Nach drei Jahren der Vakanz ist die Stelle des evangelischen Militärpfarrers im Lager Hammelburg wieder besetzt. In einem Feiergottesdienst überreichte der evangelische Militärbischof Dr. Sigurd Rinck am Donnerstag die offizielle Urkunde an Rüdiger Bernhardt zur Amtseinführung und gab ihm seinen Segen.
Der "Neue" ist freundlich, strahlt die Ruhe von klarer Übersicht aus und freut sich über gute Gespräche. Rüdiger Bernhardt ist 1963 geboren, stammt aus Strausberg (Oberlausitz), ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und wohnt schon seit dem vergangenen Herbst in Hammelburg.


Auch Auslandseinsatz möglich

"Zunächst war ich hier auf Probe", sagte er. Ja, er müsse damit rechnen, seinen militärischen Seelsorge-Dienst für eine Zeitlang auch im fernen Ausland bei den Soldaten zu verrichten. "Erfahrungen habe ich dort noch nicht gesammelt", so Bernhardt. Allerdings hat Bernhardt schon Erfahrungen im Bereich der Notfallhilfe gemacht.
"Leidende Menschen gehen mir zu Herzen - was kann ich tun?", so fragte sich Bernhardt während seiner Rede im Gottesdienst. Mit Gelassenheit und Verantwortung wolle er einen gangbaren Weg vorbei an Egoismus und Machtstreben auf christlicher Basis finden. Unter den geistlichen Assistenten, die dem neuen Militärpfarrer ihre Hände auflegten, war auch Hammelburgs evangelischer Stadtpfarrer Robert Augustin.
"Da Bernhardt schon in Hammelburg wohnt, ist er nicht zu einer Pendler-Existenz gezwungen", stellte Militärbischof Rinck erfreut fest. Denn zwischen Strausberg und Hammelburg seien 500 Kilometer. Nachdem Rinck beim anschließenden Empfang von Bürgermeister Armin Warmuth erfahren hatte, dass Hammelburg eine Stadt des Weines, der Soldaten und der Musik sei, folgerte Rinck: "Da passt es gut, dass Bernhardt gerne Posaune spielt." Und einen bodenständigen Handwerksberuf habe Bernhardt auch gelernt, bevor er Pfarrer wurde - nämlich Glasbläser.
Von einer evangelisch-katholischen "Zwillingswaffe", die im Militärseelsorge-Bereich jetzt wieder komplett sei, sprach Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann, General der Infanterie. "Passt scho´", freute sich Oberstleutnant Jürgen Steinberger über erste Begegnungen mit Bernhardt in der Rhön-Kaserne Wildflecken.


Eine Herausforderung

"Die Militärseelsorge ist eine Herausforderung für einen Pfarrer", zollte die stellvertretende Landrätin Monika Horcher (Bündnis 90/ Die Grünen) Achtung vor diesem beruflichen Einsatz. Da biete das Kreuzberglied ein wenig Geborgenheitsgefühl.
"Begeisterung, Weisheit, Gesundheit und Gottes Segen". Herzliche Willkommensgrüße aus dem evangelischen Dekanatsbezirk Lohr am Main überbrachte der Senior des Pfarrkapitels, Bernd Töpfer. "Militärseelsorge ist nicht nur Christenpflicht und Ausdruck kirchlicher Mitverantwortung für unsere freiheitliche Demokratie, sondern auch Seelsorge-Dienst an den Soldaten und deren Familien", sagte Töpfer. Auf die unterstützende Gemeinschaft des Pfarrkapitels könne Bernhardt vertrauen.