Der Ausbau der St 2290 begleitet Konrad Weingart (CSU und Wählergemeinschaft) schon seit Beginn seiner Amtszeit. "Es ist eine lange Geschichte. Bereits 1996 gab es die ersten Überlegungen", sagte der Bürgermeister von Sulzthal. Nun, 18 Jahre später, kann Weingart am Ende seiner Bürgermeisterlaufbahn zumindest die konkrete Vorplanung noch mitgestalten.

Bei einer Bürgerversammlung präsentierte das Staatliche Bauamt Schweinfurt, wie die Strecke künftig aussehen wird. Die Trasse zwischen Euerdorf und Sulzthal wird leicht verlegt und auf 6,5 Meter verbreitert, wie Gerhard Schwarzer vom beauftragten Ingenieurbüro Perry Alka erläuterte. Der Ausbau beginnt in Sulzthal ab der Zufahrt "Röthenweg".

Verwerfungen im Asphalt

Die St 2290 ist in einem schlechten Zustand. Es gibt zahlreiche Flicken. Außerdem zeigt der Asphalt wellenartige Verwerfungen. Schwarzer: "Das deutet auf eine unzureichende Tragfähigkeit des Untergrunds hin." Die neue Trasse soll zusätzlich die Übersichtlichkeit verbessern. Sie berücksichtigt außerdem das Trinkwasserschutzgebiet.

Für den Streckenverlauf gab es anfangs mehrere Varianten, darunter eine komplett neue Verbindung von Sulzthal aus geradewegs bis zur Kreisstraße 4. Doch dafür hätte ein bis zu acht Meter hoher Damm aufgeschüttet werden müssen. Der Naturschutz und die Landwirtschaft waren laut Schwarzer dagegen.

Die Abzweigung St 2290/ KG 4 wird zu einem Kreisel umgebaut. Dabei wird der Geh- und Radweg komplett um den Kreisverkehr geführt und aus der Siedlung an die Ramsthaler Straße (KG 4) versetzt. Auch für die Gestaltung der Abzweigung gab es zunächst mehrere Möglichkeiten, doch ist der Kreisverkehr jetzt die bevorzugte Lösung.
Ein Knackpunkt an der Abzweigung ist die Anbindung der Heinrich-Weber-Straße. "Die gefällt uns gar nicht", meinte Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt. Er verteidigte daher den Kreisel als die "vernünftigste Lösung" für diese Problemstelle, auch wenn einigen Bürgern ein Durchmesser von 40 Metern als "riesig" erschien. Zum Vergleich: Der neue Kreisel oberhalb von Ramsthal hat einen Durchmesser von 42 Metern.

Die gesamte Baumaßnahme wird nach dem derzeitigen Stand rund 2,5 Millionen Euro kosten. Der Landkreis ist wegen der KG 4 mit etwa 600 000 Euro beteiligt. Welche Ausgaben auf die beiden Kommunen zukommen, steht noch nicht fest. Euerdorf dürfte aber weniger betroffen sein. In Sulzthal sieht es anders aus: Dort könnte eine Stützmauer für den Gehweg notwendig werden, deren Kosten auf die Gemeinde umgelegt würden.

Doch die Kommune muss erst die weitere Planung abwarten. Denn die gesamte Baumaßnahme befindet sich laut Perry Alka vom gleichnamigen Büro erst in der Vorplanung, die für die Entwurfsplanung vervollständigt werden müsse. Daher ist die Frage, wie die Umleitung während der Arbeiten geregelt wird, noch nicht beantwortet - gerade das interessierte die Sulzthaler und die Euerdorfer in der Versammlung.

Bohrungen an der Trasse

"Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Wichtig war zunächst, eine Linie für die Trasse festzulegen", sagte Wacker. Er verwies darauf, dass es in Sulzthal in den kommenden drei Jahren sowieso keinen Durchgangsverkehr geben werde. Denn ab Mai sollen die Straßenarbeiten in Obbach beginnen.

Der Ausbau der St 2290 selbst wird frühestens im kommenden Jahr starten. In dieser Woche wurde für die weitere Detailplanung aber schon einmal der Untergrund entlang der Strecke mittels Rammsondierungen und Rammbohrungen auf Festigkeit und Zusammensetzung untersucht.

Wenn die Trasse auf den Meter genau abgesteckt ist, will das Staatliche Bauamt mit den Grundstückseigentümern verhandeln. Es sind aber nur einige wenige Privatpersonen. Die meisten Flächen gehören einer der beiden Kommunen. "Wir haben schon 1996 damit begonnen, erste Grundstücke zu erwerben", erklärte Weingart.
Der Abschnitt zwischen Euerdorf und Sulzthal ist für das Staatliche Bauamt nicht die einzige Baustelle auf der St 2290: Der Hügel zwischen Euerdorf und Aura muss gegen weitere Bewegungen gesichert werden. Der Asphalt auf diesem Abschnitt der St 2290 bricht immer wieder auf, weil der Hang leicht "kriecht".

Drei Lösungen stehen zur Wahl: eine Stützmauer im Hang, eine Stützmauer zwischen Hang und Radweg und die Verlegung der Saale, die unterhalb der Böschung eine Schleife beschreibt. Wacker kündigte Bohrungen an, die das Bodengutachten verfeinern sollen. "Wir wollen prüfen, ob der Hang auch von oben drückt." Wenn die Details ausgearbeitet sind, will das Staatliche Bauamt mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit gehen.