Auf beide Varianten für den Radweg Schlimpfhof-Hassenbach ging Bürgermeister Mario Götz in der jüngsten Ratssitzung noch einmal ein. Bei der Variante 1 würde der Radweg vor Beginn des Waldgrundstücks auf einen vorhandenen Wirtschaftsweg geleitet. Die Kosten dafür in Höhe von ca. 45 000 Euro hätte der Markt Oberthulba komplett zu tragen. Außerdem wäre für diese Flächenversiegelung der naturschutzrechtliche Ausgleich durchzuführen. Der Unterhalt und die Baulast wären ebenfalls durch den Markt Oberthulba sicherzustellen.

Nicht zuletzt deshalb entschied man sich - bei drei Gegenstimmen - für die Variante 2, bei der der Weg straßenbegleitend weiter bis zum Ortseingang Hassenbach gebaut wird. Alle notwendigen Genehmigungen einschließlich der Rodungsgenehmigung werden durch das Landratsamt Bad Kissingen veranlasst. Der Markt Oberthulba wird die Rodung selbst durchführen und das Holz entsprechend auf eigene Rechnung vermarkten.

Rodung mit und ohne Radweg

"Auch wenn ich für jeden Baum kämpfe, halte ich hier die Rodung von ca 0,2 Hektar Wald für vertretbar, zumal Ausgleichsmaßnahmen zur Anwendung kommen", sprach sich Götz klar für die Variante aus. Der straßenbegleitende Radweg erhöhe die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger. Die Straße werde aktuell schon stark durch Radfahrer und Fußgänger frequentiert. Selbst ohne Radwegebau müsste der Wald auf einer Breite von drei bis fünf Meter gerodet werden, da die Straße komplett neu gebaut wird.

KG 18 wird ausgebaut

Das Gremium stimmte außerdem - ebenfalls mit drei Gegenstimmen - der Vereinbarung zwischen dem Landkreis Bad Kissingen und dem Markt Oberthulba zum Ausbau der Kreisstraße KG 18 zwischen Hassenbach und Schlimpfhof mit straßenbegleitenden Geh- und Radweg zu. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Kosten für den Gehweganschluss in Höhe von ca. 25 000 Euro, sowie für die Erweiterung der Straßenbeleuchtung um eine Lampe am Verkehrsteiler in den Haushaltsplan 2021 aufzunehmen. Einer Beleuchtung des gesamten Weges wurde im Hinblick auf die klimatischen Probleme und die schon vorherrschende Lichtverschmutzung nicht entsprochen.

Weitere Messungen möglich

Bürgermeister Götz stellte die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessung am Ortseingang von Frankenbrunn (von Hetzlos kommend) vor. Im Zeitraum vom 16. Bis 24. November letzten Jahres wurden 1528 Fahrzeuge erfasst. Am Ortseingangsschild Frankenbrunn beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h. Die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 47 km/h. Die Geschwindigkeitsüberschreitungen bei 28,28 Prozent, wobei die Geschwindigkeitskennzahlen klar erkennen ließen, dass die meisten Überschreitungen im Bereich zwischen 51 und 60 km/h gelegen hätten. Da der Markt Oberthulba jetzt selbst über ein Messgerät verfüge, könne die Messung gerne im Frühjahr noch einmal durchgeführt werden, informierte Götz. Aber auch an anderen neuralgischen Punkten solle es künftig immer wieder zum Einsatz kommen.

Anregungen aus den Bürgerversammlungen

In der aktuellen Sitzung wurden auch die Anträge und Anregungen aus den vier Bürgerversammlungen vom letzten Jahr behandelt. Einige davon seien schon abgearbeitet, andere auf die To-do-Liste gesetzt worden. Auf dem Grundstück Fl.Nr. 563 in Wittershausen, wurde im Zuge von Sturmschäden an der Dachkonstruktion einer bestehenden Reithalle die Asbestwellplatten entfernt und das Dach mittels roter Sandwich-Trapezplatten neu eingedeckt. Zudem wurden der Windverband erneuert und die Dachbinder gerichtet. Da es eine Schadensanierung war und schnell gehandelt werden musste, wurde der Antrag nachträglich einstimmig befürwortet.

Dem Bauantrag zur Errichtung eines Wohnhauses mit Doppelgarage in Hetzlos "Am Schwann" wurde bei drei Gegenstimmen entsprochen. Einige der Räte störten sich an der grenznahen Garagenbebauung. "Wir haben zusammen mit dem Bauherrn den bestmöglichen Kompromiss gefunden, da es sich um ein behindertengerechtes Haus mit Wohnen auf einer Ebene handelt", argumentierte Götz.

Wenn der Müll überquillt

Am Ende der Sitzung appellierte der Bürgermeister an die Bürgerinnen und Bürger wegen der aufgetreten Müllablagerungen an den Alt-Glascontainern und bei den überquellenden Abfalleimern an den Friedhöfen. Er beteuerte, dass es Einzelne aus der Bevölkerung sind, die Mehrzahl würde verantwortlich mit Müll umgehen. Die Menge an Grablichtern sei natürlich auch den Feiertagen geschuldet gewesen, aber die leeren Kerzenbehälter könnte man auch mal mit nach Hause nehmen, wenn der Abfalleimer schon überquillt. Ein Computer habe schon gar nichts bei den Containern zu suchen, wo man ihn doch kostenlos als Elektroschrott abgeben könne.