Übernachtung akzeptieren," so Lang.
16 Mitarbeiter und 60 Zimmer mit 80 Betten hatte das Fürst Bismarck damals. Doch die Lage außerhalb hatte Nachteile, außerdem wurden mit der Zeit Renovierungsarbeiten fällig.
Fritz Lang suchte nach neuen Wegen, dachte an ein Oldtimer-Hotel und verwarf die Idee wieder. Die Banken hätten wohl nicht mitgespielt, vermutet Lang rückblickend. Doch der Mut zur Lücke blieb. "Ich bin ein realistischer Optimist," sagt Fritz Lang von sich.
Damals, 1988, gab es in Bad Kissingen noch kein einziges Bett für psychosomatische Patienten. Fritz Lang betrieb Marktforschung der eigenen Art. "Ich habe in psychosomatischen Kliniken angerufen und behauptet, dass meine Frau Burnout hätte, aber es war nirgends ein Platz frei," schmunzelt Lang. "Da habe ich gemerkt, hier gibt es eine Lücke, hier besteht Bedarf."

80 haben sich beworben

Fitz Lang hatte - wie er selbst sagt - null Ahnung von Medizin. Via Inserat im Ärzteblatt suchte er einen Arzt vom Fach. "80 Leute haben sich beworben, Dr. Galuska ist übrig geblieben." Hatte dieser doch ein fertiges Konzept und wollte sich selbstständig machen. Und man traf sich auf geistiger Ebene: "Die spirituellen Werte Galuskas und meine christlichen Werte passten zusammen."
Wesentlicher Punkt in Galuskas Konzept war die Schaffung einer ganzheitlichen Klinik, "so etwas gab es damals noch nicht," erinnert sich Fritz Lang. Joachim Galuska ging es unter anderem darum, nicht nur eine Therapierichtung zu pflegen, sondern verschiedene Therapien zusammenzuführen.

Großes Risiko eingegangen

Mit dieser Idee ging Fritz Lang zur Hausbank, "doch die hat erst einmal die Einrichtung eines Altersheims vorgeschlagen." Gleichzeitig verschickte man hektographierte Mitteilungen an Therapeuten, die daraufhin die ersten Patienten schickten. Lang und Galuska bauten das ehemalige Fürst Bismarck aus, beauftragten Handwerker, von denen Lang wusste, dass diese ihre Rechnungen spät schicken. Das bedeutete Luft bei den Verhandlungen mit der Bank und den Kostenträgern. Auch hier war der Optimist in Lang gefragt: "Wir sind ein großes Risiko eingegangen." Anfangs ging Dr. Galuska davon aus, dass acht bis zehn Prozent der Patienten privat versichert sein würden. Doch es waren mehr, das hat ein finanzielles Polster gebracht.

Wartelisten

"Der Bedarf war riesig, wir hatten von Anfang an Wartelisten," sagt Lang heute, und trotz stetiger Erweiterung, die Wartelisten blieben. Lang und Galuska hatten eine Marktlücke gefunden und für sich genutzt. "Das Konzept der Ganzheitlichkeit überzeugte Patienten und Einweiser," ist sich Lang sicher. Den richtigen Kick brachte der Bericht in einem großen deutschen Nachrichtenmagazin, dem Aufsätze in Fachzeitschriften folgten. Nun ging es Schlag auf Schlag. "Als wir erweitern wollten, hat uns die Bank das ehemalige Landhaus Baunach und das Hotel Diana angeboten," so Lang. Das bedeutete 2001 den Kauf der Gebäude und die Gründung der Parkklinik Heiligenfeld, die vier Jahre später bereits erweitert werden musste. 2007 folgte die Übernahme der ehemaligen Luitpoldklinik, im Jahr darauf wurde die Parkklinik um den Zwischenbau ergänzt. 2011 schließlich kam das Ex-Hotel Kissinger Hof dazu, die Parkklinik wurde um die ehemaligen Sanatorien Altenberg und Lechmann ergänzt.
Auch das ehemalige Kurhaus Tanneck gehört heute zu den Heiligenfeld Kliniken, die zudem ein medizinisches Versorgungszentrum und seit 2007 in Waldmünchen eine psychosomatische Klinik für Kinder, Jugendliche und Familien betreiben. Unter dem Motto "Tue Gutes und sprich darüber" haben die Heiligenfeld Kliniken eine eigene Marketing Abteilung.
Inzwischen bieten fast alle anderen Bad Kissinger Kliniken Psychosomatik an, doch Lang ist es nicht bang um die Zukunft. Die Fachklinik Heiligenfeld hat als Akut-Haus nach wie vor Wartelisten. Die Rosengartenklinik im früheren Kissinger Hof hat einen Vertrag mit der Deutschen Rentenversicherung Bund. "In der Parkklinik können wir jederzeit Patienten aufnehmen, denn Privatpatienten wollen nicht auf einen Platz warten müssen," sagt Lang.

Realistischer Optimist

Und sollte sich das Versicherungswesen einmal ändern, dann geht das nach Langs Einschätzung nicht über Nacht. Innerhalb der nächsten zehn bis 13 Jahre seien die Schulden abbezahlt. "Und wir sind gewohnt, uns auf dem Markt zu behaupten," sagt der realistische Optimist Fritz Lang.