In die Waizenbacher Waldabteilung "Besenstiel" führte der Waldbegang den Gemeinderat von Wartmannsroth. Betriebsleiter Fabian Menzel und Revierförster Tobias Wallrapp von der Forstbetriebs-Gemeinschaft (FBG) Rhön-Saale gaben vor Ort Einblicke in den dortigen Gemeindewald. Denn dort sind einige Veränderungen im Gange.

Für die neuen Räte war diese jährliche Veranstaltung tatsächlich noch Neuland. Dementsprechend hatten sie einige Fragen an die beauftragten Förster. "Was hat den Vorrang - Wild oder Wald?", wollte Marcus Scholz wissen. Damit berührte der Jäger ein sensibles Grundsatzthema. Wallrapp betonte, dass angepasste Wildbestände im Wald durchaus erwünscht sind.

Nein, es sei kein Raubbau, wenn über 100-jährige Laubholzbestände im Zuge der Waldverjüngung gefällt und genutzt werden, bestätigte Menzel auf eine weitere Nachfrage. Im Rahmen der Forstbewirtschaftung sei der dicht stehende Altbestand aufgelichtet worden. "Bei den derzeitigen guten Holzpreisen kann die Gemeinde Wartmannsroth weiterhin mit schwarzen Zahlen aus dem Holzverkauf rechnen", bestätigte der FBG-Betriebsleiter. Der jährliche nachhaltige Hiebsatz von rund 4900 Festmetern sei derzeit noch nicht ausgeschöpft. Die aktuelle Forsteinrichtung des Gemeindewalds Wartmannsroth wird 2019 überprüft und gegebenenfalls korrigiert.

Lichtschächte schaffen

"Ziel der Auflichtung in der Waldabteilung Besenstiel war die Naturverjüngung und die Schaffung von Lichtschächten zur Bepflanzung mit Mischbaumarten", wies Revierförster Wallrapp auf den gewonnenen Platz für Aufforstungen mit Küstentanne und Douglasie hin. Grund für diese Baumarten sei die Schaffung eines stabilen und vitalen Mischbestands. Die Baum artenvielfalt habe vor allem wegen des prognostizierten Klimawandels größte Bedeutung. Der Holzeinschlag in der Abteilung Besenstiel belief sich auf rund 850 Erntefestmeter.

Auf die Frage der Räte, wie in ungepflegten Beständen vorzugehen sei, antwortete Wallrapp: "Erst nach Anlage eines Systems von Rückegassen erfolgt die eigentliche Durchforstung." Abgesehen von den markierten Gassen sei eine Befahrung des Waldbestands tabu. Dies gelte gleichermaßen für Ernte von Stammholz als auch für die Aufarbeitung von Brennholz. Bei wiederholter Nichteinhaltung dieser Vorgaben stehe vor allem die PEFC Zertifizierung der FBG und damit die Holzvermarktung der Gemeinde auf dem Spiel. Im Anschluss des Waldbegangs wurden die letzten offenen Fragen bei einem Essen im Gemeinschaftshaus in Waizenbach geklärt.